Unterwegs mit dem Dortmunder Karnevals-Prinzenpaar

Reportage und Fotostrecke

Wenn das Prinzenpaar kommt, steht der Saal still. Büttenmarsch! Dann ziehen Peter III. und Eleonore I. mit ihrem Gefolge ein. In Gemeindehäusern, Festsälen, Gartenvereinen, Schulaulen. Bis zu zwölfmal an einem Abend an den Wochenenden vor Rosenmontag. Wir haben das Prinzenpaar an einem Samstag begleitet.

DORTMUND

von Dieter Jaeschke

, 25.02.2017, 07:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unterwegs mit dem Dortmunder Karnevals-Prinzenpaar

Kurz vor einem Auftritt in Scharnhorst: Pagin Denise Mark richtet dem Prinzen Peter III. den Umhang, bevor es losgeht.

„Bis Rosenmontag ist es ja noch etwas hin, da ist der Terminkalender noch nicht ganz so voll“, sagt Uwe Wilschewski, seit fünf Jahren Prinzenführer im Dortmunder Karneval. Wie das gesamte Gefolge gehört er zur KG Rot-Gold Wickede. Vom Beifahrersitz eines silbergrauen VW-Bullis legt Wilschewski eine CD mit Karnevalsliedern ein. „Bisschen in Stimmung kommen.“ Am Steuer sitzt Standartenführer Maik Maevus, hinten im Bulli das Prinzenpaar und die Paginnen Anne Nitsch und Denise Mark.

20.15 Uhr, Saalbau Mengede, fünf Grad und Nieselregen. Anne richtet der Prinzessin das Krönchen, Denise dem Prinzen den purpurroten Umhang. Rein ins Vergnügen!

Leuchtende Kinderaugen

Die Jubiläumsparty „33 Jahre Netter Carnevalsclub“ hat gerade erst begonnen. DJ Gerd Berger stimmt knapp 200 Gäste ein, das Büfett ist klassisch Ruhrpott: belegte Brötchen, Frikadellen, Bratkartoffeln mit Spiegelei, frisch aus der Pfanne. Maik Maevus rückt die Standarte zurecht, zum Mainzer Narrhallamarsch zieht das Prinzenpaar ein, angeführt von acht Tanzmariechen in Blauweiß, zwischen sechs und zehn Jahren alt.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Ein Abend mit dem Dortmunder Prinzenpaar

06.02.2017
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Kurz vor dem ersten Auftritt: (v.l.) die Paginnen Denise Mark und Anne Nitsch mit Prinzessin Eleonore I..© Foto: Dieter Jaeschke
Einzug im Saalbau Mengede.© Foto: Dieter Jaeschke
Saalbau Mengede, beim NCC Nette.© Foto: Dieter Jaeschke
Bützchen und Orden für Dieter Gess von der NCC.© Foto: Dieter Jaeschke
Standartenführer Maik Maevus.© Foto: Dieter Jaeschke
Prinzenpaar mit Irmgard Kahl, der "Queen Mum" des Dortmunder Karnevals.© Foto: Dieter Jaeschke
Maik Maevus bereitet den Prinzen für den Maskenball der Dortmunder Juwelen vor.© Foto: Dieter Jaeschke
Maskenball der Dortmunder Juwelen.© Foto: Dieter Jaeschke
Maskenball der Dortmunder Juwelen.© Foto: Dieter Jaeschke
Maskenball der Dortmunder Juwelen.© Foto: Dieter Jaeschke
Im VW-Bus auf dem Weg zum nächsten Termin.© Foto: Dieter Jaeschke
Scharnhorst, Pagin Denise richtet dem Prinzen den Umhang.© Foto: Dieter Jaeschke
Scharnhorst, bei der KG Grün-Gold auf der Bühne.© Foto: Dieter Jaeschke
Scharnhorst, begeisterter Empfang fürs Prinzenpaar.© Foto: Dieter Jaeschke
Scharnhorst, kostümierte Gäste.© Foto: Dieter Jaeschke
Scharnhorst, Schunkeln und Singen mit dem Dortmunder Sänger Michael Meier.© Foto: Dieter Jaeschke
Scharnhorst, Schunkeln und Singen mit dem Dortmunder Sänger Michael Meier.© Foto: Dieter Jaeschke
Regina Manka und Bodo Mattew, KG Grün-Gold, Urgesteine im Dortmunder Karneval.© Foto: Dieter Jaeschke
Scharnhorst, Abmarsch.© Foto: Dieter Jaeschke
Bei den Ruhrstadt-Funken in Lanstrop. Letzter Auftritt gegen 23.30 Uhr.© Foto: Dieter Jaeschke
Bei den Ruhrstadt-Funken in Lanstrop. Letzter Auftritt gegen 23.30 Uhr.© Foto: Dieter Jaeschke
Jubel fürs Prinzenpaar.© Foto: Dieter Jaeschke
Orden und Bützchen für Albina Klimmek, SPD-Ortsvereinsvorsitzende in Lanstrop.© Foto: Dieter Jaeschke
Lanstrop, Überraschung für den Prinzen: Bernd Köppeler (re.) singt ihm ein selbst gedichtetes Lied.© Foto: Dieter Jaeschke
Stimmung in Scharnhorst.© Foto: Dieter Jaeschke
Stimmung in Scharnhorst.© Foto: Dieter Jaeschke

Die Augen der Kurzen leuchten, als sie, viel zu schnell, vor den Tollitäten zur Bühne hüpfen. Das nun folgende Protokoll wird sich auch später wiederholen: eine launige Begrüßung, Orden und Bützchen für verdiente Mitglieder der jeweiligen Gesellschaften, Ausmarsch. Und weil der Tourplan heute nicht ganz so dicht ist, bleibt Zeit für ein Sektchen mit Irmgard Kahl von den Roten Funken, der „Queen Mum“ des Dortmunder Karnevals.

Durch die leeren Straßen der nächtlichen Stadt geht’s Richtung City

Zurück im VW-Bus. Durch die leeren Straßen der nächtlichen Stadt geht’s Richtung City. „Sind meine Lippen noch rot?“, fragt die Prinzessin, die vom Gefolge nur Lore genannt wird. Pagin Anne (62), seit 23 Jahren im Wickeder Karneval aktiv, packt Masken aus. Der nächste Halt ist im Festsaal der Brauerei an der Steigerstraße.

Die „Dortmunder Juwelen“ haben zum Maskenball eingeladen. Aufwendig kostümierte Damen mit hoch gesteckten Haaren und Herren mit venezianischen Masken erwarten das Gefolge. Nach dem offiziellen Part macht die Jens-Dreesmann-Band Stimmung. Fürs Prinzenpaar einen Moment zum Verschnaufen am Tisch.

"Rot sind die Rosen"

22.25 Uhr. Die „Mäuseriche“ vom Männerballett der KG Rot-Gold Wickede rocken die Aula der Gesamtschule Scharnhorst. Aber nur sieben „Mäuseriche“ stampfen zu den „Country Roads“, der achte wäre Prinz Peter selbst. Doch der hat ja gerade andere Verpflichtungen. Fast 200 Gäste feiern beim „Dämmerschoppen“ der KG Grün-Gold, viele sind verkleidet: als ägyptische Pharaonen, als Fußball-Fans, eine Mädelstruppe als Cowgirls.

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Regina Manka und Präsident Bodo Mattew, beides Urgesteine im Dortmunder Karneval, führen durch den Abend. Nach den Regularien singt und schunkelt Schlagersänger Michael Meier mit dem Prinzenpaar: „Rot sind die Rosen.“

Er poltert nicht

Prinz Peters Büttengrüße sind eher knapp, er poltert nicht drauf los wie manche seiner Vorgänger. „Ich bin eigentlich nicht für die Bühne gemacht“, erzählt er später im Auto. „Aber Prinz wollte ich immer mal werden.“ Kein Wunder, Peter Brockwell stammt aus London, kam als 17-jähriger Soldat nach Dortmund – und lernte dort bald seine Frau und Prinzessin Lore kennen. „Ich habe immer gesagt, dass ich es nur mit ihr mache.“ Sie wollte lange nicht. „Doch vor zwei Jahren hat sie mir das Ok gegeben.“

Um 23.30 Uhr liefert das deutsch-englische Paar bei den Ruhrstadt-Funken im Evangelischen Gemeindehaus in Lanstrop, ganz oben im Nordosten, den letzten Auftritt ab. Nur knapp 50 Gäste sind noch da. Doch mit dem Einmarsch des Prinzenpaares brandet nochmal Stimmung auf: „Und wenn das Trömmelchen geht…“

Überraschung für den Prinzen: Bernd Köppeler, Chef der Funken, legt Narrenkappe und Sakko ab, holt das Akkordeon – und singt ihm auf die Melodie von „Einmal Prinz zu sein“ ein selbst gedichtetes Lied. Prinz Peter: „Das werden die Momente sein, die man nie vergessen wird.“ Es ist fünf Minuten vor Mitternacht. 

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