Veranstalter zieht Corona-Bilanz - und ist selbst überrascht

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Nach 129 Tagen mit 134 Veranstaltungen ist das Kabarett- und Comedy Festival Ruhrhochdeutsch am Samstag (24.10.) zu Ende gegangen. Der Veranstalter ist überrascht über die Bilanz.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 27.10.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein außergewöhnliches Jahr für die Veranstaltungsreihe „Ruhrhochdeutsch". Nachdem am Anfang des Jahres noch nicht einmal feststand, ob das Festival überhaupt werde stattfinden können, und nachdem sich die Meldungen, was nun wieder erlaubt sei - und was nicht, überschlagen hatten, hatte es sodann doch schnell eine Konzeption gegeben.

Für Veranstalter Horst Hanke-Lindemann stand nämlich fest, gerade in schwierigen Zeiten und allem zum Trotz etwas auf die Beine stellen zu müssen.

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Nach 10 Jahren „Ruhrhochdeutsch" im historischen Spiegelzelt musste zunächst ein neuer Ort gefunden werden, der es erlauben würde, die vorgegebenen Hygienemaßnahmen einhalten zu können. Mit dem Schalthaus 101 auf Phoenix-West wurde ein solcher Ort im Juni schließlich gefunden.

Die Auf- und Umbauarbeiten dazu liefen bereits seit Ende Mai. Auf der Homepage unter www.ruhrhochdeutsch.de wurden künftig alle Informationen und Sicherheitshinweise, die die Gäste für ihren Besuch in der neuen Spielstätte benötigen, veröffentlicht. Maßgeblich an der Planung beteiligt waren die Stadt Dortmund sowie der Investor „World of Walas“, vertreten durch Gerber van Straaten, der die Schalthalle zur Verfügung stellte.

Großer Anklang und Verlängerung des Festivals

Am 17. Juni fand der erste Abend der Veranstaltungsreihe im festlich beleuchteten Schlathaus 101 und im Beisein von Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau statt. In den kommenden Wochen folgten Auftritte von Vertretern des politischen Kabaretts und der Comedy-Szene wie etwa Urban Priol, Christian Ehring, Anka Zink, Ingo Appelt und RebellComedy oder auch dem Wortakrobaten Jochen Malmsheimer.

Eigentlich sollte das Schalthaus am 11.10. seine Tore schließen. Weil sich das Konzept laut Veranstalter Hanke-Lindemann aber so hervorragend bewährt habe, hätte man sich kurzfristig dazu entschieden, eine Extra-Runde zu drehen und in die Verlängerung zu gehen. Dem Publikum sollte über einen weiteren Monat lang eine möglichst sorgenfreie Unterhaltung an dem corona-gerechten Spielort geboten werden.

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Wer sich an einem der kälteren Tage für einem Besuch des Festivals entschieden hatte, musste sich allerdings warm anziehen, denn auf die natürliche Durchlüftung konnten und wollten die Veranstalter aus Sicherheitsgründen nicht verzichten. „Wir freuen uns trotz allem darüber, wie gut unser Publikum unseren Standortwechsel angenommen hat und wie diszipliniert alle zum Gelingen beigetragen haben", sagt Hanke-Lindemann.

Auch sei er glücklich über die Tatsache, dass viele Künstler der diesjährigen Spielzeit es sich nicht hätten nehmen lassen, während der Festival-Verlängerung ein weiteres Mal im Schalthaus aufzutreten.

130 Veranstaltungen – Fast viereinhalb Monate Programm

Nach 129 Tagen mit 134 Veranstaltungen ging Ruhrhochdeutsch dann am Samstag (24.10.) zu Ende. Und die Bilanz scheint positiv auszufallen. So seien laut Veranstalter trotz des im Vergleich zum Vorjahr extrem schwierigen Corona-Jahres annähernd so viele Zuschauer ins Schalthaus 101 gekommen, wie noch 2019 ins Spiegelzelt. 60 Prozent aller Shows seien ausverkauft gewesen; die Gesamtauslastung habe bei 90 Prozent gelegen.

Planung für 2021 ist angelaufen

Laut Hanke-Lindemann sei die Planung für das 2021 stattfindende Festival „12 Jahre Ruhrhochdeutsch“ bereits in vollem Gange; und auch erste Namen könnten bereits genannt werden. So sollen etwa Rebell Comedy, Urban Priol, Torsten Sträter, Tobias Mann, Christian Ehring, LaLeLu, Basta, Eddi & Sari, Pawel Popolski, Ingo Appelt im nächsten Jahr zum Line-Up gehören.

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