Unternehmer soll schwangere Freundin vergewaltigt haben

Prozess am Landgericht

Geschlagen, genötigt und sexuell gedemütigt: Vor fast fünf Jahren soll ein selbstständiger Unternehmer aus Husen brutal über seine damalige Lebensgefährtin hergefallen sein. Seit Montag muss sich der 30-Jährige wegen Vergewaltigung und Körperverletzung vor dem Landgericht verantworten.

DORTMUND

02.11.2015, 16:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Unternehmer soll schwangere Freundin vergewaltigt haben

Das Landgericht Dortmund.

Laut Anklage erstreckte sich das Martyrium für die Frau über mehrere Stunden. Morgens gegen 9 Uhr soll der Mann seine Freundin in der Küche zum ersten Mal vergewaltigt haben. Völlig betrunken soll er die damals im zweiten Monat schwangere Frau auf die Küchenbank gezwungen und sich an ihr vergangen haben.

Später soll im Schlafzimmer, auf der Couch im Wohnzimmer und auch im zukünftigen Kinderzimmer zu weiteren Übergriffen gekommen sein. Dem mutmaßlichen Opfer gelang schließlich nackt die Flucht in den Hausflur. Als die Polizei am späten Nachmittag eine Blutprobe anordnete, wies der Angeklagte immer noch einen Wert von deutlich über 1,5 Promille auf.

Opfer kann sich keine Fahrkarte leisten

Wann das Gericht die Lebensgefährtin zum Tathergang als Zeugin befragen kann, steht derzeit noch nicht fest. Die Frau wohnt inzwischen in Norddeutschland und verfügt offensichtlich über wenig Geld. „Sie hat mich heute Vormittag angerufen und gesagt, dass sie sich keine Fahrkarte leisten kann“, erklärte ihre Dortmunder Rechtsanwältin zu Prozessbeginn. Die Richter reagierten zwar wenig verständnisvoll („Dieser Termin ist seit Monaten bekannt. Da muss man sich eben frühzeitig kümmern“), werden aber nun wohl einen Reisekosten-Vorschuss auszahlen, damit die Zeugin doch noch den Weg nach Dortmund finden kann.

Der Angeklagte ist inzwischen verheiratet. In Untersuchungshaft sitzt er nicht. Sollten die Vorwürfe aus der Anklageschrift zutreffen, stellten ihm die Richter allerdings bereits eine deutliche Haftstrafe in Aussicht. Vor allem die Tatsache, dass er mit einem Schraubendreher gedroht haben soll, könnte sich strafschärfend auswirken.

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