Trotz wütender Anwohnerproteste: Vonovia baut 33 neue Wohnungen an der Harkortstraße

rnInnenhofbebauung in Hombruch

Bis September 2020 baut Vonovia an der östlichen Harkortstraße 33 neue Wohnungen - in einem Innenhof. Trotz eines modernen Konzepts hagelt es Kritik aus der Nachbarschaft.

von Marc Dominic Wernicke

Hombruch

, 21.06.2019, 17:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was noch vor zwei Jahren von Anwohnern und Bezirkspolitikern kontrovers diskutiert wurde und teilweise für wütende Proteste sorgte, ging am Freitag (21. Juni) ohne viel Publikum vonstatten: Das Unternehmen Vonovia feierte die Grundsteinlegung für 33 neue Wohnungen in Hombruch. Sie entstehen mitten im Innenhof der bestehenden Nachbarschaft zwischen Harkortstraße und Aussigring. Nachverdichtung nennt sich diese Praxis, mit der Politik und Wirtschaft in den Großstädten auf begrenzten Flächen neuen Wohnraum schaffen.

Trotz wütender Anwohnerproteste: Vonovia baut 33 neue Wohnungen an der Harkortstraße

Vonovia-Regionalleiter Ralf Peterhülseweh, Architekt Georg von Estorff und Projektleiter Nazmi Korkmaz (von l.) stellten das Projekt vor. © Marc D. Wernicke

„Wir freuen uns, dass es nach Jahren intensiver Vorbereitung endlich losgeht. Mit diesem Bauvorhaben leisten wir einen aktiven Beitrag zur Wohnraumversorgung in unserer Stadt“, sagte der Vonovia-Regionalleiter Ralf Peterhülseweh bei der Grundsteinlegung am Freitag (21. Juni). Die neuen Wohnungen richten sich mit Größen von 48 bis 96 Quadratmetern an Alleinlebende, Paare, Senioren und Familien. Mit Aufzügen und bodentiefen Duschen werden sie barrierefrei gestaltet sein. „Dieses ortsnahe Mehrgenerationenhaus ist ein wertvoller Beitrag, um dieses schöne Quartier lebenswert zu halten“, betonte Peterhülseweh. Neun der 33 Wohnungen sind öffentlich gefördert und sollen zum Teil auch rollstuhlgerecht ausgebaut werden. Beheizte Fußböden, Balkone und Dachterrassen gehören ebenfalls zur Ausstattung des dreistöckigen Neubaus.

Anwohner skeptisch

Seit Bekanntwerden der Planungen vor zwei Jahren haben zahlreiche Anwohner ihre Bedenken geäußert: Der Abstand zwischen ihren und den neuen Wohnungen sei zu eng. Dadurch würde die Privatsphäre auf den Balkonen und hinter den Fenstern gestört. „Nach der neueren gesetzlichen Vorgabe muss der Abstand mindestens 14 Meter betragen und dem entspricht auch unsere Planung“, erklärte jetzt der Projektleiter Nazmi Korkmaz. Zur Sorge, dass durch die neuen Wohnungen die ohnehin schon kritische Parkplatzsituation um den Aussigring verschärft würde, sagte er: „Für die 33 Wohnungen gibt es auch 33 Parkplätze, von denen einige unter dem Gebäude überdacht sein werden.“

Andere Kritikpunkte bleiben jedoch bestehen: „Ich fühle mich immer noch so, als hätte man uns alle übergangen“, klagt Renate Thomsen, die seit 34 Jahren in der Nachbarschaft wohnt. „Unsere Lauben, die Bäume und die Wiese wurden entfernt. Man hätte auch mehr an die Kinder denken sollen.“ Auch ihre Nachbarin Heike Kreis verfolgte die Grundsteinlegung nur aus der Distanz. „Die Infoveranstaltung fand an der Mergelteichstraße statt. Die älteren Anwohner konnten gar nicht dabei sein und viele von denen, die es waren, haben wir dort hingefahren“, sagte sie mit einem Ton der Resignation angesichts der vollendeten Tatsachen.

Trotz wütender Anwohnerproteste: Vonovia baut 33 neue Wohnungen an der Harkortstraße

Für die Schaffung der Baufläche musste eine Wiese mit Bäumen und Lauben der Nachbarn entfernt werden. Somit hat das Projekt auch seine Kritiker. © Marc D. Wernicke

Die Investition für das neue Gebäude beläuft sich auf rund fünf Millionen Euro. Die Wohnungen sollen im September 2020 bezugsfertig sein und werden voraussichtlich zu einer Miete zwischen 10 und 11 Euro pro Quadratmeter an den Markt gebracht. Für die neun öffentlich geförderten Wohnungen wird der Preis bei 5,55 Euro liegen. In ganz Dortmund besitzt Vonovia aktuell mehr als 20.000 Wohnungen – davon rund 900 in Hombruch.

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