Vergewaltiger verurteilt

DORTMUND Zwei Vergewaltigungen, zwei Prozesse, zwei Urteile: Das Landgericht hat am Dienstag einen Zuhälter aus Eving und einen Fernfahrer aus Lindenhorst für mehrere Jahre in Haft geschickt.

von Von Martin von Braunschweig

, 23.01.2008, 10:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Den Auftakt machte um 12.10 Uhr die 39. Strafkammer. Die Richter hatten über einen Fall zu entscheiden, der in Sachen Brutalität kaum zu überbieten ist. Der angeklagte Fernfahrer hatte im September eine Prostituierte vom Straßenstrich derart misshandelt, dass sie eine zwölf Zentimeter lange Risswunde erlitt. Die Frau verlor einen Liter Blut und wäre an den Folgen der Verletzung fast gestorben.

Der Angeklagte hatte sich im Prozess bei seinem Opfer entschuldigt und zugesichert, der Frau 15.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Sobald er die verhängte Haftstrafe von viereinhalb Jahren verbüßt hat, will er sich um eine Arbeitsstelle bemühen.

Der Vorsitzende Richter Peter Windgätter stellte in der Urteilsbegründung klar: "Wenn auf dem Straßenstrich bestimmte Vereinbarungen getroffen werden, müssen sich beide Seiten daran halten. Natürlich stehen auch Prostituierte unter dem Schutz des Gesetzes. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass ein Freier sie menschlich behandelt."

Etwa eine Stunde nach dem Urteil verkündete auch die 35. Strafkammer ihre Entscheidung. Ein 38 Jahre alter Zuhälter, der eine damals erst 15-jährige Prostituierte über Wochen hinweg überwacht und finanziell ausgebeutet hat, wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Darüber hinaus sind die Richter davon überzeugt, dass der Mann die Frau zusammen mit drei weiteren Männern vergewaltigt hat.

Richter Johannes Nüsse ging mit dem Mann hart ins Gericht: "Sie haben die Frau wirtschaftlich entmündigt und ihr alles zur Verfügung stehende Geld abgenommen." Der 38-Jährige hatte die Vorwürfe bis zuletzt vehement bestritten und die heute 16 Jahre alte Prostituierte als Lügnerin hingestellt.

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