Verbotszone etabliert sich als Party-Treffpunkt

Silvester

Mit Containerbränden und hier und da einer Kloppe war der Jahreswechsel 2017 / 2018 in Dortmund eine ganz normale Silvesternacht. Eine Böller-Verbotszone in der Innenstadt setzt sich offenbar als Party-Treffpunkt durch. In Bahnhofs-Nähe gab es eine sexuelle Belästigung.

Dortmund

, 01.01.2018, 11:54 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der Platz für Leeds war viele Dortmund-Besucher ein Treffpunkt - hier wird ein Selfie aufgenommen.

Der Platz für Leeds war viele Dortmund-Besucher ein Treffpunkt - hier wird ein Selfie aufgenommen. © Peter Bandermann

„Nichts Weltbewegendes“ meldete die Feuerwehr, abgesehen von kleineren Containerbränden. „Keine besonderen Vorkommnisse“ lautete um 2.16 Uhr auch das vorläufige Fazit der Polizei. Die Silvesternacht in Dortmund eignete sich beim Jahreswechsel 2017 / 2018 nicht für spektakuläre Nachrichten. Nicht einmal Fakenews-Produzenten konstruierten Krawall. Vor einem Jahr wurde ein 12-Minuten-Einsatz der Feuerwehr nach einem Mini-Schwelbrand zu einem Anschlag auf die St.-Reinoldi-Kirche umgedeutet. Als „Täter“ mussten Migranten herhalten.

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Die Silvesternacht in Dortmund

01.01.2018
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Kurz nach 23 Uhr vor dem Dortmunder Hauptbahnhof: Viele auswärtige Besucher strömen für den Jahreswechsel in die Innenstadt.© Peter Bandermann
Die Katharinenstraße am Dortmunder Hauptbahnhof kurz nach 23 Uhr. Ein Jahr zuvor war hier deutlich mehr los.© Peter Bandermann
Die Katharinenstraße kurz nach 23 Uhr.© Peter Bandermann
Im Einsatz war in Dortmund auch Bereitschaftspolizei.© Peter Bandermann
Polizisten überprüfen auf dem Bahnhofvorplatz eine kleine Personengruppe.© Peter Bandermann
Die EDG war schon vor Mitternacht im Einsatz - wie immer an Party-Wochenenden.© Peter Bandermann
Ruhe vor dem Jahreswechsel: Eine mobile Wache der Polizei vor dem Platz von Leeds.© Peter Bandermann
Der Alte Markt in Dortmund, im Hintergrund die Reinoldikirche.© Peter Bandermann
Polizisten überprüfen auf dem Bahnhofsvorplatz eine kleine Personengruppe.© Peter Bandermann
Bereitschaftspolizei kurz vor 23 Uhr auf dem Platz von Leeds. Die Polizei "marktierte" diesen Ort, um auf die Pyro-Verbotszone hinzuweisen.© Peter Bandermann
Auf dem Platz von Leeds: Polizisten sprechen einen Mann an, der zuvor mit angezündeter Pyrotechnik durch die Menschenmenge gelaufen war.© Peter Bandermann
Das neue Jahr hat begonnen: Am Platz von Leeds warten Dortmund-Besucher aufs Feuerwerk.© Peter Bandermann
Der Platz für Leeds war viele Dortmund-Besucher ein Treffpunkt - hier wird ein Selfie aufgenommen.© Peter Bandermann
Das neue Jahr ist da: Der Platz von Leeds war wieder ein großer Treffpunkt in der Dortmunder Innenstadt.© Peter Bandermann
Einer der häufigsten Eindrücke: Ein Besucher fotografiert Feuerwerk.© Peter Bandermann
Polizei auf dem Platz von Leeds.© Peter Bandermann
Feuerwerk am Reinoldi-Pylon in der Dortmunder Innenstadt.© Peter Bandermann
Präsenz, um Randale zu verhindern: Polizei in der Dortmunder Innenstadt.© Peter Bandermann
Der Platz von Leeds war wieder ein Treffpunkt für viele Menschen.© Peter Bandermann
Frohes neues Jahr auf dem Platz von Leeds: Mini-Feuerwerk zum Jahreswechsel.© Peter Bandermann
Polizei, Ordnungsamt und Dortmund-Besucher auf dem Platz von Leeds.© Peter Bandermann
Dortmund-Besucher auf dem Platz von Leeds in Dortmund.© Peter Bandermann
Ein Streifenwagen der Dortmunder Polizei auf dem Platz von Leeds.© Peter Bandermann
Der Platz von Leeds war Treffpunkt für viele Menschen, die in Dortmund den Jahreswechsel feiern wollten.© Peter Bandermann
Auf dem Platz von Leeds: Wer mit Feuerwerk anrückte, musste Pyrotechnik abgeben oder weitergehen.© Peter Bandermann
Polizei und Ordnungsamt auf der Katharinenstraße vor dem Dortmunder Hauptbahnhof.© Peter Bandermann
30 Minuten vor Mitternacht auf dem Platz von Leeds: Polizei und Ordnungsamt sprechen Personen an, die ihre Pyrotechnik entweder abgeben oder den Platz von Leeds verlassen sollen.© Peter Bandermann
Polizei und Ordnungsamt auf der Katharinenstraße vor dem Dortmunder Hauptbahnhof.© Peter Bandermann
Im Einsatz war in Dortmund auch Bereitschaftspolizei.© Peter Bandermann
Dortmund-Besucher im Brückstraßen-Viertel.© Peter Bandermann
Bereitschaftspolizei auf dem Platz von Leeds.© Peter Bandermann

Zwei Böller-Verbotszonen in der Innenstadt

In ganz NRW war die Polizei schon am frühen Abend mit verstärkten Kräften im Einsatz, um Straftaten wie 2015 / 2016 in Köln und anderen deutschen Großstädten zu verhindern. Das Ziel: „Ein Höchstmaß an Sicherheit“, wie es Polizeisprecher Oliver Peiler formulierte. Die Stadt Dortmund hatte in der Innenstadt zwei Böller-Verbotszonen eingerichtet. Die große Mehrheit der vielen absolut friedlichen Innenstadt-Besucher hielt sich an die Pyrotechnik-Verbote, hielt aber ab 23.30 Uhr Ausschau nach Menschenansammlungen – in der Hoffnung, ein spektakuläres Feuerwerk sehen zu können. Hier und da gerieten Trunkenbolde aneinander. Wie das so ist an Party-Wochenenden.

Schnell Festnahme nach sexueller Belästigung

Um 11.27 Uhr am Neujahrstag legte die Dortmunder Polizei eine weitere Bilanz nach: Mehrere Personen hatten mit Schreckschusspistolen in die Luft gefeuert. Die Waffen wurden sichergestellt. Auf der Nordseite des Hauptbahnhofs beobachteten Zivilbeamte der Polizei um 1.30 Uhr zwei junge Männer, die eine 32-jährige Dortmunderin sexuell belästigten. Die Polizisten gingen dazwischen und konnten einen 18-jährigen Mann aus Guinea festnehmen. Der zweite Tatverdächtige konnte entkommen. Bei einer Kontrolle auf dem Platz von Amiens erkannte die Polizei einen Mann, der per Haftbefehl gesucht wurde. Zwei weitere Männer bunkerten Drogen und Bargeld. Sie beleidigten die Polizisten und übernachteten in einer Zelle im Polizeipräsidium. Weitere Zahlen: 10 Platzverweise, 2 Ingewahrsamnahmen und 2 Festnahmen.

Unter den Dortmund-Besuchern waren viele auswärtige Gäste, wie Gespräche von Mitarbeitern des Ordnungsamts am Hauptbahnhof ergaben. Viele auswärtige Besucher fragten sich zum Platz von Leeds an der Reinoldikirche durch. Der Platz muss sich also als Party-Treffpunkt herumgesprochen haben. Polizei und Ordnungsamt zeigten dort viel Präsenz. Wer mit Böllern und Raketen in Plastiktüten ankam, musste die Pyrotechnik abgeben oder weiterziehen. Mit der Folge, dass die Pyrotechnik im Umfeld abgebrannt wurde.

Platz von Leeds als großer Silvester-Treffpunkt

Dennoch etablierte sich der Platz von Leeds, wie schon vor einem Jahr, als Treffpunkt. Gegen Mitternacht standen laut Polizei rund 1000 Menschen auf dem Platz an der Reinoldikirche, um den Jahreswechsel zu feiern. Mit pompösen Feuerwerks-Batterien, Böllern und Raketen oder auch nur bescheiden mit Wunderkerzen. Der Platz von Leeds wird an Bedeutung gewinnen: In einem Jahr könnte die Baustelle für den „Boulevard Kampstraße“ den Ort beeinträchtigen, aber nach dem Bau eines Studenten-Wohnhauses mit 430 Wohnungen gewinnt der Platz von Leeds wieder an Bedeutung. Die Eröffnung ist für den September 2019 geplant.

Vereinzelt war zu beobachten, wie sorglos mit Pyrotechnik umgegangen wird: Ein junger Mann spazierte mit einer angezündeten Feuerwerks-Batterie auf dem Platz von Leeds durch die Menschenmenge. Polizisten forderten ihn auf, den Unsinn zu unterlassen. Auf dem Brüderweg verirrte sich eine Rakete auf einen Balkon, richtete aber keinen Schaden an. Das Böller-Verbot sei, berichtete Polizeisprecher Kim Ben Freigang in der Nacht zum 1. Januar 2018, „weitestgehend“ beachtet worden. In der Nähe zum Platz von Leeds sei es „immer wieder zu Verstößen“ gekommen. Polizei und Ordnungsamt kassierten Pyrotechnik ein und sprachen Platzverweise aus.

Kriminalpolizei ermittelt nach Brand in Brackel

Nicht geklärt ist die Ursache eines Feuers auf einem Balkon an der Geleitstraße in Brackel. Gegen 22.30 Uhr entdeckten Zeugen starken Rauch und verständigten die Feuerwehr. Auf dem Balkon brannten Gegenstände. Rauch drang in die zurzeit nicht bewohnbare Wohnung ein. Die Kriminalpolizei ermittelt.

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