„Über den Wolken“ und „Mein Freund, der Baum“: Gute Laune beim Ohrwurmsingen in Brechten

rnOffenes Singen

Vor zwei Jahren erklangen die ersten Töne. Seitdem wird es beim „Ohrwurmsingen“ in der Evangelischen Kirchengemeinde Brechten immer lauter. Hier wird alles gesungen, was Spaß macht.

von Alexandra Wachelau

Brechten

, 15.04.2019, 15:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Brechten ist es an diesem Sonntag voll. Fast alle angebotenen Plätze sind belegt, die Stimmung unter den Besuchern wirkt aufgeregt. Nachdem auch die letzten Nachzügler einen Platz gefunden haben und Moderator Reinhard Schnarr sich erhoben hat, wird es allerdings still: Das Ohrwurmsingen beginnt.

„Ich war zwölf Jahre als Musiklehrer in Hamburg. Da bin ich teilweise einfach mit der Gitarre in die Kneipe gegangen – alle Leute haben begeistert mitgesungen“, sagt Andreas Benkhofer. Aus dieser Erfahrung hat sich nun in Brechten ein regelmäßiges Treffen entwickelt. Die Gitarre hat er auch an diesem Abend dabei, aber auch sein Lieblingsinstrument, das Banjo, darf nicht fehlen. Zusammen mit Reinhard Schnarr, der unter anderem Leiter des Blechbläser-Quintetts ist, hat er das Ohrwurmsingen auf die Beine gestellt.

In dem Angebot wird dabei alles gesungen, was gut ankommt. Während Andreas Benkhofer seine Saiteninstrumente spielt, begleitet Schnarr auf dem Klavier. Ganz hinten ist eine Präsentation aufgebaut, auf der die Besucher die Texte ablesen können. Außerdem ist zum ersten Mal Sängerin Kerstin Kappenberg dabei. „Das ist unsere neue Frontfrau“, sagt Reinhard Schnarr begrüßend und lacht.

Ausgelassene Stimmung

Das erste Lied heißt „Miteinander“. Hier lässt Reinhard Schnarr die Gäste allerdings dreimal die erste Strophe singen, bis es ihm laut genug ist. Nach diesen Anlaufschwierigkeiten ist er allerdings zufrieden. Kerstin Kappenberg hört am Ende des Liedes sogar schon auf zu singen, doch die Besucher machen begeistert weiter. Bei „Über den Wolken“ ist es auch nicht schlimm, als sich die Technik verweigert – die Gäste brauchen keinen Text.

Mit der Zeit wird das Singen ausgelassener. Beim „Drunken Sailor“ wird mitgeklatscht, bei „Mein Freund der Baum“ geht bei der Ankündigung ein Raunen durch den Saal. Andreas Benkhofer löst beim „Fährmann“ Kerstin Kappenberg im Gesang ab, als „unser Nordlicht“, wie Schnarr spaßeshalber auf Benkhofers Aufenthalt in Hamburg anspielt. Kurz vor der Pause werden noch zwei Schlager gespielt, die beim Publikum besonders gut ankommen: „Die kleine Kneipe“ und „Marina“.

„Es werden definitiv immer mehr Leute“, freut sich Reinhard Schnarr über den Zuspruch des Publikums. „Momentan sind allerdings vor allem ältere Lieder dabei.“ Anfangs hatten Schnarr und Benkhofer es mit Gospel und amerikanischer Folklore versucht. „Das ist natürlich schade, aber unser Publikum kann nicht so gut englisch“, sagt Andreas Benkhofer. Dafür ist es allerdings bei den anderen Liedern voll dabei.

Das nächste Treffen des Brechtener Ohrwurmsingens ist am 12. Mai im Evangelischen Gemeindehaus, Widumer Straße 33.

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