Verdächtiger ist mehrfach verurteilter Sexualtäter

Missbrauch nach Pokalfinalfeier

Die Vorwürfe gegen einen 41-jährigen Dortmunder wiegen schwer: Nach der Pokalparty-Nacht soll er eine Frau am Friedensplatz in sein Auto gelockt und sexuell belästigt haben, während er mit zeitweise 180 km/h über die Autobahn raste. Nun wurde bekannt, dass der Mann ein bereits mehrfach verurteilter Sexualstraftäter ist. Er war sogar in Sicherheitsverwahrung.

DORTMUND

, 07.08.2017, 15:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Friedensplatz bei einem BVB-Public Viewing.

Der Friedensplatz bei einem BVB-Public Viewing.

Wegen Körperverletzung und sexueller Nötigung klagt die Staatsanwaltschaft einen 41-jährigen Mann an, der nach der Pokalsieg-Party in der Dortmunder Innenstadt am 28. Mai 2017 in seinem PKW eine Frau (29) während der Fahrt zeitweise bei 180 km/h angegriffen und angefasst haben soll.

Der wegen ähnlicher Taten vorbestrafte Dortmunder wurde 2015 auf Bewährung aus der Sicherungsverwahrung in Werl entlassen, obwohl er seit 1998 immer wieder als Sexualstraftäter aufgefallen ist.

Kinder missbraucht, Vergewaltigungen - die Taten im Überblick:

  • 1998 verurteilte ihn ein Landgericht wegen sexueller Nötigung und sexuellen Missbrauchs von Kindern zu drei Jahren Haft.
  • Nur vier Jahre später, 2002, die nächste Tat und das nächste Urteil: 2 Jahre und 6 Monate nach einem schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes in Tateinheit mit sexueller Nötigung.
  • Die Strafen schreckten den Mann nicht ab. Nach der Haft suchte er sich ein neues Opfer und musste wegen sexueller Nötigung mit vorsätzlicher Körperverletzung und versuchter Erpressung vor dem Landgericht erscheinen. Das Urteil: 2 Jahre und 9 Monate Haft.
  • 2004 dann ein weiteres Verfahren. Wegen Vergewaltigung in zwei Fällen. Das Landgericht verhängte 4 Jahre und 6 Monate Haft und ordnete die Sicherungsverwahrung an.

Bewährungs-Programm hatte keinen Erfolg

2015 setzte die für das Gefängnis in Werl zuständige Strafvollstreckungskammer die Sicherungsverwahrung zur Bewährung aus. Das Land NRW nahm den 41-Jährigen in das Programm „Konzeption zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern“ („Kurs“) auf. Ohne Erfolg.

Als der Tatverdächtige am 28. Mai eine orientierungslos wirkenden Frau in der Innenstadt entdeckte, täuschte er vor, ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes zu sein und bot der Frau an, sie zu ihrem PKW zu bringen. Die Fahrt endete in Ennepetal. Das Opfer konnte entkommen und erstattete Anzeige.

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