Umweltspur in Dortmund kommt: Großflächenplakate an der Brackeler Straße

rnVerkehrsbehinderungen drohen

Große Plakate kündigen sie an: Die Umweltspur, die an der Brackeler Straße in Dortmund entsteht. Schon während der Bauarbeiten kann es zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Nordstadt

, 08.03.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht einmal ein ganzer Monat trennt die Autofahrer an der Brackeler Straße von der Umweltspur. „Der getroffene Vergleich zur Vermeidung von Dieselfahrverboten zwischen dem Verein Deutsche Umwelthilfe, dem Land NRW und der Stadt Dortmund zeigt Wirkung“, teilt Stadtsprecher Christian Schön mit.

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Sofern das Wetter mitspielt, gehe die „als kurzfristig angesetzte Maßnahme“ noch im März an den Start. „Dazu kündigen ab Anfang März großflächige Plakate am Borsigplatz, an der Brackeler Straße und Im Spähenfelde“ die Maßnahme an, mit der die Grenzwerte für den Luftschadstoff NO2 eingehalten werden sollen“, so der Pressesprecher.

Autofahrer sollen Brackeler Straße meiden

Nach Aussagen von Michael Leischner, Abteilungsleiter für Klima, Luft und Lärm im Umweltamt der Stadt, sollten die Autofahrer die Brackeler Straße meiden, um größere Staus zu verhindern: „Am liebsten wäre uns, wenn die Autofahrer entweder die Brackeler Straße weiträumig umfahren oder ganz auf das Auto verzichten und stattdessen mit umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn oder Fahrrad in die Innenstadt kommen würden.“

Die Bauarbeiten für die Umweltspur in Richtung Borsigplatz beginnen in der zweiten Märzwoche.

© Martina Niehaus

Auf der Umweltspur haben Elektrofahrzeuge, Linienbusse und Radfahrer freie Fahrt. Alle anderen teilen sich die zweite Fahrspur. „Die Stadt will die Stickoxidwerte reduzieren. Das wird erreicht, wenn weniger Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren auf der Brackeler Straße unterwegs sind“, sagt Ludger Wilde, der Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen. „Wer mit Elektrofahrzeugen, dem Rad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, soll den Vorteil der Umweltspur spüren.“

Eine Abbiegespur wird aufgegeben

Bisher hatten Autofahrer stadteinwärts auf Im Spähenfelde separat abbiegen können. Abbiegen und Geradeausfahren läuft künftig über nur noch eine gemeinsame Spur.

Der Verkehr in Gegenrichtung (stadtauswärts) vom Borsigplatz bis Im Spähenfelde wird auf diesem Abschnitt bis etwa 70 Meter vor dem Knotenpunkt auf eine Fahrspur reduziert.

Anlieger der Lünener Straße und von Im Spähenfelde, teilt die Stadt mit, dürfen jeweils kurz vor ihrer Einmündung die Umweltspur mitbenutzen, um abbiegen zu können. Kurz vor dem Abbiegen sei ihnen ein Einfädeln auf die Umweltspur gestattet.

An der Brackeler Straße werden sieben neue Hinweisschilder für den Verkehr aufgestellt.

An der Brackeler Straße werden sieben neue Hinweisschilder für den Verkehr aufgestellt. © Stadt Dortmund

Die ersten Vorarbeiten sollen in der Woche ab 9. März starten. Zunächst werden Hinweisschilder aufgestellt, die anfangs noch mit aufgeklebten Kreuzen versehen sind - sie bekommen ihre Gültigkeit erst, wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen sind.

Für die neuen Fahrbahnmarkierungen müssen zunächst die alten entfernt werden. „Dieser Demarkierungsvorgang wird einen Arbeitstag in Anspruch nehmen“, informiert die Stadt. Die neue Farbschicht könne im Anschluss nur bei trockenem Wetter aufgetragen werden. Dafür sind insgesamt vier bis fünf Tage vorgesehen. Der Verkehr wird einspurig geführt.

Reduzierte Geschwindigkeit soll Unfälle vermeiden

Damit es nach der Neuregelung auf der Hauptverkehrsspur Richtung Borsigplatz nicht zu Auffahrunfällen in Stausituationen während der Hauptverkehrszeiten kommt, wird die Geschwindigkeit schon frühzeitig reduziert.

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Die Reduzierung auf Tempo 90 findet in Höhe des Knoten Brackeler Straße / B236 statt. Am Ende des Beschleunigungsstreifens (Abfahrt B236 Richtung Borsigplatz) wird direkt Tempo 70 angezeigt. Kurz vor dem Amazon-Logistikzentrum an der Kaltbandstraße wird Tempo 50 gelten – später dann Tempo 30.

Sobald genau feststeht, ab wann die Umweltspur gilt, werden die Bürger informiert. Die Bezirksvertretung hatte sich auch mit dem Thema beschäftigt. Die Sorge der Politiker ist, dass Autofahrer die Umweltspur in Zukunft „umgehen“, indem sie eine Abkürzung durch die Wohngebiete nehmen.

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