Unfall mit Pferd in Dortmund: „Das kann sich keiner vorstellen“

rnWittbräucker Straße

Nach einem Unfall auf der Wittbräucker Straße in Dortmund ist ein Pferd eingeschläfert worden. Nun schildert die Stallbesitzerin, was sie erlebt hat.

Syburg

, 30.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es fehlten nur wenige Meter. Es ist nicht weit von der Ampel bis zum Stall. Eine 53-jährige Frau aus Witten und ihr Pferd hatten es am Dienstagnachmittag (29. Oktober) fast geschafft. Der Ausritt endete tragisch.

Beim Überqueren der Wittbräucker Straße sind die beiden von einem Transporter angefahren worden. Die Frau wurde verletzt, das Pferd starb am Unfallort. „So etwas konnte sich keiner von uns vorstellen“, sagt die Stallbesitzerin am Tag nach dem Unfall im Gespräch mit dieser Redaktion.

Das Pferd war nicht mehr zu retten

Sie war als eine der ersten Helferinnen vor Ort. „Wir waren gerade mit Hofarbeit beschäftigt, als jemand auf den Hof gerannt kam“, sagt sie. „Wir sind dann zu zweit zur Unfallstelle und haben direkt gesehen, dass das eine finale Angelegenheit ist.“ Das Pferd war nicht mehr zu retten.

Unfall mit Pferd in Dortmund: „Das kann sich keiner vorstellen“

Ein Foto vom Pferd, das nach einem Unfall am 29. Oktober eingeschläfert werden musste. © privat

Es sei schon vorgekommen, dass Kleintiere entlang der Wittbräucker Straße überfahren worden sind, Hunde, Katzen, auch Rehe. An ein Pferd kann sie sich aber nicht erinnern.

Die Polizei Dortmund veröffentlichte am Mittwoch Einzelheiten zu dem Unfall vom Dienstag. Demnach war ein 61-Jähriger um kurz nach 16 Uhr mit seinem Transporter vom Viermärker Weg in Herdecke auf die Wittbräucker Straße und damit Dortmunder Stadtgebiet eingebogen.

Der Fahrer bog auf die Wittbräucker Straße ein

Die 53-Jährige kam gerade mit ihrem Pferd aus dem Wald. Am Hotel-Restaurant „Dieckmann‘s“ wollte sie über die Fußgängerampel auf die andere Straßenseite zurück zum Stall. Nur noch wenige Meter lagen vor ihr und ihrem Pferd, das sie über die Straße führte.

Unfall mit Pferd in Dortmund: „Das kann sich keiner vorstellen“

Spuren des Unfalls auf der Wittbräucker Straße sind auch am Tag danach noch zu sehen: Blut und Haare auf dem Bürgersteig. © Michael Nickel

Sie ging mit ihrem Pferd bei Grün über die Ampel, der Fahrer des Kleintransporters kam ihnen entgegen und fuhr in sie hinein.

Während der Ermittlungen am Unfallort berichteten Zeugen, dass ihnen der Transporter zuvor wegen einer rücksichtslosen Fahrweise aufgefallen war, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

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Die Frau wurde bei dem Unfall verletzt. Das Pferd erlitt einen offenen Trümmerbruch am Bein.

„Es stand unter Schock und lief auf drei Beinen auf der Straße“, sagt die Stallbesitzerin. Eine bekannte Tierärztin kam zufällig gerade an der Unfallstelle vorbei, zudem wurde die benachbarte Tierärztin Dr. Claudia Most herbeigerufen.

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Gemeinsam haben sie es geschafft, das Pferd zu beruhigen, zu narkotisieren und zum Liegen zu bringen. Die beiden Tierärztinnen entschlossen sich dazu, das Pferd noch vor Ort einzuschläfern.

Die Feuerwehr hat den Tierkadaver mit einem Teleskopkran zum Stall transportiert. Sie wurde hierfür von der Polizei um Hilfe gebeten, wie Feuerwehrsprecher Oliver Körner auf Anfrage erklärt. „Das ist kein alltäglicher Einsatz gewesen“, sagt er. Um 20.35 Uhr waren die Rettungskräfte wieder zurück auf der Wache.

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