Trotz geschlossener Freibäder: Das Schwimmen im Kanal bleibt verboten

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Eine Öffnung der Freibäder ist in Dortmund noch nicht in Sicht. Damit stehen die Dortmunder zum Sommerbeginn vorerst ohne Bademöglichkeit da. Denn das Schwimmen im Kanal birgt große Gefahr.

Dortmund

, 31.05.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Temperaturen steigen, der Sommer rückt näher - doch die Freibäder in Dortmund bleiben bis auf Weiteres zu. Das hat Birgit Zörner, die Chefin des Corona-Krisenstabs, unlängst in einer Pressekonferenz erklärt. Über eine spätere Öffnung im Sommer werde jedoch nachgedacht.

Für die Freibäder sei eine Öffnung wegen der Sicherheitsmaßnahmen wie Abstandhalten schwierig, so Zörner: „Sie wissen ja, was man da so macht. Das passt zu Kontaktverbot und Abstand halten nicht so richtig“, sagt sie. Die Stadt arbeitet an einem Konzept, unter welchen Bedingungen die Freibäder geöffnet werden können. Doch Sorgfalt gehe hier vor Schnelligkeit.

Keine Bademöglichkeit in Dortmund

Zu dem Hinweis, dass Schwimmbäder in anderen Städten bereits geöffnet sind, sagte sie, in Dortmund gehe Sorgfalt vor Schnelligkeit. Es werde nur eine Normalität unter Corona-Pandemie-Bedingungen geben können. Die Öffnung der Hallenbäder werde einfacher sein als die der Freibäder.

Somit bleibt all jenen Dortmundern, die nicht zufällig mit einem Pool im Garten gesegnet sind, nur die Fahrt ins Dortmunder Umland. Denn auch das Baden im Kanal ist und bleibt verboten. Denn in NRW ist das Schwimmen in sogenannten „künstlichen Wasserstraßen“ grundsätzlich nicht erlaubt - auch wenn es Bereiche gibt, in denen das Schwimmen geduldet wird.

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Wer zu Brücken einen Abstand von mindestens 100 Metern hält und die Bereiche von Wehren, Schleusen und Hafenanlagen vermeidet, der muss mit keiner Strafe rechnen. Auch, wenn er beim Schwimmen im Kanal erwischt wird. Andernfalls drohen jedoch Bußgelder oder sogar eine Anzeige.

Es drohen tödliche Verletzungen

Doch auch unabhängig von der rechtlichen Lage raten Feuerwehr und DLRG vom Schwimmen im Kanal ab, zu groß sind die Gefahren. „Schiffe haben einen ewig langen Bremsweg“, erklärt Philipp Parche vom Dortmunder DLRG. Wer auf dem Kanal beispielsweise mit einem Binnenschiff unterwegs sei, habe oft überhaupt keine Möglichkeit, auf Schwimmer im Wasser zu reagieren.

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„Und auch, wenn ich an den Rand schwimme“, erklärt Parche weiter, „drückt mich die Welle des Schiffes gegen die Wand.“ Es drohen Kopfverletzungen oder Knochenbrüche. Auch rät er dringend davon ab, von den Kanalbrücken zu springen. „Das ist einfach gefährlich, weil man nicht weiß, ob das Wasser tief genug ist.“

Die Feuerwehr schließt sich den Warnungen an: Beim Sprung von der Brücke drohen tödliche Verletzungen. Und auch im Wasser treibende Gegenstände können gefährlich werden, wie die Feuerwehr bereits im Sommer 2019 gegenüber der Redaktion betonte.

Ein weiteres Problem: Bei Badeunfällen im Kanal sind keine Rettungsschwimmer vor Ort. Der Kanal wird nicht vom DLRG überwacht.

Polizei plant keine zusätzlichen Kontrollen

Es sind Warnungen, die Polizei, Feuerwehr und DLRG jedes Jahr aufs Neue aussprechen müssen - auch, weil der Kanal trotz allem ein beliebter Badeort für einige Dortmunder ist.

Der Unterschied in diesem Jahr: Wenn es, wie in den Wettervorhersagen angekündigt, Anfang nächster Woche wieder sommerlich warm wird, haben die Dortmunder keine Möglichkeit, sich abzukühlen.

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Auf einen großen Ansturm stellt man sich bei der zuständigen Wasserschutzpolizei Duisburg aber nicht ein. „Wir sind noch nicht in Alarmstimmung“, sagt Polizeisprecher Stefan Hausch. Derzeit seien keine verstärkten Schwimmkontrollen geplant. Aber: „Aktivitäten wie das Brückenspringen werden wir wie immer unterbinden.“

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