Trotz vieler Hotel-Neubauten: Dortmund braucht noch viele Betten

rnHotelmarkt-Studie

Immer neue Hotels entstehen in Dortmund. Wie groß der Bedarf an neuen Hotelbetten ist, bescheinigt jetzt eine aktuelle Studie im Auftrag der Wirtschaftsförderung.

Dortmund

, 10.10.2018, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Burgwall wird am Bau des Leonardo-Hotels gearbeitet, nebenan an der Erweiterung des Hotels Esplanade. Beim Dortberg-Haus an der Katharinenstraße, das sich in ein Intercity-Hotel verwandeln soll, hat der Umbau begonnen. Die alte Gebäudefront ist in weiten Teilen schon entfernt worden. Sie soll bald durch eine neue Natursteinfassade ersetzt werden. „Alles in Abstimmung mit dem Denkmalschutz“, erklärt Planungsdezernent Ludger Wilde.

Bald könnten auch gegenüber der Katharinentreppe die Bagger anrollen – für den Abriss des alten Bürohochhauses der Bahn gleich hinter den Taxi-Halteplätzen am Hauptbahnhof. Hier soll ein Neubau für die führende britische Hotelkette Premier Inn entstehen.

Abriss am Hauptbahnhof schafft Platz für neues Hotel

Die Abrissgenehmigung hat der Bauherr schon in der Tasche. Noch in diesem Jahr soll mit dem Abriss begonnen werden, kündigte ein Sprecher des Unternehmens auf der Immobilienmesse Expo Real in München gegenüber unserer Redaktion an. Für die Gestaltung des Neubaus führe man noch Gespräche mit der Stadt.

Es sind bekanntlich nicht die einzigen Hotelprojekte in Dortmund. Unter anderem soll gleich zwei neue Hotels in der Gartenstadt entstehen, zwei weitere im Umfeld der Ophoff-Kreuzung an der B1/Märkische Straße.

Dass es dafür Bedarf gibt, bescheinigt jetzt eine neue Studie, die die Wirtschaftsförderung beim Münchener Büro dwif-Consulting in Auftrag gegeben hat.

Die Nachfrage ist deutlich gestiegen

Die Experten haben dazu erst einmal die Entwicklung der letzten Jahre analysiert. Die wichtigste Erkenntnis: „Die Nachfrage steigt weiter stärker als das Angebot.“

Konkret ist die Zahl der Hotelbetten gegenüber dem Vergleichsjahr 2009 um rund 1000 Betten gestiegen. Allein in den letzten drei Jahren sind durch neue Hotels 345 neue Zimmer dazugekommen.

Noch steiler zeigt aber die Kurve der Übernachtungen nach oben: Während die Zahl der Hotelbetten von 2009 bis 2017 um 19 Prozent gestiegen ist, legten die Übernachtungen um 48 Prozent zu, rechnen die Gutachter vor. Dortmund liegt mit dem Zuwachs auch über den Quoten in Vergleichsstädten wie Essen, Bremen oder Hannover.

Die Experten bescheinigen für Dortmund vor diesem Hintergrund einen jährlichen Bedarf von 200 Hotelbetten pro Jahr bis 2025.

Trotz vieler Neubauten bleibt noch eine Lücke

Zuwachs ist schon in Sicht: 323 Zimmer befinden sich laut der Studie derzeit in der Realisierungsphase, konkret geplant seien bis 2023 weitere sieben Hotels mit rund 1000 Zimmern.

Am Ende bliebe so trotz vieler Neubauten aber noch ein Bedarf von 600 bis 1300 Zimmern, erklären die Experten. Den sehen sie vor allem im Zwei- und Drei-Sterne-Bereich, teilweise auch bei Hotels im Vier-Sterne-Segment. Auch Budget-Design-Hotels, Boardinghäuser und Themenhotels hätten Chancen.

Aktuell bieten die rund 50 Dortmunder Hotels knapp 4000 Zimmer. Knapp die Hälfte davon fällt in die Vier-Sterne-Kategorie, jeweils ein Viertel in den Drei-Sterne-Bereich und den 1-2-Sterne-Bereich. Drei von vier Hotels in Dortmund sind marken- oder kettengebunden. 2017 gab es in Dortmund gut 1,25 Millionen Gästeübernachtungen - gut eine halbe Million mehr als 2009. Knapp eine Million Übernachtungen entfielen dabei auf den Hotelbereich.
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