Ullrich Sierau nennt Gründe für gesunkene Arbeitslosenquote – und das nächste Ziel

Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote in Dortmund ist im September erstmals seit 1981 unter zehn Prozent gefallen. Oberbürgermeister Ullrich Sierau lobt gute Zusammenarbeit, und gibt ein neues Ziel aus.

Dortmund

, 02.11.2018, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Erfolg hat viele Väter und Mütter – jedenfalls gilt das für die weiter sinkende Arbeitslosenquote in Dortmund. Sie sank im September auf 9,8 Prozent und liegt damit erstmals seit 1981 wieder unter zehn Prozent. Auch die Langzeitarbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vorjahr um 9,5 Prozent zurückgegangen sowie die Jugendarbeitslosigkeit um 1,2 Prozent. Nicht weniger als zehn Arbeitsmarkt-Akteure kommentierten die Zahlen am Freitag in einer Pressekonferenz.

Wie die übrigen Anwesenden führte Oberbürgermeister Ullrich Sierau den Erfolg auf die „super-super-gute Zusammenarbeit“ von Stadt, Arbeitsverwaltung, Wirtschaft und Gewerkschaften zurück. Zukunftsweisende Schritte zur Bewältigung des Strukturwandels seien der Aufbau des Technologieparks sowie die Entwicklung der Westfalenhütte und des Phoenix-Geländes gewesen. Würde 2019 eine Arbeitslosenquote von 9,5 Prozent erreicht, habe man sie innerhalb von 13 Jahren mehr als halbiert.

Acht Prozent nächstes Ziel

Nächstes Ziel sei, so Sierau mit Blick auf die stabile Konjunktur und die eigene dynamische Standortentwicklung, unter den Schnitt der Ruhrgebietsquote von acht Prozent zu kommen: „Ich sag Ihnen eins, wir werden das auch schaffen.“ Bis wann, ließ Sierau zwar offen, aber die Chancen für 2019 stehen gut. Laut Martina Würker, Chefin der Arbeitsagentur vor Ort, prognostizieren Arbeitsmarktforscher für Dortmund übers Jahr gesehen einen Rückgang der Arbeitslosenquote um weitere 2,8 Prozent und einen Zuwachs der aktuell über 240.000 sozialversicherungspflichtigen Jobs um 1,9 Prozent.

Gespaltener Arbeitsmarkt

Dortmund sei heute mit seinen Branchen breit aufgestellt, unterstrich IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber, die Zahl der Unternehmen sei von 1973 bis heute um das Doppelte auf 30.000 gestiegen. In Zeiten von Mini- und Zweit-Jobs, Leiharbeit und befristeten Arbeitsverträgen sei es nötig, die Spaltung des Arbeitsmarktes zu überwinden, forderte die Dortmunder DGB-Chefin Jutta Reiter. Wie Sierau erinnerte sie daran, dass immer noch 30.000 Menschen in Dortmund ohne Arbeit sind. Davon fast 11.500 seit mehr als einem Jahr.

Für sie werde man die 2010 ins Leben gerufene kommunale Arbeitsmarktstrategie den neuen, vom Bund angekündigten Förderinstrumenten anpassen, sagte Wirtschaftsförderungs-Chef Thomas Westphal. Das Jobcenter, so Geschäftsführer Frank Neukirchen-Füsers, hat 70 Millionen Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung – 20 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

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