Der Angeklagte ist in einem ersten Prozess zu acht Jahren Haft verurteilt worden. © Werner von Braunschweig
Dortmunder angeklagt

Vergewaltigung und Folter? Mann aus Haft entlassen – aber weiter vor Gericht

Ein Vergewaltigungs- und Prügeldrama in Dortmund beschäftigt zum zweiten Mal das Landgericht. Der Angeklagte (54) ist inzwischen aus der U-Haft entlassen worden. Dennoch wird weiterverhandelt.

Ein Prozess gegen einen mutmaßlichen Vergewaltiger vor dem Landgericht ist am Mittwoch (20.10.) in die nächste Runde gegangen. Die 31. Strafkammer des Landgerichts hatte den inzwischen 54 Jahre alten Dortmunder im Herbst 2019 zu acht Jahren Haft verurteilt.

Nachdem der Bundesgerichtshof diese Entscheidung in der Revision aufgehoben hat, muss nun eine andere Kammer des Landgerichts den Fall noch einmal komplett neu aufrollen.

Revision war erfolgreich

Im Juni 2018 soll es in der Wohnung des Mannes in Hörde zu einem wahren Vergewaltigungs- und Prügeldrama gekommen sein. Eine Bekannte des 54-Jährigen wurde offenbar mit Gegenständen gequält und einem Kabel ausgepeitscht.

Inzwischen ist jedoch unklarer als je zuvor, welche Rolle der Angeklagte bei diesem Geschehen gespielt hat. Fest steht, dass auch ein 14 Jahre altes Mädchen und ein 13-jähriger Junge anwesend waren und sich an den Übergriffen beteiligt haben.

Vorstrafe wegen Missbrauchs

Ein Polizist schilderte den Richtern am Mittwoch zwar, dass der Junge in seiner ersten Vernehmung den Angeklagten schwer belastet habe. Weil der Zeuge dies im aktuellen Prozess aber nicht mehr wiederholen konnte oder wollte, wurde der 54-Jährige inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassen.

Der Mann war erst 2017 nach mehr als zwölf Jahren im Gefängnis freigekommen. Die damalige Haftstrafe hatte er wegen sexuellen Kindesmissbrauchs erhalten.

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