Verein wird 5: Das würde in Hörde ohne „Wir am Hörder Neumarkt“ fehlen

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Was wäre Hörde ohne den Verein „Wir am Hörder Neumarkt“? Die Gegend sähe jedenfalls komplett anders aus. Zum fünften Geburtstag des Vereins blicken wir auf die vier wichtigsten Bausteine.

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, 10.09.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 29. September wird kein Tag sein, an dem sich die Mitglieder des Vereins „Wir am Hörder Neumarkt“ selbst feiern werden. „Geplant ist ein gemeinsames Essen mit Mitgliedern, Freunden und Förderern“, sagt der Vorsitzende Helmut Grundmann. „Aber ein großes Fest wird es nicht geben.“

Der Verein hätte an diesem letzten Sonntag im September aber allen Grund, auch mal weniger bescheiden zu sein. Denn in den fünf Jahren seit der Gründung hat sich der Hörder Neumarkt vor allem wegen „Wir am Hörder Neumarkt“ stark gewandelt. Das alles gäbe es ohne das Engagement der Mitglieder nicht:

Neumarktfest und Trödelmarkt: An jedem zweiten Wochenende im Juni findet das große Stadtteilfest auf dem Neumarkt statt, traditionell ist der Sonntag für den Trödelmarkt reserviert. „Der kann nur sonntags mit einer Ausnahmegenehmigung stattfinden, weil die Einnahmen aus den Standgebühren komplett in den eingetragenen Verein fließen“, sagt Grundmann.

2004 gab es die erste Auflage des Festes, damals noch organisiert von der noch jungen Interessengemeinschaft Hörder Neumarkt - aus der 2014 der Verein entstanden ist.

Integrationsprojekte: „Mit dem Zuzug geflohener Menschen im Jahr 2015 nach Hörde engagierten wir uns auch für die Integration der neuen Nachbarinnen und Nachbarn in die Gemeinschaft“, heißt es in einem kurzen Text des Vereins über seine Geschichte. Gemeinsam mit anderen Vereinen und Akteuren aus dem Stadtteil hat „Wir am Hörder Neumarkt“ Projekte gestartet.

Mehr als ein Jahr lang haben zugewanderte Frauen im Haus Rode, der Heimat des Vereins, gemeinsam Gerichte aus ihren Heimatländern gekocht. Und zum Essen kamen dann auch die alteingesessenen Nachbarn. „Das Interesse war sehr gut“, sagt Grundmann.

Verein wird 5: Das würde in Hörde ohne „Wir am Hörder Neumarkt“ fehlen

Die Bänke hat der Verein „Wir am Hörder Neumarkt“ aufstellen lassen. © Michael Nickel

Ein Vermächtnis aus dieser Zeit ist das Programm „Weltreise“, bei dem jedesmal ein anderes Land vorgestellt wird. Gegessen wird dann auch wieder etwas Landestypisches. Anfang September ging es zum Beispiel nach Kuba. Jeden zweiten Dienstag gibt es Westfälisches, am zweiten Sonntag im Monat findet ein Frauenfrühstück statt.

Kulturprojekte: Filmabende, Konzerte und Ausstellungen sind regelmäßig im Monatsprogramm. Der Eintritt für die musikalischen Veranstaltungen ist frei, der Spendenhut geht herum.

Verein wird 5: Das würde in Hörde ohne „Wir am Hörder Neumarkt“ fehlen

Dieser Trinkbrunnen gehört zur Spielplatz-Anlage auf dem Hörder Neumarkt. © Michael Nickel

Bis Ende des Jahres läuft noch ein Projekt, in dem Kinder ans Musizieren herangeführt werden sollen. Eine Premiere gibt es am 20. September (Freitag), wenn ab 20 Uhr der erste Mitsingabend im Haus Rode stattfindet. „Für die Zukunft sind auch Literaturlesungen geplant“, sagt Dr. Richarda Reuschel, die zweite Vorsitzende des Vereins. Dafür fehlt allerdings noch das Geld.

Sowieso ist der Verein auf Spenden und Förderungen angewiesen. „In den fünf Jahren haben wir mehr als 30 Projekte durchgeführt“, sagt Grundmann. Fast alle sind gefördert worden.

Bänke, Spielplatz und Tischtennisplatte: „Der Neumarkt hat sich total gewandelt“, sagt Reuschel ist. Grundmann erinnert sich: „Vor zehn Jahren hatte eine Drogen- und Trinkerszene den Platz in Beschlag genommen. Die ist jetzt quasi weg.“ Dafür gesorgt hat sicherlich die Infrastruktur.

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„Wir am Hörder Neumarkt“ hat Bänke aufgestellt, einen Spielplatz errichtet, den Anschluss für einen Weihnachtsbaum mit Beleuchtung installiert und zuletzt noch eine Tischtennisplatte auf den Neumarkt gebracht, sodass jetzt auch vor allem Kinder und Jugendliche einen Raum haben. „Die Fläche wird gut genutzt“, sagt Reuschel.

Am 19. September (Donnerstag) bekommt der Neumarkt zudem einen Bücherschrank - Mitglieder des Vereins sind dann die Paten. In der Überlegung ist auch die Etablierung eines Feierabendmarktes.

Ziele: „Wir werden nie alle Ziele erreichen“, sagt Helmut Grundmann. „Wenn wir irgendwann eine Sache erreichen, tut sich woanders ein neues Ziel auf.“ Eine perfekte Welt wird es am Neumarkt also nie geben.

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