Undurchsichtige Planung: Mengeder Ortskern noch mindestens 15 Monate eine Baustelle

rnBaustelle in Mengede

Die Pläne sind schick: Mengede wird zwischen Markt und altem Ortskern schöner. Der vierte Bauabschnitt der Neugestaltung mutiert allerdings zur Langzeitbaustelle. Warum, bleibt schleierhaft.

Mengede

, 04.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Ende April machen unzählige rot-weiße Baken die Mengeder Straße im Ortkern zur Einbahnstraße. Da startete der vierte Bauabschnitt der Ortskernsanierung. Sieben Monate Bauzeit waren angekündigt – 19 bis 20 sollen es nun werden. Das teilt die Stadt auf Anfrage dieser Redaktion mit. Nachvollziehbare Gründe nennt sie nicht.

Analog zu den ersten drei Bauabschnitten soll dieser Bereich des Ortskerns neue Bürgersteige, einen Platz mit Aufenthaltsmöglichkeiten vor dem Kriegerdenkmal und eine neue Fahrbahn erhalten. Modern, urban, einladend soll das Stück zwischen Strünkede- und Siegenstraße werden.

Bagger wühlen vor allem an der Einmündung Strünkedestraße schon länger. „Die Maßnahme ist ja bekanntlich im vergangenen Jahr mit dem Austausch einer Kanalhaltung in der Strünkeder Straße gestartet“, teilt das Tiefbauamt via Stadtsprecher Christian Schön mit. Die Antwort auf eine Anfrage dieser Redaktion ist knapp, ganze drei Sätze lang. Sie fragte nach dem Stand der Bauarbeiten und ob die Sanierung nach Plan verlaufe.

Kanalarbeiten und der letzte Winter müssen als Gründe herhalten

Offenbar müssen jetzt die Kanalarbeiten für eine einjährige Bauverzögerung herhalten. Und das, obwohl die Kanalarbeiten schon vier Monate vor der Ortskernsanierung begannen. „Derzeit werden Veränderungen am Versorgungsnetz durchgeführt, nach deren Beendigung der eigentliche Straßenbau starten soll“, antwortet das Tiefbauamt weiter.

Undurchsichtige Planung: Mengeder Ortskern noch mindestens 15 Monate eine Baustelle

DEW21 ist mit der Erneuerung der Versorgungsleitungen nach eigener Aussage im Plan. Der provisorisch wieder geschlossene alte Bürgersteig zeigt, wo die Elektroleitungen herführen. © Uwe von Schirp

Für das Versorgungsnetz ist DEW21, genau genommen Donetz, die Tochter des stadteigenen Energieversorgers, zuständig. Da laufe alles nach Plan, erklärt Sprecher Ole Lünnemann auf Anfrage. Neue Stromleitungen seien auf der südöstlichen Straßenseite verlegt, allein eine Verteilerstation vor dem Haus mit der Nummer 724 fehle noch. Auf der anderen Straßenseite werde jetzt eine neue Gasleitung verlegt, die zwischen Strünkede- und Adalmundstraße fertiggestellt sei. Es fehlt also nur noch das rund 150 Meter lange Stück bis zur Siegenstraße.

Die Baustelle gibt es im Online-Service der Stadt gar nicht

Der dritte Antwort-Satz des Tiefbauamtes liefert einen weiteren Grund: „Die Witterung im letzten Winter und tatsächlich die Verlängerung der Bauzeit an den Versorgungsleitungen führen insgesamt dazu, dass die Tiefbauverwaltung aktuell von einer Fertigstellung im Herbst/Winter 2020 ausgeht“, heißt es lapidar.

Wie lang die Verzögerung letztendlich sei, konnte Stadtsprecher Christian Schön auf Nachfrage nicht genau beziffern. Denn die ursprünglich genannten sieben Monate sind in keinem aktuell öffentlich einsehbaren städtischen Dokument wiederzufinden. Ebenso merkwürdig: Im städtischen Online-Service baustellen.dortmund.de gibt es die Mengeder Baumaßnahme erst gar nicht.

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