Überschwemmungs-Opfer wollen Stadt verklagen

Unwetter am 12. Juli

Das Gewitter vom 12. Juli mit seinen Überschwemmungen im Dortmunder Westen könnte für die Stadt ein juristisches Nachspiel haben. Anwohner der Friedrich-Schröder-Straße im Stadtteil Kley erwägen, die Stadt auf Schadenersatz zu verklagen. Die Bürger geben ihr die Schuld an der Überschwemmung - und glauben, es beweisen zu können.

KLEY

, 16.08.2014, 03:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Petra Stawa im Kellereingang, der durch das Unwetter überflutet wurde. An den Wänden kann man noch sehen, wie hoch das Wasser stand.

Petra Stawa im Kellereingang, der durch das Unwetter überflutet wurde. An den Wänden kann man noch sehen, wie hoch das Wasser stand.

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Schuld an diesen üblen Unwetter-Folgen ist in den Augen der Anwohner nicht das starke Gewitter, sondern die Stadtverwaltung. Der Vorwurf: Fehlplanungen und Versäumnisse.

Noch in der Nacht des Unwetters folgten einige Anwohner dem Wasserschwall, wollten wissen, woher das Wasser kommt. So erarbeiteten sich die Hausbesitzer eine Beweiskette, die für sie nur einen Schluss zulässt: Die Stadt trägt Schuld an den Überschwemmungen. Eigentlich sollte das Wasser aus dem immer feuchten Dorney-Wald in drei zusammenhängende Regenrückhaltebecken fließen, die 2008 beim Bau der Grundschule am Dorney errichtet wurden. Doch: „Das Regenbecken war trocken“, so Peter Wendel.

Auf die Frage, warum das Wasser seinen Weg nicht wie gewünscht genommen hat, glauben die Anwohner eine Antwort gefunden zu haben: An mehreren Stellen scheint das Wasser auf Hindernisse gestoßen zu sein, die die Fließrichtung fatal ablenkten: Asthaufen in einem Graben, der das Wasser durch den Wald leiten soll, ein verstopfter Abfluss in einem Tümpel am Waldrand, eine zugewucherte Abflussrinne, ein versandeter Gully, ein tief in den Boden gestoßener Bordstein, über den das Wasser hinwegfließen konnte.

Nur zu Teilen dieser Mängelliste nimmt die Stadt auf Anfrage dieser Redaktion Stellung. Zum Beispiel zum verstopften Abflussrohr am Tümpel: „Wer für die Reinigung des Abflussrohres zuständig ist, muss noch abschließend geklärt werden“, antwortet Stadtsprecher Frank Bußmann. Bei dem niedrigen Bordstein prüfe das Tiefbauamt, „ob durch bauliche Änderungen der Randeinfassung am Weg entlang des Schulgeländes das Wasser gezielter den Sinkkästen im Weg zugeleitet werden kann. Ein Baumangel ist nicht erkennbar.“ Nur für den versandeten Gully übernimmt die Stadt Verantwortung: „Die Sinkkästen in diesem Weg wurden inzwischen gereinigt und seitens der städtischen Immobilienwirtschaft werden nach Absprache mit der Schulhausmeisterei die Reinigungsintervalle erhöht. “

Nun wollen die Betroffenen einen Anwalt einschalten, um ein Gericht klären zu lassen, ob das fehlgeleitete Wasser auf Fehler von Mitarbeitern der Stadt Dortmund zurückzuführen ist. Und sie hoffen darauf, dass sich weitere Starkregenopfer aus Kley melden.

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