Nach Unwetter-Chaos: „Wir wussten einfach nicht, wohin mit dem Wasser“

rnFeuerwehr Dortmund

Die Feuerwehr Dortmund zieht Bilanz nach dem Unwetter am Samstag: Rund 350 Einsätze waren es an diesem Tag. Doch die Einsatzkräfte hatten nicht nur mit den Folgen des Unwetters zu kämpfen.

von Niklas Wolter

Dortmund

, 17.08.2020, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das heftige Unwetter von Samstag (15.8.) hat die Dortmunder Feuerwehr vor eine Herausforderung gestellt, die sie so seit Jahren nicht mehr zu bewältigen hatte. Rund 350 Einsätze verzeichnet sie vom Nachmittag bis in die Abendstunden.

Neben der freiwilligen Feuerwehr mit ihren 19 Löschzügen und neun weiteren der Berufsfeuerwehr war auch das Technische Hilfswerk Dortmund im Einsatz. Auch die Flughafenfeuerwehr musste auf dem Rollfeld ausrücken.

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Wie die Feuerwehr auf Anfrage mitteilt, haben sich die Einsätze hauptsächlich auf den Westen und Osten der Stadt verteilt, vereinzelt habe es aber auch Anrufe aus Dortmund-Mitte gegeben.


Gegen 16 Uhr seien die ersten Meldungen zu überfluteten Kellern sowie Straßen und umgefallenen Bäumen eingegangen. Die Anrufe haben dann bis 20.30 Uhr angehalten, danach gab es nur noch vereinzelte Pump- und Sägeeinsätze.

320 Mitarbeiter im Einsatz

Aufgrund der vielen Meldungen musste die Feuerwehr ihre Einsätze priorisieren und dementsprechend nach der Schwere der eingegangenen Meldung handeln, sagt Lüddecke. Stellenweise sei das Wasser auf den Straßen schon wieder von selbst abgelaufen, bis die Einsatzkräfte eingetroffen sind.

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In anderen Fällen haben Laub und kleine Äste das Abfließen des Wassers in die Kanalisation erschwert, da diese verstopft war und erst gereinigt werden musste.„Wir mussten warten, bis die Kanalisation wieder Luft hatte“, sagt André Lüddecke.

Er selbst ist am Samstag ebenfalls im Einsatz gewesen. Oftmals ist es nicht so einfach gewesen, das Wasser abzupumpen. „Wir wussten einfach nicht, wohin mit dem Wasser.“ Darauf angesprochen, sei das auch die einzige Parallele, die Lüddecke zum Hochwasser in Marten im Jahre 2008 sehe.

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Sein persönlich längster Einsatz am Samstag war in der Adalbertstraße in Dorstfeld. Dort ist eine ganze Tiefgarage vollgelaufen und es habe vier Stunden gedauert, bis das Wasser vollständig abgepumpt werden konnte.

Die Feuerwehr rückt aus, um Wasser aus einer Tiefgarage abzupumpen.

An der Adalbertstraße in Dorstfeld stand am Samstag eine Tiefgarage unter Wasser. © Helmut Kaczmarek

Feuerwehrleute kommen ins Schwitzen

Darüber hinaus hatten die Einsatzkräfte mit dem schwülen Wetter zu kämpfen. Durch die ohnehin schon warmen Schutzanzüge wurden die Arbeitsbedingungen erschwert.

Doch die Anzüge waren dringend benötigt: Denn vor allem der Strom in den überfluteten Kellern stellt ein Risiko dar und so waren die Feuerwehrleute auf ihren Anzug angewiesen und durften sich ihrer Schutzkleidung nicht entledigen. Also hieß es auch während der Einsätze: viel trinken!

Bereits am Freitagabend zählte die Feuerwehr 70 Einsätze. Davon hatten 64 mit Wasserschäden zu tun. Bei den anderen drehte es sich um umgeknickte Bäume und Äste.

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