Unbekannter schenkt armem Dortmunder Rentner 500 Euro – seine Reaktion im Video

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Die Geschichte von Lothar Mertens hat einen RN-Leser offenbar so bewegt, dass er dem 66-Jährigen eine beträchtliche Summe zukommen ließ. Sehen Sie seine Reaktion im Video.

Asseln

, 11.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lothar Mertens war in den vergangenen Jahren geradezu vom Pech verfolgt. Seine Frau erlitt einen Schlaganfall und ist seither bettlägerig, er selbst erkrankte an Krebs. Doch nun erschien ein Silberstreif am Horizont: Nachdem die Ruhr Nachrichten über Mertens’ Schicksal berichtet hatten, schenkte ein anonymer Leser dem 66-Jährigen sage und schreibe 500 Euro.

Düstere Zukunft vor Augen

Unter anderem, weil er aufgrund der schweren Erkrankung seiner Frau etwas früher als geplant in den Ruhestand gegangen sei, komme er mit seiner monatlichen Rente von 962 Euro nicht über die Runden, hatte Mertens im Januar erzählt. Zumal er damals 159 Euro monatlich für das Pflegeheim seiner Frau zuzahlen musste, blickte der Rentner in eine düstere Zukunft: „Ich sehe mich schon als Flaschensammler durch die Parks ziehen.“

Einen RN-Leser bewegte das Schicksal des Asselners offenbar so sehr, dass er (oder sie) kurzerhand zu einem Briefumschlag griff, zehn 50-Euro-Scheine hineinsteckte und den Umschlag bei den Ruhr Nachrichten einwarf - zusammen mit einem kurzen Schreiben: „Bitte lassen Sie den anliegenden Betrag Herrn Mertens zukommen.“

Als er die 500 Euro nun in Händen hielt, war Lothar Mertens sichtlich gerührt: „So etwas ist mir noch nie passiert. Das Geld hilft mir wirklich weiter, denn ich habe für diesen Monat nur noch 130 Euro. Ich möchte mich bei der Spenderin oder dem Spender ganz herzlich bedanken - und vielleicht kann ich es ja irgendwann wieder gutmachen.“

Lothar Mertens zeigt die Liste der Kosten, die monatlich auf ihn zukommen.

Lothar Mertens zeigt die Liste der Kosten, die monatlich auf ihn zukommen. © Michael Schuh

Bis das Geld übergeben werden konnte, zogen ein paar Wochen ins Land, denn das Schicksal hatte ein weiteres Mal zugeschlagen: Im Januar brach sich Mertens bei einem Verkehrsunfall das Kniegelenk, musste operiert werden und lag vier Wochen lang im Krankenhaus.

Zurzeit sitzt der Rentner deshalb im Rollstuhl und kann kaum vor die Tür, da er im ersten Stock wohnt und die Treppen ein echtes Hindernis darstellen. „Seit ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, konnte ich meine Frau erst einmal im Pflegeheim besuchen“, sagt er, „da haben mich meine beiden Söhne die Treppe hinuntergetragen.“

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Gerade ohne seinen ältesten Sohn, der im selben Haus wohne und sich um grundlegende Dinge wie den Einkauf oder das Kochen kümmere, ginge momentan gar nichts: „Ich wäre völlig aufgeschmissen.“

Pflegeheim-Anteil erneut erhöht

Und zu all den Problemen hätten sich unlängst weitere gesellt, fährt Mertens fort. Denn zum einen sei ihm schriftlich mitgeteilt worden, dass er nun 259 Euro Pflegeheim-Anteil zahlen müsse, zum anderen bringe die wegen des operierten Knies verschriebene Bewegungstherapie Schwierigkeiten mit sich: „Ich habe schon in drei Praxen angerufen, aber die machen keine Hausbesuche. Und ich kann ja nicht vor die Tür.“

Die Erhöhung seines Anteils für die Pflege seiner Frau will der 66-Jährige übrigens nicht ohne Weiteres akzeptieren. Sobald er wieder mit Krücken laufen könne, so der 66-Jährige, werde er sich bei einem Sozialverband beraten lassen. Bis dahin wolle er den geforderten Betrag nicht begleichen, sondern spare stattdessen Monat für Monat 159 Euro, um später - die dann hoffentlich wieder verringerte Summe - zahlen zu können.

Ein warmer Geldregen

Angesichts des überschaubaren Betrags, der ihm noch für den Rest des Monats zur Verfügung steht, prasselte mit den gespendeten 500 Euro geradewegs ein warmer Geldregen auf den Rentner nieder. „Ich kam mir zuletzt wie ein verlorenes Kind vor und bekam keine Luft mehr“, sagt Lothar Mertens. „Deshalb freue ich mich unheimlich, dass jemand Mitleid mit mir hatte.“

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