Tunnel-Durchstich unter ICE-Linie: SPD Brackel ändert ihre Meinung

rnRadfahrer-Tunnel

Die Bezirksvertretung Scharnhorst erhält nachbarschaftliche Unterstützung bei ihren Plänen, einen Fußgänger- und Radfahrer-Tunnel zwischen Brackel und Scharnhorst anzulegen.

Brackel

, 16.01.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bezirksvertretung Scharnhorst fordert einen Fußgänger- und Radfahrer-Tunnel unter der ICE-Linie Dortmund/Hamm. Gemeint ist die Verlängerung der Straße Buschwiese auf Brackeler Gebiet und Am Wirksfeld in Scharnhorst/Kurl.

Dem stimmt nun auch die SPD im Stadtbezirk Brackel zu. Daniela Worth, die sich um ein Ratsmandat bewirbt, sagt: „Jede Vernetzung von Radwegen hat positive Auswirkungen auf die Nutzung des Fahrrades als Verkehrsmittel. Hier wird zwar eher die Freizeitnutzung unterstützt, aber auch das kann die Aufwertung des Fahrrades im Alltag verstärken.“

So könnte der Tunneldurchstich unter der ICE-Linie zwischen Brackel und Scharnhorst aussehen

So könnte der Tunneldurchstich unter der ICE-Linie zwischen Brackel und Scharnhorst aussehen. © Stadt Dortmund

Ein Tunnel würde die Naturräume Alte Körne und Buschei verbinden, so Worth weiter, aber auch beide Stadtbezirke näher zusammenrücken lassen. Bis heute stelle die Bahnlinie eine unüberwindliche Barriere dar. Die Öffnung würde beiden Bezirken Vorteile verschaffen und letztlich dem Radverkehr Auftrieb geben. Die SPD im Stadtbezirk Brackel habe bei ihren Überlegungen zur Verkehrswende zwar vorrangig diejenigen Radwegeverbindungen im Auge, die dem Alltagsverkehr dienen und Autofahrten ersetzen können, sei aber grundsätzlich der Meinung, dass jede Verbesserung im Radwegenetz hilfreich sei.

Jetzt lesen

Worth: „Natürlich muss man versuchen, die hohe Qualität des Gebietes zu schützen. Die Benjeshecken etwa flankieren schon heute den Weg und erinnern daran, dass die Panzerstraße nicht verlassen werden sollte. Auf der anderen Seite müssen Menschen Natur auch erleben können. Nur so wissen sie um den Wert dieser weitgehend unberührten Fläche.“ Informationstafeln und Begehungen mit fachkundiger Leitung etwa können sich die Brackeler Sozialdemokraten in Zusammenarbeit mit dem Stadtbezirk Scharnhorst gut vorstellen.

Der Bezirksvertretung Brackel liegt daher für die Sitzung am 30. Januar ein Antrag der SPD vor, der den Scharnhorster Nachbarn im Norden die Unterstützung für das Projekt Bahntunnel zusichert.

Daniela Worth (SPD) unterstützt die Scharnhorster Bezirksvertretung bei deren Wunsch, einen Tunnel für Fußgänger und Radfahrer zwischen Brackel und Scharnhorst anzulegen

Daniela Worth (SPD) unterstützt die Scharnhorster Bezirksvertretung bei deren Wunsch, einen Tunnel für Fußgänger und Radfahrer zwischen Brackel und Scharnhorst anzulegen. © Karl-Heinz Czierpka

Damit ändert die SPD in Brackel ihre Meinung: 2011 hatte das Gremium die Scharnhorster Nachbarn gebeten, von diesem Projekt Abstand zu nehmen, da sich die Brackeler Sorgen um die Qualität des Naturschutzgebietes machten. Zuviel zusätzlicher Fuß- und Radverkehr könnte dem bis dahin weitgehend unberührten Gelände schaden, so die Begründung für die Ablehnung damals.

Bereich war lange gesperrt

Jahrzehnte sei der Bereich durch seine militärische Nutzung für die Öffentlichkeit gesperrt gewesen, entsprechend interessant habe sich das Gebiet entwickelt, beispielhaft im Bereich der alten Langwaffenschießstände. Ein Stück Natur aus zweiter Hand in Dortmund, das es unbedingt zu erhalten gelte. Dennoch war das Abstimmungsergebnis in der Bezirksvertretung Brackel gegen den Durchstich damals knapp: 10 zu 9.

Lesen Sie jetzt