Tuba und Tusch: Matthias Dornhege im Interview

Geierabend-Mitbegründer

Der Matthias Dornhege ist seit 25 Jahren ein fester Bestandteil beim Szene-Karneval "Geierabend". Wie innig das Verhältnis zu seiner Tuba ist, wie überhaupt die Idee für den Ruhrpottkarneval aufkam und wer in diesem Jahr die heißesten Anwärter auf den Karnevalsorden sind - all das hat er uns im Interview verraten.

CASTROP-RAUXEL/DORTMUND

, 30.01.2017, 13:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Tuba und Tusch: Matthias Dornhege im Interview

Seit 25 Jahren ist Matthias Dornhege eine feste Konstante beim Geierabend.

Für Matthias Dornhege sind der Januar und Februar die heißesten Monate – und das seit inzwischen 25 Jahren. Dornhege steht beim Geierabend auf der Bühne. Tobias Weckenbrock, der am Freitagabend sein Geierabend-Debüt als Zuschauer hatte, hat mit dem Urgestein gesprochen.

Seit 1992 gibt es mittlerweile den Ruhrpottkarneval. Die Idee zu der Reihe entstand laut Gründungsmitglied Dornhege aus einer ganz materiellen Problematik heraus: "Im Januar und Februar ist es schwierig für Kleinkünstler, Jobs zu bekommen." Mittlerweile ist daraus eine erfolgreiche Reihe geworden, die mittlerweile mit zig Shows pro Jahr die Zeche Zollern an der Stadtgrenze zwischen Castrop-Rauxel und Dortmund füllt.

Mischung aus Gesellschaftskritik und Spaß

Zum Erfolg führte wohl auch die Mischung aus Gesellschaftskritik und Spaß, glaubt Dornhege: "Man muss den Herrschenden, aber auch denen, die meinen, blöd rumplunzen zu müssen, auf die Füße treten! Dafür haben wir ja seit 2001 den Pannekopp. Zum Karneval gehört die Verleihung von Orden." Die zweifelhafte Ehrung, bestehend aus 28,5 Kilo Stahlschrott, wird in jedem Jahr an Menschen vergeben, die im vergangenen Jahr etwas "Großes" für das Ruhrgebiet geleistet haben. 

Seit all den Jahren immer mit dabei: Dornheges Tuba. Dass viele Menschen denken, das sei ein langweiliges Instrument, kann der Musiker nicht nachvollziehen: "Sie ist eines der am meisten unterschätzten Musikinstrumente. Zeigen Sie mir ein Instrument abgesehen vom Flügel, das mal locker fünf Oktaven bedienen kann. Man kann auch schneller drauf spielen. Und man kann den Leuten den Marsch blasen, das braucht auch Kraft und Können."

Hier finden Sie das komplette Interview zum Nachhören:   

Dieses Zitat ist das Markenzeichen des Ruhrpottkarnevals:

Dieser Spruch kommt jedes Jahr in einem der Programmteile vor:

„Das heißt auffe Zecke, aum Pütt, vonne Schule, nache Arbeit, ausse Siedlung, umme Ecke, auffe Schicht, nach Untertage, im Streb, inne Dunkelheit, am Malochen, vor Kohle, mitte Kumpels, anne Schüppe, zum Ende, vorre Rente, aus, zu, vorbei, bisse im Arsch. Is datt denn so schwer?“ 

So können Sie noch Karten für den Geierabend bekommen:

Im Interview verriet uns Dornhege: "Mitte der Nuller-Jahre haben wir uns den Ruf erarbeitet, dass wir immer ausverkauft seien. Es gibt den Effekt, dass viele denken: „Ach, Geierabend, würde ich gerne ma hin. Aber brauchste ja eh nich, gibt ja keine Karten.“ Man muss dazu aber wissen: Die Session ist kurz, wenn Ostern früh liegt und damit auch Rosenmontag. Darum variiert die Zahl der Vorstellungen stark. Dieses Jahr ist Rosenmontag spät, wir spielen bis zum 28. Februar, machen also dieses Jahr 40 Vorstellungen."

  • Noch bis Ende Februar gibt es Termine für den Ruhrpott-Karneval. Viele Veranstaltungen sind schon ausverkauft - aber an einigen Abenden sind noch Tickets verfügbar. Die bisher nicht ausverkauften Termine sind:
    • Mittwoch, 1. Februar, 19.30 Uhr
    • Donnerstag, 2. Februar, 19.30 Uhr (derzeit noch Restkarten verfügbar)
    • Mittwoch, 8. Februar, 19.30 Uhr
    • Donnerstag, 9. Februar, 19.30 Uhr (WDR-Aufzeichnung)
    • Mittwoch, 15. Februar, 19.30 Uhr
    • Donnerstag, 16. Februar, 19.30 Uhr
    • Mittwoch, 22. Februar, 19.30 Uhr
    • Donnerstag, 23. Februar, 19.30 Uhr
    • Montag, 27. Februar, 19.30 Uhr
    • Dienstag, 28. Februar, 19.30 Uhr
    • OPEN AIR: Freitag, 30. Juni, 19 Uhr
    • OPEN AIR: Samstag, 1. Juli, 19 Uhr
    • OPEN AIR: Sonntag, 2. Juli, 19 Uhr
  • Die Karten kosten 36 Euro (ermäßigt 20,90 Euro).
  • Tickets für die verbleibenden Termine gibt es zum Beispiel im Onlineshop, im Theater Fletch Bizzel, oder bei uns im Vorverkauf an der Silberstraße 21 in Dortmund oder unter Tel. 0231 / 90 595 959

Das ist der Trailer für die aktuelle Geierabend-Ausgabe:

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