Untersuchungsausschuss besucht NSU-Tatort in der Nordstadt

Rechtsradikaler Terror

Über neun Jahre nach dem Mord an dem türkischen Kioskbetreiber Mehmet Kubasik besucht der NSU-Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags heute den Tatort an der Mallinckrodtstraße. Die Abgeordneten wollen Behörden-Versagen aufdecken.

DORTMUND

, 15.10.2015, 17:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Untersuchungsausschuss besucht NSU-Tatort in der Nordstadt

Ein bewegender Augenblick: Die Witwe des ermordeten Mehmet Kubasik legt im September 2012 an der Gedenktafel vor dem Tatort auf der Mallinckrodtstraße eine Rose nieder.

Ein halbes Jahr vor dem Mord an Mehmet Kubasik am 4. Juni 2006 soll der Neonazi Uwe Böhnhardt als Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) den Tatort an der Mallinckrodtstraße ausgekundschaftet haben. Der am 4. November 2014 eingesetzte Untersuchungsausschuss will aufklären, wie die Ermittlungsbehörden nach dem Mord zusammengearbeitet haben.

Böhnhardt soll mit seinem Komplizen Uwe Mundlos für zehn NSU-Morde in Deutschland verantwortlich sein. Beide haben Suizid begangen. Als Tatverdächtige muss sich u.a. Beate Zschäpe vor dem Oberlandesgericht München verantworten.

14 Ausschuss-Mitglieder

Der nordrhein-westfälische NSU-Untersuchungsausschuss besucht Dienstag (20.10., 13 Uhr) zunächst die Gedenkstätte am Nordausgang des Hauptbahnhofs. Anschließend fahren die 14 Ausschuss-Mitglieder zum Tatort an der Mallinckrodtstraße. Dort sprechen sie mit der Dortmunder Polizei.

Die Informationen sollen das Bild von den Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden vervollständigen. Der Tatort-Besuch dauert bis 14.15 Uhr und ist eine öffentliche Sitzung. Bürger können das Geschehen beobachten, haben aber kein Frage- oder Rederecht.

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