TU Dortmund prüft Doktorarbeit von Staatssekretär Eumann

Plagiatsvorwurf

Die Technische Universität Dortmund überprüft nach Plagiatsvorwürfen die Doktorarbeit von NRW-Staatssekretär Marc Jan Eumann (SPD). Es geht um die Frage, wie stark die Arbeit, für die er 2011 den Doktortitel erhielt, auf seiner 20 Jahre zuvor vorgelegten Magisterarbeit beruht.

DORTMUND

von dpa

, 09.01.2013 / Lesedauer: 2 min
TU Dortmund prüft Doktorarbeit von Staatssekretär Eumann

Medienstaatssekretär Marc Jan Eumann (SPD).

Eumann bestätigte am Dienstagabend, sein Doktorvater Professor Horst Pöttker habe eine kritische Rezension zum Anlass genommen, die Kommission zur Sicherstellung guter wissenschaftlicher Praxis an der TU Dortmund zu bitten, die Doktorarbeit zu überprüfen. Darüber hatte zuvor der Recherche-Blog der WAZ Mediengruppe berichtet. CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen fordern von NRW-Medienstaatssekretär Marc Jan Eumann (SPD) Aufklärung wegen Plagiatsvorwürfen und der Fördergelder für seinen Doktorvater. Die CDU-Fraktion werde den Fall im Landtag zur Sprache bringen, kündigte ihr Vorsitzender Karl-Josef Laumann am Mittwoch in Düsseldorf an. Die FDP verlangte Details, und zwar rasch. Das Thema soll am 17. Januar auf die Tagesordnung des Kultur- und Medienausschusses. Der medienpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Thomas Sternberg, stellte in einer Pressemitteilung bereits konkrete Fragen: „Was ist Inhalt der Förderung? Nach welchen Kriterien hat die Staatskanzlei die Förderung vergeben?“ Sternbergs FDP-Kollege Thomas Nückel betonte, er wolle niemanden vorverurteilen. Eumann müsse aber den Vorwurf von Seilschaften zwischen der Landesregierung und der Medienwissenschaft entkräften.Pöttker und Eumann entkräftigen Vorwurf Pöttker hatte einige Monate nach Veröffentlichung der Doktorarbeit Fördergelder für ein Forschungsprojekt von der NRW-Staatskanzlei erhalten. Pöttker und Eumann betonen, dass kein Zusammenhang zwischen der Betreuung der Doktorarbeit und der Drittmittelförderung in Höhe von 210 000 Euro bestehe. Eumann erklärte sich nach eigener Aussage für befangen, als über die Förderung beraten wurde. An der Entscheidung sei er in keiner Weise beteiligt gewesen, sagte er. „Die rot-grüne Landesregierung muss strikt alles vermeiden, was den Eindruck von Geschmäckle und einer Dankeschön-Förderung erweckt“, forderte Sternberg. Vergaben und Förderungen müssten transparent und nach objektiven Kriterien entschieden werden. „Die Staatskanzlei wird viel zu erklären haben“, sagte Sternberg. Nückel verlangte ebenfalls umfassende Aufklärung: „Staatssekretär Eumann muss darlegen, wann und wie die Gespräche hinsichtlich der Vergabe geführt wurden. Und er muss offenlegen, welche sachlichen Auswahlkriterien für die Vergabe zugrundegelegen haben.“ 

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