Umgeworfene Lime-E-Scooter werden zum Sicherheitsrisiko in Nordstadt-Siedlung

rnDogewo-Hochhaus

Ein Hausmeister in der Nordstadt hat seit Wochen mit herumliegenden Leih-E-Scooter in seiner Wohnanlage zu kämpfen. Er sieht die Roller als Sicherheitsrisiko. Und er ist damit nicht allein.

Dortmund

, 18.10.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 18 Jahren sieht Mario Sopar nach dem Rechten rund um das Dogewo-Hochhaus an der Heiligegartenstraße, den intakten Zwillingsbruder des Horror-Hochhauses. Der Hausmeister kümmert sich um die rund 300 Wohnungen im Block zwischen der Krim- und der Bornstraße. „Es ist ein Fleck im Norden, der noch funktioniert“, sagt Sopar.

Seit ein paar Wochen ist Sopars heile Nordstadt-Welt jedoch etwas in Unordnung geraten. Schuld daran ist eines der aktuell gehyptesten Unternehmen der globalen Verkehrsbranche: der E-Roller-Verleiher Lime aus Kalifornien. Seit Anfang September sind die weiß-grünen E-Scooter von Lime auch auf den Straßen Dortmunds unterwegs.

Einmal stürzte Sopar beinahe über einen E-Scooter

Zum Problem für Hausmeister Sopar werden die Roller erst, wenn sie nicht genutzt werden. Denn anstatt dass sie ordnungsgemäß abgestellt am Rand von Bürgersteigen stehen, liegen sie nun häufig in Sopars Wohnsiedlung herum, achtlos umgeworfen. Jeden Tag muss er durchschnittlich fünf solcher E-Scooter-Barrieren beseitigen, von den Wegen, aber auch aus dem Sandkasten. „Einmal bin ich abends in der Dunkelheit fast über einen gestürzt, als ich mit dem Fahrrad unterwegs war“, erzählt der 55-Jährige. „Die sind ein Sicherheitsrisiko!“

Umgeworfene Lime-E-Scooter werden zum Sicherheitsrisiko in Nordstadt-Siedlung

Dogewo-Hausmeister Mario Sopar ist genervt von herumliegenden E-Scootern in seiner Wohnsiedlung an der Heiligegartenstraße. © Thomas Thiel

Auf der anderen Seite der Heiligegartenstraße hat Sopar einen Leidensgenossen: Klaus Höveler, der Hausmeister des Komplexes rund um das Horror-Hochhaus, ist auch Lime-leidgeprüft. „Die fliegen hier ständig auf’m Gehweg rum, ich hab‘ die Faxen dicke“, sagt Höveler. „Ständig werden die umgeworfen!“

Anfang der Woche hatte Sopar schließlich genug: Er wandte sich entnervt an seine Chefs und meldete das E-Scooter-Problem an die Dogewo. Dort weiß man noch nicht so recht, was man damit anfangen soll: „Das Problem ist noch neu für uns“, gibt Dogewo-Sprecherin Regine Stoerring zu. „Bisher ist das der einzige Dogewo-Standort, wo das passiert.“

Lime ist ein Sonderfall in der Nordstadt

Warum das so ist, darüber können Stoerring und Sopar nur spekulieren. Vielleicht habe es mit der Lage der Wohnsiedlung in der Nähe der U-Bahnstation Brügmannplatz zu tun. Auch ob die E-Scooter direkt nach dem Ende der Fahrt von den Lime-Nutzern achtlos liegengelassen oder erst danach von Passanten umgeworfen werden, hat Sopar noch nicht beobachtet.

Dass es bisher ausschließlich um Lime-E-Scooter geht, könnte mit einer Besonderheit zu tun haben: Als einziger der bisher drei in Dortmund tätigen Verleiher gehört bei Lime auch der größte Teil der Nordstadt zum Geschäftsgebiet, in dem die Roller entsperrt und nach dem Ende der Fahrt wieder abgestellt werden können.

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Die Dogewo kündigt an, das neue Phänomen noch etwas zu beobachten. Wird es nicht besser, will die Wohnungsgesellschaft auf Lime zugehen. Die Idee: den kompletten Block in eine digitale Parkverbotszone umwandeln zu lassen, wie es auch schon bei Parks und Plätzen der Fall ist. Dann könnten die E-Scooter-Fahrten dort nicht mehr beendet werden.

Lime: Parkverbotszone ist nur das „letzte Mittel“

Technisch wäre das kein Problem – Lime reagiert auf diese Idee jedoch zurückhaltend: „Es besteht natürlich die Möglichkeit, das betroffene Gebiet als Parkverbotszone zu deklarieren, allerdings sehen wir das als letztes Mittel an“, schreibt Lime auf Anfrage unserer Redaktion.

Dass einige Nutzer die E-Scooter falsch abstellen oder andere Menschen diesen zu einem späteren Zeitpunkt umstoßen oder umstellen, habe man registriert: „Unsere Lime Crew geht dagegen vor und sammelt diese Scooter wieder ein bzw. parkt sie um“, so Lime. In der Nordstadt gebe es keinen stärkeren Vandalismus als in anderen Stadtteilen.

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