Unfall von Minister Altmaier überschattet Dortmunder Digitalgipfel

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Um die Herausforderungen der Digitalisierung ging es beim Digitalgipfel der Bundesregierung in der Messe der Westfalenhallen. Überschattet wurde der Kongress vom Unfall des Gastgebers.

Dortmund

, 29.10.2019, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerade einmal eine gute halbe Stunde war die Veranstaltung am Dienstagmorgen alt, als es zum Schreckmoment kam: Peter Altmaier, als Bundeswirtschaftsminister Gastgeber des Digitagipfels der Bundesregierung, stürzte beim Verlassen der Bühne nach seiner Eröffnungsrede in der Messehalle 3 der Westfalenhallen und fiel aufs Gesicht.

Unfall von Minister Altmaier überschattet Dortmunder Digitalgipfel

Helfer schirmen mit einer Decke die Sicht zur Bühne ab, nachdem Wirtschaftsminister Peter Altmaier beim Digital-Gipfel schwer gestürzt ist. © dpa

Mehrere hundert Zuschauer verfolgten den Unfall mit Entsetzen - allen voran NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau in der ersten Reihe. Sierau sandte später per Twitter Genesungswünsche an den Minister, der zunächst hinter einem Sichtschutz vor Ort von Sanitätern versorgt und danach mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert worden war.

Dank an Rettungskräfte

Schon im Krankenwagen soll Altmaier aber wieder bei Bewusstsein gewesen sein und sich bei den Rettungskräften bedankt haben. Im Klinikum Nord wurde er schließlich medizinisch versorgt.

Am Nachmittag meldete sich der Minister per Online-Dienst Twitter und bedankte sich für die Genesungswünsche. Er habe Prellungen und Platzwunden erlitten und werde „sehr gut im Klinikum Dortmund von fachkundigem Personal behandelt“, schrieb Altmaier. Er müsse sich „ein bisschen pflegen“, berichtete später Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die geplanten weiteren Termine des Ministers auf dem Digitalgipfel, darunter auch eine Pressekonferenz, fielen aus. Die Kongressveranstaltungen gingen nach einer etwa 45-minütigen Unterbrechung weiter. Der Saal des Forums, bei dem Altmaier gesprochen hatte, war kurzzeitig geräumt worden.

Hochkarätige Gäste

Bei den Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen in der Halle 3 sprachen zahlreiche hochkarätige Gäste - von EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager über Telekom-Chef Dr. Dirk Wössner bis zu Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.

Forschungsministerin Anja Karliczek stellte wie zuvor Altmaier Pläne für eine europäischen Cloud zur sicheren Datenspeicherung unter dem Titel „Gaia X“ vor.

Für ein gemeinsames europäisches Vorgehen im Bereich der Digitalisierung warb am Nachmittag auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Abschlussrede zum Digital-Gipfel.

Sie forderte die Wirtschaft auf, sich bei dem Projekt Gaia-X zu engagieren. „Wir können es nur mit der Wirtschaft. Es muss privatwirtschaftlich vorangetrieben werden“, sagte die Bundeskanzlerin.

Unfall von Minister Altmaier überschattet Dortmunder Digitalgipfel

In ihrer Rede auf dem Digital-Gipfel warb Bundeskanzlerin Angela Merkel für ein gemeinsames europäisches Vorgehen im Bereich Digitialisierung. © dpa

Zuvor hatte sich Angela Merkel bei einem kurzen Rundgang durch das Messeforum über digitale Forschungsprojekte informiert. Interessiert lauschte sie den Ausführungen etwa von Prof. Michael ten Hompel als Leiter des Dortmunder Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik und Prof. Boris Otto als Leiter des Fraunhofer-Instituts für Software und Systemtechnik über digitale Anwendungen im Bereich Verkehr und Logistik und zum Thema Datensicherheit.

Lob für Stadt des Wandels

Für Dortmund war der Digitalgipfel so eine gute Gelegenheit, sich als digitaler Zukunftsstandort zu präsentieren. Schon am Vortag und auch am Dienstagmorgen gab es dazu Präsentationen in der Smart Factory des Pumpenherstellers Wilo.

In Dortmund habe man schon ganz früh angefangen, sich mit digitalen Herausforderungen auseinanderzusetzen, hatte Altmaier in seiner Eröffnungsrede festgestellt. Dortmund sei ein guter Standort für den Digital-Gipfel, stellte auch Angela Merkel fest. „Diese Stadt weiß, was Wandel bedeutet.“

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bewertete die Vergabe des Digitalgipfels nach Dortmund als „Anerkennung des Wandels“, der im Ruhrgebiet ständig stattfinde. „Dortmund, Metropole Ruhr und Digitagipfel - das passt zusammen“, sagte Laschet.

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