Vergewaltigungsdrama in Nette? Angeklagter beteuert Unschuld

Landgericht Dortmund

Nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung seiner Ehefrau steht ein 34-jähriger Flüchtling aus Syrien seit Freitag in Dortmund vor Gericht. Die Anklage schildert gleich eine ganze Serie von dramatischen Gewaltszenen. Doch der Angeklagte schwört - "bei Allah" - es sei alles frei erfunden.

NETTE

10.02.2017, 14:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Sommer 2016 soll die Wohnung der Flüchtlingsfamilie in Nette binnen zwei Wochen mindestens fünfmal zum Schauplatz brutaler Übergriffe geworden sein. Mal soll der  Angeklagte nach einem Streit seiner schwangeren Ehefrau in den Bauch getreten haben, mal die Wohnungstür zertrümmert, mal über ein gekipptes Fenster eingebrochen sein, um seiner Ehefrau die Aufenthaltspapiere zu stehlen. 

Brutale Vergewaltigung

Der gravierendste Vorwurf aber ist eine unfassbar brutale Vergewaltigung: Am 30. August soll der 34-Jährige - der nach Streitigkeiten zeitweise nicht in der Familienwohnung lebte - über seine Frau hergefallen sein, ihr die Kleidung vom Leib gerissen, sie erniedrigt und vor den Augen des gemeinsamen Sohnes (eineinhalb Jahre) vergewaltigt haben. 

Zum Prozessauftakt wies der Angeklagte sämtliche Vorwürfe zurück. Er habe seine Ehefrau weder geschlagen noch vergewaltigt. "Ich habe ihr nichts getan",  ließ der Angeklagte einen Dolmetscher für ihn übersetzen. Und weiter: "Ich schwöre bei Allah, ehrlich, das ist die Wahrheit."

Der 34-Jährige erhob seinerseits schwere Vorwürfe gegen seine Ehefrau. Die Familie war im Sommer 2015 aus Syrien über die Balkanroute nach Deutschland geflohen. Kaum in Europa angekommen, habe sich seine Frau viel zu freizügig gezeigt, indem sie vor anderen Männer das Baby gestillt oder in der Wohnung ohne Kopftuch herum gelaufen sei. "Damit war ich nicht einverstanden", so der 34-Jährige. "So sind unsere Sitten und Gebräuche nicht."

Gemeine Intrige der Ehefrau?

Letztlich könne er sich die ganzen Gewalt-Vorwürfe nur als gemeine Intrige seiner Frau erklären. Einziges Ziel sei es, ihn am Ende endgültig loszuwerden. Fakt ist: Die Frau hatte im vergangenen Sommer immer wieder die Polizei alarmiert. Zum letzten Mal nach der mutmaßlichen Vergewaltigung. Seit diesem Tag sitzt der Angeklagte nun auch in Untersuchungshaft.

Ein Urteil wird frühestens am 17. Februar erwartet. 

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