„Unverantwortliches Verhalten“ bei Großhochzeit – Stadt nennt Details

rnFeier aufgelöst

Mehr als doppelt so viele Gäste als erlaubt feierten laut Stadt eine Hochzeit in der Nordstadt. Und der Veranstalter habe viele weitere Auflagen missachtet.

Dortmund

, 07.10.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viel zu viele Gäste, geschlossene Fenster, ordnungswidrige Kontaktliste, zugestellter Notausgang: Die Stadt Dortmund nennt weitere Details zur aufgelösten Großhochzeit vom Samstag (3.10.) in einem Saal an der Arnoldstraße. Für den Betreiber der Veranstaltungshalle könnte es nun richtig teuer werden.

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„Die Gäste verhielten sich unkooperativ und verwehrten den Einsatzkräften zunächst den Zutritt zum Saal“, sagt Maximilian Löchter, Pressesprecher der Stadt Dortmund. Es sei sogar zu körperlichen Übergriffen gegen die Mitarbeiter des Ordnungsamts gekommen. Folglich musste die Polizei zur Hilfe eilen.

Alkohol ohne Erlaubnis ausgeschenkt

Gelüftet wurde im Saal nicht, sagt Löchter: „Alle Fenster wurden bei heruntergelassenen Jalousien verschlossen gehalten.“ Außerdem sei der Notausgang zugestellt gewesen. Alkohol sei ohne die erforderliche Gaststättenerlaubnis ausgeschenkt worden. „Der Zustand der Sanitäranlagen war verheerend; Desinfektionsmittel war nicht vorhanden“, schildert Löchter.

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Zusätzlich habe der Veranstalter die Kontaktliste nicht korrekt geführt und gegen die Obergrenze an Gästen verstoßen. 150 Gäste seien angemeldet worden, aber über 300 Gäste seien bei der Party anwesend gewesen. Auf der Kontaktliste hätten sich nur 112 Personen eingetragen.

„Dem Betreiber der Veranstaltungshalle droht ein Bußgeld im deutlich vierstelligen Bereich“, meint Löchter. Darüber hinaus habe das Bauordnungsamt die Nutzung der Räumlichkeiten als Versammlungsstätte untersagt. Unabhängig von den Corona-Auflagen habe der Veranstalter nämlich gegen die Betriebsgenehmigung Räume verstoßen, weil nicht gelüftet und der Notausgang versperrt wurde.

Nur 112 Kontakte können nachverfolgt werden

„Das Verhalten der Feiernden und des Veranstalters ist unverantwortlich“, sagt Löchter. Schlimmer als das Bußgeld für den Betreiber seien vor allem die möglichen Konsequenzen für die Gäste, falls einer der Besucher mit dem Coronavirus infiziert gewesen sein sollte. Zurückverfolgen könne die Stadt nämlich nur die 112 Personen aus der unvollständigen Kontaktliste.

„Es geht hier darum, die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen nicht zu gefährden. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein, noch mehr, wenn es um die Gesundheit der eigenen Familie und der Freunde geht“, so Löchter.

Am 1. Oktober (Donnerstag) wurden die Auflagen für private Feiern in NRW verschärft. Feiern außerhalb der Wohnung mit über 50 Gästen müssen künftig drei Tage vorher beim Ordnungsamt angemeldet werden. Ein Verantwortlicher muss angegeben und eine Kontaktliste geführt werden. Die Obergrenze von 150 Gästen galt bereits vor dem 1. Oktober.

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