Trotz Corona-Hotspot: Dortmunder Einkaufszentrum weiter ohne Maskenpflicht

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Im Dortmunder Norden schießt die Zahl der Corona-Neuinfektionen besonders rasant in die Höhe. In einem Bezirk steigen die Zahlen stark. Im Einkaufszentrum gilt trotzdem keine Maskenpflicht.

Scharnhorst

, 18.11.2020, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Dortmund sind die Corona-Zahlen innerhalb der vergangenen vier Wochen stark gestiegen: Im Dortmunder Norden steigen sie jedoch noch steiler an als im Rest der Stadt. Das zeigen die monatlich veröffentlichten Zahlen der Stadt.

In Scharnhorst etwa sind die Zahlen innerhalb der letzten vier Wochen geradezu explodiert. Im Einkaufszentrum EKS scheint das aber keine Rolle zu spielen - hier gilt nach wie vor keine Maskenpflicht.

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Corona-Hotspot: Zahlen in Scharnhorst explodieren

Im Stadtbezirk Scharnhorst gibt es den höchsten prozentualen Anstieg der Fallzahlen von allen Dortmunder Stadtbezirken: Seit Mitte Oktober haben sich die Corona-Fälle durch 388 Neuinfektionen nahezu vervierfacht. Seit dem Ausbruch des Virus haben sich 530 Scharnhorster nachweislich infiziert.

Um der Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken, verschärfte die Stadtverwaltung Mitte Oktober die Maskenpflicht und verhängte diese auch in den Einkaufsstraßen in den Stadtbezirkszentren - mit Ausnahme des EKS in Scharnhorst.

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Laut der Stadt Dortmund gelte die Faustregel, dass in den Fußgängerzonen eine Maske aufgesetzt werden müsse. Bei dem Einkaufszentrum in Scharnhorst handele es sich aber nicht um eine Fußgängerzone, sondern um eine private Fläche, erklärte die Stadt im Oktober via Twitter.

Keine Maskenpflicht im Scharnhorster Zentrum

Im Einkaufszentrum in Scharnhorst gilt die Pflicht zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung auch Mitte November noch immer nicht - trotz drastisch steigender Fallzahlen. Und daran soll sich wohl auch so bald nichts ändern.

„Fast nie läuft hier jemand ohne Maske herum“, sagt Gisela Ausbüttel vom Vorstand der Interessengemeinschaft der Kaufleute im EKS. Beim Besuch vor Ort bietet sich am 18.11. hierzu ein differenziertes Bild.

Ausbüttel sieht trotz steigender Fallzahlen keine Notwendigkeit, eine Pflicht zur Maske auch für den Außenbereich im EKS einzuführen. „Dann müsste ja überall in ganz Dortmund die Maskenpflicht verhängt werden. Wo soll man da die Grenze ziehen?“

In ihrem eigenen Geschäft - Gisela Ausbüttel betreibt die Apotheke im EKS - werde sehr auf die Einhaltung der AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) geachtet. Es gebe ein umfangreiches Hygienekonzept, und die Mitarbeiter seien geschult worden, um mit der Situation professionell umzugehen.

Rita Feldkamp sagt: "Viren machen vor Privatgelände keinen Halt!"

Rita Feldkamp sagt: "Viren machen vor Privatgelände keinen Halt!" © Irina Höfken

Rita Feldkamp (56) arbeitet in der Bäckerei Stöve im EKS. Auch außerhalb des Ladens trage sie die Maske, sagt sie. „Wieso sollte das Virus denn vor einem Privatgelände halt machen?“, fragt sie. Ihrer Meinung nach müsse die Pflicht auch im EKS gelten.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde am 19.11.2020 um 17.21 Uhr mit einer Stellungnahme von Gisela Ausbüttel aktualisiert.

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