Verdi kündigt in Dortmund mehrere Streiks noch für diese Woche an

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Nächste Streikwelle im öffentlichen Dienst in Dortmund: Noch in dieser Woche ruft Verdi mehrere Berufsgruppen zum Warnstreik auf. Besonders an einem Tag erwischt es die Stadt hart.

Dortmund

, 13.10.2020, 09:07 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst hat ihre nächste Stufe erreicht: Am Mittwoch (14. Oktober) und Donnerstag (15. Oktober) wird das öffentliche Leben durch verschiedene Warnstreiks zum Teil stark eingeschränkt werden.

Verdi ruft die Beschäftigten des Klinikums Dortmund, des Klinikums Westfalen, der Städtischen Seniorenheime Dortmund und der LWL-Einrichtungen in Dortmund für Mittwoch (14. Oktober) im Rahmen des Tarifkonflikts im öffentlichen Dienst zu einem Warnstreik auf.

Am Donnerstag (15. Oktober) folgt dann ein weiterer ganztägiger Warnstreik, der voraussichtlich weite Teile des öffentlichen Lebens in Dortmund lahmlegen wird.

Aufgerufen sind die Beschäftigten folgender Bereiche:

  • der DSW21 und damit des öffentlichen Nahverkehrs
  • der gesamten Stadtverwaltung inklusive aller Eigenbetriebe, vor allem der städtischen Fabido-Kitas
  • der DEW21
  • der Donetz
  • der EDG
  • der Sparkasse
  • des Jobcenters und der Agentur für Arbeit.

Zudem werden alle Beschäftigten aus Castrop-Rauxel, Lünen und Schwerte nach Dortmund anreisen. Geplant sind verschiedene Demonstrationszüge. Die Abschlusskundgebung findet auf dem Südwall statt.

Keine Bahnen am Mittwoch, geschlossene Kitas am Donnerstag

Für die Fahrgäste des ÖPNV in Dortmund bedeutet das, dass am Donnerstag sämtliche Stadtbahn- und Buslinien nicht fahren werden. Dies gilt vom Betriebsbeginn (ca. 3.30 Uhr) bis Betriebsende (ca. 1.30 Uhr am 16. Oktober).

Betroffen sind auch die Nachtexpress-Linien von DSW21 und die von DSW21 in den Nachbarstädten Castrop-Rauxel (480, 481, 482 und NE 11) und Schwerte (430, 435 und NE 25) betriebenen Buslinien.

Die Kundencenter an der Petrikirche, Hörde-Bahnhof und Castrop-Betriebshof bleiben ganztägig geschlossen. Vom Streik nicht betroffen sind die Nahverkehrszüge und S-Bahn-Linien im DSW21-Verkehrsgebiet sowie die H-Bahn.

„Krankenhausbetrieb läuft zu 50 Prozent“

Bereits einen Tag zuvor sollen nach dem Willen von Verdi alle Berufsgruppen des Klinikums Dortmund, der beiden Knappschaftskrankenhäuser und der LWL-Einrichtungen aus Dortmund auf die Straße gehen. „Es wird überall einen Notdienst geben. Die Notfall-Ambulanz wird auf jeden Fall betrieben. Auch die Corona-Abteilung ist vom Streik nicht betroffen“, sagt Heike Kromrey, vom Fachbereich Gesundheit und Soziales von Verdi Westfalen.

Das Klinikum Westfalen teilte auf Anfrage unserer Redaktion mit: „Die medizinische Versorgung ist durch den Streik nicht eingeschränkt. Es wird eine Notversorgung geben“, sagte Pressesprecher Klaus-Peter Wolter.

Rudolf Mintrop, Vorsitzender der Geschäftsführung des Klinikum Dortmund, meinte: „Es gilt - wie beim letzten Streik - die Notdienstvereinbarung. Das heißt, alles Dringliche und alle Notfälle werden ganz normal behandelt. Allgemein lässt sich sagen, dass 50 Prozent des Krankenhausbetriebes am Laufen gehalten werden.“

Vor zwei Wochen schon mal gestreikt

Der Streikzug startet am Mittwoch gegen 9.15 Uhr am Klinikum Dortmund und führt über die Beurhausstraße, Hohe Straße, Südwall, Ruhrallee, Saarlandstraße, Märkische Straße, Kleppingstraße und Olpe bis zur zentralen Kundgebung auf dem Friedensplatz. „Wir werden auf den Straßen Dortmunds sichtbar sein“, kündigt Kromrey an.

Vor knapp zwei Wochen (30. September) hatten mehrere Hundert Pfleger und andere Krankenhaus-Mitarbeiter in Dortmund ihre Arbeit niedergelegt. Mitarbeiter des Klinikums Dortmund und des Knappschaftskrankenhauses in Lütgendortmund hatten zum Streik aufgerufen. Damals beteiligten sich nach Angaben von Verdi mindestens 250 Mitarbeiter an dem Streik.

Lohnerhöhung gefordert

Verdi fordert für alle 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro, und die Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro. Außerdem erwarten die Beschäftigten Entlastung durch zusätzliche freie Tage und die Angleichung der Arbeitszeiten im Osten an das westdeutsche Niveau.

Für das Gesundheitswesen führen die Tarifparteien zusätzliche Gespräche, um die spezielle Situation in den Blick zu nehmen. Verdi erwartet unter anderem eine Pflegezulage von 300 Euro, eine bessere Bezahlung im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die Begrenzung der Arbeitszeit im Rettungsdienst auf 45 Stunden pro Woche.

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Zudem sollen die Versprechen aus der letzten Tarifrunde umgesetzt werden, auch im Gesundheitswesen die Pausen in Wechselschicht auf die Arbeitszeit anzurechnen und den Samstagszuschlag auf 20 Prozent anzuheben.

Ein zentrales Thema ist die besondere Zulage - die so genannte Pflegezulage in Krankenhäusern und kommunalen Senioreneinrichtungen. Nach Angaben von Verdi deutet sich hier ein Entgegenkommen der Arbeitgeberseite an - allerdings nur für die Pflegekräfte, die direkt auf den Stationen „am Bett“ der Patienten arbeiten. Hier vermutet die Gewerkschaft, dass „diese Trennung die Belegschaft in den Krankenhäusern spalten würde“.

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