„Überall Bakterien“ – Warum ständiges Desinfizieren auch in Coronavirus-Zeiten nicht gut ist

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Krankheitserreger und Hygienemaßnahmen sind durch die Coronavirus-Epidemie verstärkt in den Fokus geraten. So gewinnt auch eine Ausstellung an der Uni ungeahnt an Aktualität.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 11.03.2020, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bakterien sind nicht dasselbe wie Viren. Aber über den Unterschied und darüber, was von beidem gefährlicher ist - darüber denkt man im Alltag selten nach. Durch das Coronavirus ist die Beschäftigung mit Krankheitserregern aktuell so sehr im Fokus wie selten. So gewinnt denn auch eine Ausstellung an der Uni ungeahnte Aktualität:

Mit der Schau „Überall Bakterien“ informiert die Fakultät für Bio- und Chemieingenieurwesen an der Technischen Universität Dortmund noch bis zum 20. März über die Mikroorganismen. Ausstellungsort ist das öffentliche Foyer der Universitätsbibliothek.

Während es sich bei Viren um Mikroorganismen handelt, die sich ohne Wirt nicht vermehren können, teilen Bakterien ihre Zellen und vermehren sich dadurch rasant und ohne fremde Hilfe. Bakterien befinden sich überall - auf Menschen gibt es jede Menge davon. Und auch in seiner Umgebung. Tatsächlich besteht der Mensch sogar aus mehr Bakterienzellen als aus „Menschenzellen“. Dabei gibt es wie bei Viren gefährliche und ungefährliche.

„Überall Bakterien“ im Foyer der Universitätsbibliothek

Ein großer und zurzeit wegen der Coronavirus-Epidemie besonders aktueller Themenschwerpunkt ist die Wichtigkeit von korrekter Desinfektion insbesondere der Hände. Denn für Bakterien wie Viren gilt: Bei korrekter Desinfektion lassen sich die Krankheitserreger auf ein Minimum reduzieren.

Ein Ausstellungsplakat klärt denn auch auf: „Wenn man seine Hände keimfrei machen will, muss man ein Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis mit einem zusätzlichen bakterientötenden Mittel verwenden. Es empfiehlt sich, etwa drei Milliliter (circa drei Tropfen) auf die Hände zu geben und 30 Sekunden lang sorgfältig einzumassieren.“

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Regelmäßiges Händewaschen und gelegentliche Desinfektion genügen

Dr. Armin Quentmeier von der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen und Organisator der Ausstellung rät aber von übermäßiger Händedesinfektion im Alltag ab: „Wir brauchen unsere natürliche Hautflora auch zur Abwehr von unerwünschten Mikroorganismen.“

Das Hauptziel der Ausstellung sei es, das Bild, das die Menschen von Bakterien in ihren Köpfen haben, zu ändern. Quentmeier: „Bakterien sind in ihrer unglaublichen Vielzahl viel wichtiger für den Menschen, als es der in Verruf geratene Name vermuten lässt.“ Es könne auf keinen Fall das Ziel sein noch sei es überhaupt möglich, alle Bakterien vom menschlichen Körper zu entfernen.“

Laut dem Wissenschaftler reichen regelmäßiges Händewaschen und gelegentliche Desinfektion durchaus aus, um sich vor wirklich schädlichen Viren und Bakterien zu schützen - und die Bakterien mit positiver Wirkung nicht zu sehr zu dezimieren.

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