Trotz Kritik der eigenen Genossen: Langemeyer tritt noch mal an

DORTMUND Der Dortmunder Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer geht zum Gegenangriff über. Obwohl ihm Spitzengenossen einen Verzicht auf eine erneute Kandidatur nahe gelegt haben, will der 64-Jährige bei der Kommunalwahl im Juni 2009 noch einmal als Oberbürgermeister-Kandidat der SPD antreten.

von Von Oliver Volmerich

, 18.06.2008, 22:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Startete einen Gegenangriff gegen die eigenen Genossen: OB Dr. Gerhard Langemeyer

Startete einen Gegenangriff gegen die eigenen Genossen: OB Dr. Gerhard Langemeyer

Seine Entscheidung verkündete Langemeyer am Dienstag Abend bei einer Sitzung seines heimatlichen SPD-Stadtbezirks Hörde, der ihn einstimmig erneut als OB-Kandidaten nominierte.

Langemeyer bestätigte seinen Entschluss, über den er nach eigenem Bekunden eigentlich im Sommerurlaub gründlich nachdenken wollte. „Die Art und Weise der aktuellen Diskussion in der Partei hat mich veranlasst, eine schnellere Entscheidung zu treffen“, erklärte der OB. Er werde definitiv auf dem SPD-Parteitag am 29. November kandidieren – im Zweifelsfalle auch gegen einen Konkurrenten.

Erst in der vergangenen Woche hatte der Vorstand des SPD-Unterbezirks nahezu einmütig Langemeyer einen Verzicht auf die OB-Kandidatur nahe gelegt. Fraktionschef Ernst Prüsse hatte kurz darauf gegenüber den RN ebenfalls einen Kandidatur-Verzicht Langemeyers und eine kurzfristige Entscheidung eingefordert. Die gibt es jetzt – wenn auch nicht im Sinne Prüsses.

Man habe die Entscheidung Langemeyers für eine erneute Kandidatur zur Kenntnis genommen, erklärte Unterbezirkschef Franz-Josef Drabig. Zuvor hatte es bei einem Treffen der Stadtbezirksvorsitzenden heftige Kritik an der Kandidaten-Diskussion und der öffentlichen Demontage Langemeyers gegeben.

Denn entgegen der Aufforderung des Vorstands auf die Kandidatur zu verzichten, hatte der OB in den vergangenen Tagen aus verschiedenen Stadtbezirken Rückendeckung erhalten. Auch die einflussreiche Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) verurteilte „die Beschädigung der Person und des Amtes“ des Oberbürgermeisters „aufs Schärfste“.

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