Trotz Corona: Hafen Dortmund verdoppelt Container-Umschlag per Schiff

rnWirtschaft in Dortmund

Die Coronakrise hinterlässt ihre Spuren im Dortmunder Hafen: Der Güterumschlag per Schiff ist im ersten Halbjahr um 14,1 Prozent gesunken. Besonders aufhorchen lässt eine andere Entwicklung.

Dortmund

, 18.10.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Häfen gelten als die Seismografen der Weltwirtschaft. Wenn es im globalen Handel zu ruckeln beginnt, leuchten in den See- und Binnenhäfen die Warnlampen. Nach Berechnung des statistischen Landesamtes NRW (IT.NRW) ist der Schiffsgüterumschlag in den NRW-Häfen im ersten Halbjahr 2020 im Schnitt um zehn Prozent gesunken.

Der Duisburger Hafen ("Duisport"), größter Binnenhafen Europas, musste beispielsweise einen Rückgang von 12,7 Prozent hinnehmen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 ist die Marge im Schiffsgüterverkehr von gut 24,16 Millionen Tonnen auf 21,1 Millionen Tonnen gesunken.

Von der Entwicklung ist längst nicht nur der Riese unter den NRW-Häfen betroffen. Die Coronakrise spiegelt sich auch in den kleineren Häfen im westdeutschen Kanalnetz. Zum Beispiel in Dortmund.

Güterumschlag per Schiff sinkt um 14,1 Prozent

Nach Angaben von IT.NRW ist der reine Güterumschlag über den Wasserweg (also ohne Container- und Eisenbahntransporte) im Dortmunder Hafen im ersten Halbjahr 2020 von 632.000 Tonnen auf 543.000 Tonnen zurückgegangen. Das entspricht einem Minus von 14,1 Prozent. Damit liegt Dortmund im Vergleich aller 19 von IT.NRW untersuchten Häfen im westdeutschen Kanalnetz auf Platz elf.

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Zum Vergleich: Gerade vier Häfen konnten ihren Schiffsgüterumschlag steigern. Den stärksten Zuwachs gab's in Wesel mit 17,8 Prozent Plus. Das Schlusslicht der Tabelle bildet Dortmunds Nachbarhafen Bergkamen mit einem Minus von 93,1 Prozent. Gleich dahinter folgt der Lüner Hafen, der mit 42,6 Prozent Minus den zweitstärksten Rückgang verzeichnet.

Im Schnitt meldet IT.NRW für alle 19 Häfen im westdeutschen Kanalgebiet ein Minus von 10,1 Prozent beim Schiffsgüterumschlag. Zwar liegt Dortmund mit einem Minus von 14,1 Prozent etwas höher als der Mittelwert. „Dabei fällt unser Rückgang immer noch vergleichsweise moderat aus“, sagt Hafen-Vorstand Uwe Büscher mit Blick auf die Auswirkungen der Coronakrise auf weite Teile der Weltwirtschaft.


So schlagen beispielsweise die aktuellen Absatzprobleme im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Autoproduktion auf den Hafen durch. Beleg dafür: Der per Schiff organisierte Umschlag mit Eisen und Stahl ist in den ersten sechs Monaten von 81.000 Tonnen auf 17.000 Tonnen geschmolzen.

Dennoch zeigt sich Büscher zuversichtlich, auch 2020 über alle Gütergruppen hinweg ein ähnlich hohes Umschlagsniveau wie 2019 zu erreichen. „Wir haben im Hafengebiet viele Firmen, die auf Anlieferungen per Schiff angewiesen sind und schon von daher für eine Grundauslastung sorgen“, sagt Büscher.

Dickes Plus bei Containertransport auf dem Wasser

Was IT.NRW in seiner Statistik ebenfalls aufzeigt: Der Container-Transport über den Dortmund-Ems-Kanal (DEK) ist um 89,7 Prozent gestiegen. Im 1. Halbjahr 2019 sind insgesamt 2271 Standardcontainer per Schiff in den Dortmunder Hafen eingelaufen. Im Vergleichszeitraum 2020 waren es mit 4307 fast doppelt so viele Stahlboxen, die per Schiff befördert wurden.

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„Einige Transporte sind zeitweilig auf den Wasserweg verlegt worden“, sagt Torsten Schütte, Geschäftsführer der Containerterminal Dortmund GmbH (CDT). Freilich erreichen die meisten Container das Hafengebiet nach wie vor mit der Eisenbahn. Die Zahlen zeigten aber, dass die Nutzung der Wasserstraße durch Binnenschiffe für Containertransporte offenbar steige, so Schütte.

Insgesamt sind 2019 im Dortmunder Hafen (inklusive Container) 3,8 Millionen Tonnen Güter transportiert und umgeschlagen worden. Davon 2,1 Millionen Tonnen per Schiff und 1,7 Millionen Tonnen per Schiene mit der Dortmunder Eisenbahn.

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