Verbotene Videoüberwachung: Notebooksbilliger.de soll Millionen zahlen

Datenschutz

Der Elektronikhändler Notebooksbilliger.de soll wegen der Überwachung von Mitarbeitern per Video ein Millionenbußgeld zahlen. Die Kette hat auch eine Filiale in Dortmund.

Dortmund, Sarstedt

08.01.2021, 17:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wegen der Videoüberwachung von Mitarbeitern muss notebooksbilliger.de ein hohes Bußgeld zahlen.

Wegen der Videoüberwachung von Mitarbeitern muss notebooksbilliger.de ein hohes Bußgeld zahlen. © Wilco Ruhland (Archiv)

Ein Bußgeld in zweistelliger Millionenhöhe soll Notebooksbilliger.de zahlen, weil das Unternehmen Mitarbeiter auf unerlaubte Weise überwacht habe. Das teilte Niedersachsens Datenschutzbeauftragte Barbara Thiel am Freitag mit. Das Unternehmen hat seinen Sitz im niedersächsischen Sarstedt und betreibt auch in Dortmund eine Filiale.

Kameras hätten Arbeitsplätze und Aufenthaltsbereiche des Personals sowie Lager und Verkaufsräume erfasst, so die Mitteilung. Auch Kunden in Wartebereichen seien zudem auf einigen Aufnahmen zu sehen. Die Kameraüberwachung sei ohne Rechtsgrundlage über mindestens zwei Jahre gelaufen.

Eingriff in das Persönlichkeitsrecht

Die Argumentation von Notebooksbiliger.de, man habe den Warenfluss kontrollieren oder etwa möglichen Diebstählen vorbeugen wollen, greife aus ihrer Sicht nicht, erklärte Thiel. „Videoüberwachung ist ein besonders intensiver Eingriff in das Persönlichkeitsrecht, da damit theoretisch das gesamte Verhalten eines Menschen beobachtet und analysiert werden kann.“

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Die Maßnahme sei weder auf einen bestimmten Zeitraum noch auf konkrete Beschäftigte oder Verdachtsfälle bei Straftaten begrenzt worden. Nun soll der Onlinehändler, der auch stationäre Geschäfte betreibt, deshalb 10,4 Millionen Euro zahlen.

Einspruch eingelegt

Notebooksbilliger.de wies die Vorwürfe zurück und legte Einspruch gegen den Bußgeldbescheid ein. Dessen Höhe stehe „in keiner Relation zur Größe und Finanzkraft des Unternehmens sowie zur Schwere des angeblichen Verstoßes“, ließ Chef Oliver Hellmold mitteilen.

„Bei verschwundener oder beschädigter Ware werden die gespeicherten Aufzeichnungen allenfalls nachträglich auf Hinweise untersucht. Dieses Vorgehen ist bei Versand- und Logistikunternehmen Standard.“

mit DPA

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