Verbraucherberatung warnt: Mastercard-Sofortkredit entpuppt sich als teure Falle

rnDubiose Geschäftspraktiken

Wer sich finanziell in Schieflage befindet, verfällt schon mal dem Angebot einer Mastercard Gold mit Sofortkredit bis zu 7777 Euro. Doch die Verbraucherberatung warnt: Am Ende wird‘s teuer.

Dortmund

, 02.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Es klingt wie der berühmte Strohhalm, wenn einem finanztechnisch das Wasser bis zum Hals steht: Der Kreditvermittler blitz.credit verspricht schnelle Hilfe. Im Internet und auf Facebook bot er eine Mastercard Gold sowie einen schufafreien Sofortkredit bis zu 7777 Euro an und damit den unproblematischen Zugang zum bargeldlosen Bezahlen. Greift man danach, schnappt die Kredit-Falle zu.

Immer wieder sah sich die Verbraucherberatung Dortmund im vergangenen Jahr mit diesem betrügerischen Geschäftsmodell konfrontiert. Und immer wieder standen am Ende Enttäuschung und Ärger. „Die Verbraucher erhielten nicht den erhofften Kredit“, berichtet die Leiterin der Dortmunder Verbraucherzentrale, Helene Schulte-Bories.

Auslieferung per Nachnahme

Stattdessen bekamen sie ein Starterpaket mitsamt Zugangsdaten für die Beantragung einer kostspieligen Prepaid-Kreditkarte. 149,90 Euro Ausgabegebühr mussten sie bei der Auslieferung per Nachnahme bezahlen. Die Prepaid-Karte muss aber, wie der Name schon sagt, entgegen der Werbung erst mit einem Guthaben aufgeladen werden, um sie nutzen zu können. Wer auf der Suche nach einem günstigen Kredit ist, dem nützt diese Prepaid-Mastercard also überhaupt nichts. Den versprochenen Blitzkredit gibt es nicht.

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Wurde die Annahme des Starterpakets verweigert, folgten trotzdem Zahlungsaufforderungen, zusätzliche Mahn- sowie Inkassokosten von bis zu 555,45 Euro. Blitzinkasso statt Blitzkredit. „Die Kunden haben sogar noch einen Bonitätscheck abgeschlossen“, sagt Schulte-Bories, „dabei kann jeder einmal im Jahr seine Schufa-Auskunft kostenlos anfragen.“

Rettungsanker Schuldnerberatung

Die Masche dubioser Anbieter von Finanzdienstleistungen wird auch auf anderen Internetseiten versucht, etwa unter den Namen schneller.credit, sofort.credit, kreditanfrage.gratis oder verbraucher.cards. Besonders Verbraucher mit niedrigem Einkommen, negativer Bonität oder solche, die sich in unserem Wirtschaftssystem noch nicht auskennen, würden gezielt mit diesen vermeintlichen Kreditangeboten in die Falle gelockt, berichtet Helene Schulte-Boris. Die Verbraucherzentrale rät, solche Angebote links liegen zu lassen und vorab niemals Zahlungen zu leisten.

Die Verbraucherberatung hilft bei roten Zahlen mit einem Rettungsanker – in der Schuldner- und Insolvenzberatung fanden Dortmunder in 717 Beratungen auch 2018 schnell und wirkungsvoll Hilfe. Durch die rechtliche Prüfung von Gläubigerforderungen konnten die Beraterinnen in vielen Fällen windige Geschäftspraktiken entlarven.

  • Auch untergeschobene Lieferverträge für Strom und Gas, falsche High-Speed-Werbeversprechen von Telekommunikationsunternehmen und überteuerte Schlüsseldienste gehören zu den Fällen der Verbraucherberatung Dortmund. Zudem bietet sie eine Finanz-, Schuldner- und Energieberatung an.
  • Die Beratungsanfragen werden immer anspruchsvoller und komplexer, doch sie können häufig unter dem einen Dach der Verbraucherberatung geklärt werden.
  • Im vergangenen Jahr waren es 16.027 Anfragen. In der Hälfte der Fälle ging es um Finanzen.
  • Bei der Rechtsberatung ging es in den 2385 Beratungen am häufigsten um Telefon und Internet (34 Prozent), gefolgt von Allgemeinen Dienstleistungen (22 Prozent) und Finanzen (14 Prozent).
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