Vom Businessplan über die Finanzierung hin zu Patenten – unser ABC für Gründer ist ein Ratgeber für alle, die mit einem eigenen Unternehmen in Dortmund durchstarten wollen.

von Carmen Radeck

Dortmund

, 04.07.2018, 18:04 Uhr / Lesedauer: 6 min

Accelerator

Acceleratoren sind Förderprogramme für Startups in der frühen Phase, deren Geschäftsmodell schon auf einigermaßen sicheren Füßen steht. Ziel solcher Programme ist es, die Entwicklung des Startups mit intensivem Coaching durch erfahrene Mentoren und dem Zugang zum Netzwerk des Anbieters zu beschleunigen.

In Dortmund gibt es mit dem StartUP.InnoLab ein solches Programm, das von der TU Dortmund koordiniert wird und vom Land NRW und dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird. Bis zu zwölf Startups im Jahr werden hier betreut.

Businessplan

Auch wenn sich die Geister scheiden, ob ein professioneller Businessplan heutzutage noch notwendige Grundlage ist, ein Unternehmen zu gründen, gehört er für viele Gründer als Planungstool einfach dazu – vor allem, wenn es darum geht, Banken oder Finanzierungspartner von der Geschäftsidee zu überzeugen.

Mit dem Businessplan-Wettbewerb start2grow haben Dortmunder Gründer ganzjährig die Möglichkeit, ihren Businessplan begleitet von Vorträgen und Coachings zu erstellen. Die besten Businesspläne werden zum Ende jeder Runde prämiert. Veranstaltet wird start2grow von der Wirtschaftsförderung Dortmund. Diese hat zur Hilfestellung übrigens auch ein kostenloses Handbuch mit Tipps zum Erstellen eines Businessplans herausgegeben.


Coworking Space

Coworking Spaces sind eine vor allem für Dortmunder Gründer immer beliebtere Alternative zum festen Büro oder Homeoffice. In meist großen, offenen Büroräumen können Gründer, Startups und Freelancer flexibel und je nach Budget Schreibtischplätze mieten.

Das Besondere an Coworking Spaces ist neben der hohen Flexibilität vor allem der Zugang zu der Community. Anders als in Business-Centern wird hier großer Wert auf Networking und Austausch der Coworker untereinander gelegt. Zu den größten Coworking Spaces in Dortmund gehören das Work Inn und Rent24.


Design

Zur Grundausstattung und Markenbildung eines jeden frisch gegründeten Unternehmens gehören Logo, Website und Visitenkarten unbedingt dazu. Wer nicht selbst kreativ sein möchte, findet in Dortmund ein großes Angebot an freiberuflichen Designern und Agenturen. Einen guten Überblick über die verschiedenen Schwerpunkte bietet die Plattform Design Metropole Ruhr, die vom Dortmunder Netzwerk Heimatdesign ins Leben gerufen wurde.


Erfolgsgeschichten

Dortmund hat eine ganze Reihe erfolgreicher Gründergeschichten zu bieten. Die bekannteste Startup-Erfolgsgeschichte ist sicherlich Urlaubsguru. Mit knapp 200 Mitarbeitern sitzen die beiden Gründer Daniel Krahn und Daniel Marx direkt am Dortmunder Flughafen.

Eine weitere große Erfolgsgeschichte haben die Startup-Pioniere von RapidMiner geschrieben. Mit Sitz in Boston und Dortmund gehört das Unternehmen neben IBM und SAS mit seiner Software zu den Weltmarktführern im Bereich Data Mining.


Finanzierung

Von Eigenkapital über Fördergelder, Bankdarlehen oder Venture Capital bis hin zu Crowdfunding gibt es für Gründer unterschiedliche Möglichkeiten, ihr Unternehmen zu finanzieren. Entscheidend bei der Wahl der passenden Finanzierungsform ist, welche Investitionen schon zu Anfang nötig sind, welche laufenden Kosten auf das Unternehmen zukommen und wie schnell eigene Umsätze erwirtschaftet werden. Hier schafft ein Finanzplan den nötigen Überblick.

Wer Hilfe benötigt, kann dazu kostenlose Beratung oder Sprechstunden der IHK oder des Startercenters NRW wahrnehmen.


Gewerbe anmelden

Wer sich in Dortmund selbstständig machen möchte und nicht freiberuflich arbeitet, muss bei der Dortmunder Stadtverwaltung ein Gewerbe anmelden. Je nach Unternehmensform liegt die Gebühr zwischen 23 und 31 Euro. Neben einem gültigen Personalausweis oder Pass müssen je nachdem, um welche Gewerbeart es sich handelt, Unterlagen vorgelegt werden. Informationen hierzu findet man im virtuellen Rathaus der Stadt Dortmund.


Hochschulen

Studenten, die sich für Entrepreneurship interessieren oder nach der Uni mit einem Forschungsprojekt ausgründen möchten, haben die Möglichkeit, sich dazu an den Dortmunder Hochschulen beraten zu lassen, beispielsweise zum EXIST-Gründerstipendium.

Die TU Dortmund bietet zudem mit dem Centrum für Entrepreneurship und Transfer (CET) eine zentrale Serviceeinrichtung zur Förderung von Startups, der Betreuung von Erfindungen und Patenten der TU Dortmund und der Begleitung junger technologie- und wissensbasierter Unternehmen an.

In der Transferstelle der Fachhochschule Dortmund werden unter anderem Gründer beraten, informiert und qualifiziert. Unterstützung gibt es zum gesamten Prozess einer Gründung: Abwägen des Für und Wider, Prüfung der Geschäftsidee, Hilfe beim Businessplan, Bewerbung um Fördergelder, Auf- und Ausbau von Netzwerken sowie Workshops und weitere Veranstaltungen.


IHK

Wer in Dortmund ein Gewerbe anmeldet, wird automatisch Mitglied der Industrie- und Handelskammer (IHK) – ausgenommen reine Handwerksbetriebe. Diese sind Mitglied der Handwerkskammer. Für Gründer bietet die IHK Beratung und Service zu unterschiedlichen Themen an. Auch wer internationale Märkte erobern möchte, bekommt hier Unterstützung.


Jahresabschluss

Der Jahresabschluss ist gerade für frisch gebackene Gründer ein Angstthema oder wenigstens ein lästiges Übel. Wer keinen Steuerberater hat, muss zusammensuchen, was an Belegen und Unterlagen im Jahr zusammengekommen ist, um Gewinn oder Verlust dem zuständigen Finanzamt vorzulegen. Dies geschieht heute nicht mehr in Papierform, sondern virtuell.

Wichtig für Gründer ist es, steuerliche Fristen und Pflichten zu beachten. Informationen dazu und zu Kontaktdaten des zuständigen Finanzamts findet man auf der Website der Finanzverwaltung NRW.


Kooperationen

Besonders, wenn man als Solo-Gründer unterwegs ist, aber auch, wenn Startups nach Möglichkeiten suchen, ein Produkt herzustellen oder eine Online-Plattform zu bauen, können Kooperationen mit anderen Gründern, Unternehmen oder Partnern helfen, schneller durchzustarten.

Um passende Partner zu finden, hilft nichts anderes, als das Büro zu verlassen, sich in die Dortmunder Gründerszene zu begeben und auf inzwischen sehr zahlreichen Veranstaltungen zu vernetzen. Auch eine Mitgliedschaft in einem Coworking Space oder die Teilnahme am Gründungswettbewerb start2grow kann bei der Suche nach Kooperationspartnern helfen.

Einen Überblick über Veranstaltungen für Gründer findet man auf der Online-Plattform RuhrGründer.


Learnings

Viele Informationen, die man fürs Gründen benötigt, bekommt man bei Beratungsstellen oder im Internet. Wissen, wie es ist, ein Unternehmen zu führen, welche Hürden es gibt und wie man sie meistern kann, lernen Gründer vor allem aus eigener Erfahrung oder im Austausch mit anderen Gründern. Die „Fuckup Nights“ sind ein auch in Dortmund beliebtes Event, bei dem erfolgreiche Unternehmer von Pleiten, Pech und Pannen ihrer Unternehmerkarriere erzählen und was sie daraus gelernt haben. Die Fuckup Nights finden in wechselnden Städten im Ruhrgebiet statt, gastieren häufig aber in Dortmund.


Messen

Sein eigenes, junges Unternehmen zu präsentieren, sich Informationen zu allen wichtigen Themen im Bereich Gründung oder der eigenen Branche zu holen sowie Kontakte zu knüpfen, dazu sind Messen eine gute Gelegenheit. Mit „Die Initiale“ findet jährlich eine Gründermesse in Dortmund statt, auf der sich Gründer aller Phasen – vom Start bis zum Wachstum – informieren und vernetzen können. Andere Dortmunder Messen wie Fair Friends oder Creativa haben separate Bereiche, wo Startups und junge Unternehmen sich mit einem Stand präsentieren können.


Netzwerk

Der Erfolg eines Startups hängt entscheidend von den eigenen Kontakten ab. Ganz neu auf dem Markt ist es wichtig, sich ein Netzwerk zu schaffen mit Partnern und Menschen, die Kontakte herstellen, die in wichtigen Fragen weiterhelfen können, die für einen da sind, wenn es mal nicht so gut läuft. Ein gutes Netzwerk ist das A und O für jeden Gründer, und man sollte so schnell wie möglich damit anfangen, es aufzubauen. Als Einstieg sind Gründertreffs- und Stammtische dazu eine gute Möglichkeit. Beliebte Gründertreffs in Dortmund sind der 3rd Wednesday, Business & more oder die Startup Nights.


Ökosystem

Ein gut ausgebautes Ökosystem macht es Gründern einfacher, erfolgreich mit dem eigenen Unternehmen durchzustarten. Dabei finden Dortmunder Gründer ein Ökosystem mit allen wichtigen Playern vor: von zahlreichen Networking-Events über Mentoringprogramme, Universitäten mit Gründungsförderung, Netzwerken wie start2grow mit Zugang zu Beratung, Mentoren und Finanzierungspartnern, Coworking Spaces und Technologiezentren.


Patente und Marken

Um Technologie- oder Produkt-Innovationen vor Plagiaten zu schützen, sollten Gründer darüber nachdenken, sie patentieren zu lassen. Auch Markennamen oder Logos können geschützt werden. Gerade bei Patenten gibt es für Gründer viel zu beachten. An der Dortmunder Universität kann man sich dazu in der kostenlosen Sprechstunde des Informationszentrum Technik und Patente (ITP) beraten lassen.


Qualifizierung

Angehende Unternehmer, gerade wenn sie allein durchstarten, benötigen Wissen in vielen Bereichen – von rechtlichen Kenntnissen über Buchhaltung bis Marketing und Vertrieb. Branchenwissen allein genügt nicht, sich als erfolgreicher Unternehmer zu etablieren.

Sich ständig weiterzubilden und unternehmerisches Wissen anzueignen gehört zum Gründen dazu wie am eigenen Produkt zu arbeiten. Zu jedem Wissens-Bereich findet man in Dortmund viele Veranstaltungen, beispielsweise beim Startercenter der Wirtschaftsförderung.


Räumlichkeiten

Als Gründer steht man vor der Frage, von wo aus man sein Business startet. Reicht das Homeoffice in den eigenen vier Wänden, benötigt man ein Ladenlokal, Produktionsstätten, Lager- oder Büroräume? Dortmund bietet eine Vielfalt an Räumlichkeiten für jeden Zweck – vom hippen Coworkingspace, in dem Startups flexibel wachsen können über Technologiezentren bis hin zu kleinen Ladenlokalen in Szenevierteln wie dem Kreuzviertel oder im Bereich um das Dortmunder U.


Social Entrepreneurship

Gründungen mit einer sozialen Motivation liegen im Trend – ganz nach dem Motto: „Geld verdienen und dabei die Welt ein bisschen besser machen“. Anlaufstelle für soziale Innovationen in Dortmund ist ab 2018 das KoSI-Lab, das an die Sozialforschungsstelle der TU Dortmund angegliedert ist.


Team aufbauen

Startups starten oftmals in einem kleinen Team von zwei oder drei Gründern. Wenn dann die ersten Kunden kommen oder die Finanzierung für die Weiterentwicklung des Produktes sicher ist, benötigen Startups schnell Verstärkung. Der erste Schritt ist meistens, Werkstudenten einzustellen. Dazu können Startups beispielsweise eine Anzeige beim Jobportal der TU Dortmund schalten.


Unternehmerinnen

Unternehmerinnen stehen oftmals vor besonderen Herausforderungen, haben eigene Themen und Bedürfnisse. Um sich mit anderen Gründerinnen und Unternehmerminnen auszutauschen, sind Frauen-Netzwerke und – Treffen wie der Klüngel-Stammtisch oder das Unternehmerinnen-Frühstück gute Anlaufstellen. Beratung und Räume für Gründerinnen bietet außerdem das Gründerinnenzentrum der Stadt Dortmund.


Venture Capital

Besonders innovative Startups benötigen zum Start und in der Wachstumsphase größere Summen an Kapital. Da Kapitalgeber hier ins Risiko gehen, da das Startup auch scheitern könnte, spricht man hier von Risikokapital oder Venture Capital.

Zugang zu einem Netzwerk von Business Angels und privaten Risikokapitalgebern bekommt man in Dortmund zum Beispiel über den jährlich stattfindenden VC-Roundtable. Auch die Sparkasse ist mit Seed Capital Dortmund eine Anlaufstelle für Beteiligungskapital.


Wirtschaftsförderung

Die Wirtschaftsförderung ist für Gründer oftmals die erste Anlaufstelle, um sich in Sachen Unternehmensgründung zu informieren. In kostenlosen Beratungssprechstunden sowie Vorträgen und Seminaren gibt es das nötige Wissen zu verschiedenen Themen – vom Businessplan über Finanzierung bis hin zu Marketing und Vertrieb.


X für ein U

Gerade, wenn man als Gründer neu startet, ist man auf Informationen und Know-how anderer angewiesen. Das Beratungs- und Expertenangebot – sowohl öffentlich als auch privat – ist groß und qualitativ unterschiedlich.

Als frisch gebackener Gründer sollte man sich nie nur aus einer Quelle informieren, um nicht Gefahr zu laufen, ein X für ein U vorgemacht zu bekommen. Besser mit vielen unterschiedlichen Menschen sprechen und immer mal wieder auf das eigene Bauchgefühl achten.


Yeah, let’s party

Bei aller Beschäftigung mit dem eigenen Business, sollte man Freizeit, Entspannung und Ausgehen nicht vergessen. Für Dortmund gibt es tolle Blogs mit besonderen Ausgehtipps in Dortmund, zum Beispiel Dortmund ahoi.


Zahltag

Zahltag ans Finanzamt ist für Gründer und Unternehmer nicht nur mit dem Steuerbescheid angesagt. Gerade, wenn es um die Abführung der Umsatzsteuer geht, müssen bestimmte Fristen eingehalten werden.

Ob die Umsatzsteuer monatlich oder vierteljährlich abgeführt werden muss oder ob man sich als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuer befreien lässt, darüber können sich Gründer direkt beim zuständigen Finanzamt informieren. Die Kontaktdaten findet man auf der Website der Finanzverwaltung NRW.

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