Kindergartenkinder können von ihren Eltern zuhause auf Corona getestet werden. Dafür geben die Kitas in Werne wöchentlich Schnelltests an die Eltern weiter. © picture alliance/dpa
Vierte Corona-Welle

Über 100 Corona-Fälle in Kitas und Kindertagespflege in Dortmund

Die Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen in Dortmund liegt weiter über dem allgemeinen Wert. Ein Faktor: Corona-Fälle in Betreuungseinrichtungen. Über 100 Fälle gab es seit dem Start des Kita-Jahres.

Die vierte Welle ist eine der jungen Dortmunder – das belegen die nach Altersgruppen aufgeschlüsselten Infektionszahlen, auch das Gesundheitsamt wies darauf in den vergangenen Wochen immer wieder hin. Zwischenzeitlich lag die Inzidenz bei den 5- bis 14-Jährigen bei über 500, mittlerweile ist die zurückgegangen, liegt aber noch immer über dem allgemeinen Inzidenz-Wert.

Um einzuschätzen, welche Rolle dabei die Ansteckungsgefahr in den Kindertagesstätten und der Kindertagespflege spielt, haben wir bei der Stadt Dortmund angefragt, wie viele Corona-Fälle es dort seit dem Start des Kita-Jahres am 1. August gab.

105 Fälle bei Kindern, Erzieherin, Eltern

„Mit Stand vom 14. September gab es seit dem 1. August 105 positive Corona-Fälle in Kitas/Kindertagespflege-Stellen“, teilt Anke Widow, Pressesprecherin der Stadt Dortmund mit. Neben den Kindern umfasst die Zahl auch Fälle bei Mitarbeitern sowie Eltern, die ihr Kind zur Eingewöhnung in die Kita begleitet haben.

Wie viele Quarantänen die Fälle innerhalb des Zeitraums von gut sechs Wochen nach sich gezogen haben, ließ Widow offen: Die Auswirkungen seien sehr unterschiedlich gewesen – von der Quarantäne der positiv-getesteten Person „bis hin zur Schließung kompletter Gruppen oder Einrichtungen“.

Testverfahren in Kitas abgeändert

Zu beachten ist, dass sich das Test-Verfahren, mit denen Kinder in den Kindertageseinrichtung getestet werden, zuletzt geändert hat: Nachdem ein Modellversuch mit PCR-Pool-Tests in 26 Kitas im ganzen Dortmunder Stadtgebiet ausgelaufen war, werden PCR-Pool-Tests nun schwerpunktmäßig in Einrichtungen durchgeführt, die in Hochinzidenz-Bezirken liegen.

In der vergangenen Woche (ab 13.9.) waren das 27 Kitas. Davon befinden sich 16 Einrichtungen im Stadtbezirk Innenstadt-Nord (1.711 Kinder), vier in Scharnhorst (314 Kinder) und sieben in Eving (603 Kinder), teilt die Stadt mit.

Lolli-Schnelltests für die Anwendung zuhause

Für die restlichen Einrichtungen werden den Eltern Lolli-Schnelltests zur Verfügung gestellt. „Die Eltern sind aufgefordert, die Kinder zweimal pro Woche vor dem Besuch der Kindertagesbetreuung mit den Lolli-Selbsttests zu testen“, so Widow.

Auch für das Personal gibt es Vorgaben: „Die nicht immunisierten Beschäftigten der Einrichtungen beziehungsweise alle nicht immunisierten Kindertagespflege-Personen müssen laut aktueller Coronabetreuungs-Verordnung zweimal wöchentlich an einer beaufsichtigten Beschäftigten-Testung oder an einem Bürgertest teilnehmen. Selbstständige Kindertagespflege-Personen müssen sich zweimal pro Woche im Rahmen einer Bürgertestung testen lassen.“

Zur Einordnung

Wie viele Kita-Kinder leben in Dortmund?

Laut Statistikamt der Stadt Dortmund lebten 2020 rund 35.000 Kinder unter sechs Jahren in Dortmund. Die städtische Internetseite führt knapp 290 Tageseinrichtungen für Kinder auf.

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1983 im Münsterland geboren, seit 2010 im Ruhrpott zuhause und für die Ruhr Nachrichten unterwegs. Ich liebe es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und vor allem: zuzuhören.
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Jessica Will