Uni - Studenten besetzen Hörsaal 1

Ticker zum Nachlesen

DORTMUND Nun ist der Bildungsstreik endgültig in Dortmund angekommen. Nachdem die Studenten am Mittag noch friedlich in der City demonstrieren, haben sie nun den Hörsaal 1 an der Uni seit ca.13 Uhr besetzt. Hier der Ticker zum Nachlesen.

von Von Naemi Goldapp, Daniel Müller und Arne Niehörst

, 24.11.2009, 18:05 Uhr / Lesedauer: 4 min

Es wird immer noch eifrig diskutiert. Viele Studenten haben sich mit Schlafsäcken ausgerüstet.

Die Situation im Hörsaal bleibt weiter spannend. Die Arbeitskreise haben ihre Arbeit aufgenommen. Heute Abend soll auch noch eine Band spielen.

Die Stimmung im Hörsaal kocht. Ein Professor marschiert in den Saal, schnappt sich das Mikro und sagt: „Diese Veranstaltung ist absolut rechtswidrig“. Er erntet Buh-Rufe von den Studenten.

Langsam füllt sich der Hörsaal wieder. Einige haben sich Pizza besorgt, andere waren nur schnell beim Baecker.

Kleine Pause an der Streik-Front. Die Studenten rüsten sich für den Abend und eine lange Nacht. Rund 200 halten die Stellung.

Der Gespraechstermin stand schon vor der Besetzung fest. Die Besetzung des Hoersaals geschieht aus Solidaritaet mit den anderen Unis.

Am Mittwoch wird es ein offizielles Gespraech mit der Rektorin Ursula Gather geben. Sie ist heute nicht an der Uni.

Einige gehen nach Hause um Schlafsäcke zu holen. Die Studierenden wollen sich mit der Besetzung abwechseln

Die Studierenden machen eine Pause. Waehrenddessen werden Namen von Studierenden gesammelt, die in Arbeitskreisen mitarbeiten wollen.

Die weitere Organisation der Besetzung ist noch unklar. Dafür muss das Sammeln der Forderungen unterbrochen werden.

Im Moment wird noch im Plenum diskutiert. Später soll in Arbeitsgruppen heraus gearbeitet werden, wie die Forderungen umgesetzt werden.

Die Liste mit den Forderungen ist schon gut gefuellt. Nur einige widersprechen sich. Es gibt Diskussionsbedarf.

Einige Dozenten haben ihre Studenten von den Vorlesungen und Seminaren frei gestellt. Bei diesen Dozenten bedanken sie sich.

Es ist beschlossen: Das Ende der Besetzung ist offen.

Ole Lünnemann hat angerufen. Bisher ist noch nichts konkretes bekannt. Noch will man abwarten. Eine Räumung ist vorerst nicht geplant. Man setzt auf Kommunikation.

Die Anzeichen verdichten sich, dass die Studenten ins Audimax umziehen.

Die Wände sind mit Plakaten geschmueckt; die Stimmung ist aufgeheizt. Das Mikro wird unter den Studenten weiter gereicht.

Forderungen der Studenten.

Die Studiengebühren sollen weg; die Reformen der Studiengaenge seien gescheitert; die Strukturen nicht ausgereift.

Am Mittwoch soll es ein Gespräch mit Rektorin Prof. Dr. Ursula Gather. Ein Student vermutet: Wir wollen einfach nur für das Gespräch morgen zeigen, dass wir als Gruppe stark sind. Bei der Demo waren wir schon 1.000. Im Moment wird noch über Organisatorisches diskutiert.

Zahlreiche Fotografen und ein Kameramann schwirren herum. Die Studenten aber sind Kamerascheu. "Unsere Demo war angemeldet." Die Besetzung eines Hörsaals aber ist illegal. Gerade die, die sich trauen, ein Mikro in die Hand zu nehmen, wollen nicht das Gesicht der Besetzung sein - Angst vor der Reaktion des Rektorats.

Unsere Reporterin hat sich nochmal gemeldet. Es wird gemunkelt, dass die Stundenten ins Audimax umziehen. Grund: Dort gibt es auch eine Küche. Klingt nach einer langen Nacht.

Wir bekommen das erste Bild aus dem Hörsaal von Student Pascal Ebadian. Dankeschön.

Die TU Dortmund bittet um Verständnis. Ursula Gather ist auf einer Konferenz in Leipzig gewesen und würde wahrscheinlich gerade im Flieger sitzen.

Unsere Reporterin hat sich gerade gemeldet. Sie schätz das 500 Studenten im Hörsaal sind. Zurzeit wird eifrig diskutiert wie es weiter geht.

Wir versuchen Rektorin Prof. Dr. Ursula Gather für eine Stellungnahme zu erreichen. Angeblich sei sie auf einem wichtigen Termin und nicht erreichbar. Klingt nach einer Ausrede?

Wir haben einen Studenten im Hörsaal erreicht. Dennis Schneider, Bildungsstreik Bündnis Dortmund, schätzt, dass rund 400 Studenten den Hörsaal besetzt halten. Im Hintergrund sind laute Sprechchören zu hören. „Wir haben eine Tagesordnung aufgestellt und werden unserer Meinung kund geben“, so Schneider. Vor dem Hörsaal haben sich einige Studenten versammelt und malen Banner und Plakate.

 Wir haben nochmal Ole Lünnemann erreicht. Er ist bereits vor Ort. Er schätzt das ca. 50-100 Studenten den Hörsaal 1 besetzt behalten. Es war wohl eine spontane Aktion. Ob die Uni von ihrem Hausrecht gebraucht mach konnte er noch nicht beantworten.

Wie viele Studenten sich im Hörsaal befinden lässt sich noch nicht genau sagen. Wir bleiben dran.

Polizeipressesprecher Peter Schulz erklärt: Die TU Dortmund hat dort Hausrecht. Wir wurden bisher nicht informiert.

 Bei der Polizei ist der Fall noch nicht gemeldet. Von einer Besetzung ist bisher nichts bekannt.

 Der Live-Ticker ist gestartet. Laut Ole Lünnemann, Pressesprecher der TU Dortmund, haben die Studenten den Hörsaal um kurz nach 13 Uhr übernommen. Weitere Details sind bisher noch nicht bekannt. Wir haben eine Reporterin gleich vor Ort.

Vor dem Eingang des Rathauses hat sich eine Kette der Hundertschaft gebildet, um zu verhindern, dass Studenten das Rathaus stürmen. Und für Verwüstungen sorgen wie beim vergangenen Schülerstreik. Die Polizei schützte daher den Rathaus-Eingang. Aufgerufen haben die Allgemeinen Studierenden Ausschüsse von Technischer Universität und Fachhochschule.

Von der Katharinentreppen gegenüber dem Hauptbahnhof ziehen die rund 1.000 Demonstranten über den Wall zum Rathaus - verbunden mit den unvermeidbaren Verkehrsbehinderungen. Vorerst wurde jedoch nur mit 500 Protestierenden gerechnet, sagte ein Sprecher von Asta. 

gibt's den ersten Zwischenfall. Eine Sitzblockade. Sie wird von der Polizei aufgelöst.    Die Studierenden fordern eine Reform der umstrittenen Bachelor- und Master-Studiengänge, deren Konzeption inzwischen auch bei Bildungspolitikern der großen Parteien in der Kritik steht, und eine soziale Öffnung der Hochschulen. Dazu gehört auch eine Verzicht auf die Studiengebühren. 

Dortmund am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter Über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Lesen Sie jetzt