Unter 16-Jährigen nicht die Haare färben

Empfehlung des Friseurobermeisters

Friseurobermeister Frank Kulig warnt seine Kollegen davor, Jugendlichen unter 16 Jahren die Haare zu färben. Eine EU-Verordnung lässt grüßen, die mehr Verwirrung stiftet als Klarheit schafft.

DORTMUND

von Von Bettina Kiwitt

, 09.12.2011, 06:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wer über 16 Jahre alt und nicht gegen PPD allergisch ist, darf sich weiter fröhlich die Haare färben lassen.

Wer über 16 Jahre alt und nicht gegen PPD allergisch ist, darf sich weiter fröhlich die Haare färben lassen.

Eingeführt wurde dieser Warnhinweis, weil es zu lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen auf die Substanz Paraphenylendiamin (PPD) kommen kann. PPD ist in Oxidationshaarfärbemitteln enthalten wie auch als Zusatz in Henna-Farben. Daher häufen sich auch massive Hautallergien aufgrund von Henna-Tattoos. In England soll sogar ein junges Mädchen nach einem Friseurbesuch an einem allergischen Schock gestorben sein.

Als er von der EU-Verordnung gehört habe, „bin ich aus allen Wolken gefallen“, so Kulig. Denn dramatische Zwischenfälle hat der heimische Obermeister beim Haarefärben noch nicht erlebt, „auch von Kollegen habe ich nichts dergleichen gehört“. Für Kulig bleiben bei dem Thema eh einige Fragen offen. So handele es sich um einen Warnhinweis, nicht um ein Verbot. Ein Friseurbetrieb mache sich bei der Anwendung derartiger Färbemittel bei unter 16-Jährigen also nicht strafbar, im Zweifelsfall könne er jedoch bei allergischen Reaktionen haftbar gemacht werden. „Es könnten also zivilrechtliche Folgen drohen“, meint Kulig. Inwieweit eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern den Friseur von der Haftung befreie, sei ebenfalls unklar. Bis zur endgültigen Klärung dieser Fragen empfiehlt er daher in einem Rundschreiben an alle Innungsmitglieder, Jugendlichen unter 16 Jahren nicht die Haare zu färben.

Unklar ist offenbar auch, wann die neue EU-Verordnung denn nun in Kraft tritt. Für die Friseurinnung ist sie bereits in Kraft getreten, beim Ordnungsamt der Stadt wird der 3. Januar 2012 genannt. Und dann dürften diese Haarfärbeprodukte auch vom Einzelhandel nicht an unter 16-Jährige ausgegeben werden, sagt das Ordnungsamt. Das sieht der Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland wiederum anders. Bei den Aufdrucken handele es sich um Warnhinweise, nicht um ein Verbot, meint Referent Andreas Peppel. Die Hautärzte begrüßen wiederum den Warnhinweis.

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