In Dortmund sind am Freitag (2.7.) nur vier Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt worden. Der Höchstwert lag Anfang Mai bei 44. © picture alliance/dpa
Intensiv-Kapazitäten in Dortmund

Trotz Corona-Entspannung: Wenigste freie Intensivbetten seit Pandemie-Beginn

Obwohl an dem Tag nur sechs Corona-Patienten auf Intensivstationen in Dortmund lagen, waren Ende Juni nur 14 Intensivbetten in der ganzen Stadt frei. Eine Grafik zeigt starke Schwankungen.

Die Grundlage aller Corona-Schutzmaßnahmen ist das Bestreben, möglichst wenige Patienten in Krankenhäusern behandeln zu müssen. Deshalb stellt die Belegung der Intensivstationen eine besondere Kennzahl bei der Pandemie-Bekämpfung dar.

Ende April und Mitte Mai, als die Corona-Inzidenz so hoch war, dass die nächtliche Ausgangssperre nötig wurde, waren zeitweise jeweils nur 16 Intensivbetten in ganz Dortmund frei. Die Krankenhäuser mussten dann intern umplanen, um neue Kapazitäten zu schaffen.

Die Kliniken melden täglich ihre Kapazitäten und Covid-Belegungen an die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi). In diesen Daten fällt auf, dass am 26. Juni (Samstag) in ganz Dortmund nur 14 Intensivbetten frei waren. Tiefstwert seit Beginn dieser Erfassungsmethodik im April 2020.

Nach dieser Beobachtung hat unsere Redaktion die Teams der drei Corona-Schwerpunkt-Krankenhäuser in der Stadt auf mögliche Umstrukturierungen angesprochen.

„Im St.-Johannes Hospital sind keine gravierenden Schwankungen festzustellen“, sagt Sprecherin Sandra Baran. Ein „erhöhter Bedarf an Intensivbetten, unabhängig von Covid-19“, sei zwar festzustellen, „solche Schwankungen liegen aber im Bereich des üblichen“.

Klaus-Peter Wolter sagt für die Krankenhäuser in Brackel und Lütgendortmund: „Unsere Intensivstationen sind gut gefüllt, es gibt aber keine kritische Versorgungssituation.“ Im Brackeler Knappschaftskrankenhaus habe sich am Wochenende des 26. Juni „ein starkes Notfallgeschehen aus Einzelereignissen ohne Pandemie-Zusammenhang bemerkbar gemacht“.

Weniger Zurückhaltung gegenüber Behandlungen

Darüber hinaus spüre man in dem Verbund, „dass sich nach Abflauen der Pandemie scheinbar Zurückhaltung gegenüber Krankenhausbehandlungen abgeschwächt hat“, so Wolter. Das wirke sich dann auf Operationspläne aus.

Einzelne Stichtage zu betrachten, seien in diesem Register nicht sinnvoll, meint Lisa Cathrin Müller, Sprecherin des Klinikums Dortmund: „Denn da gibt es natürlich immer wieder Einflüsse, die Schwankungen erzeugen - etwa wenn sich ein größerer Unfall ereignet. Infolgedessen wären ja auch weitere Betten belegt.“ Das Klinikum kehre aktuell aber wieder zum Normalbetrieb zurück, auch mit bislang verschiebbaren Eingriffen.

Tatsächlich schwanken die Zahlen des Divi-Registers deutlich. Am 14. Juni waren noch 57 Intensivbetten in Dortmund frei, offenbar auch durch die Rückkehr in Richtung Normalzustand, dann am 26. Juni nur noch 14. Inzwischen hat sich die Lage aber wieder entspannt. Am Freitag (2.7.) wurden 24 freie Betten gemeldet.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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