Verkaufsoffene Sonntage stehen auf der Kippe

Einzelhandel in Dortmund

Verkaufsoffene Sonntage locken immer wieder Tausende Kunden in die Innenstädte. Auch in Dortmund sind in diesem Jahr insgesamt neun Sonntage mit geöffneten Geschäften geplant. Doch die Pläne stehen auf der Kippe, denn die Gewerkschaft Verdi und die Kirchen stellen sich quer.

DORTMUND

, 07.04.2017, 02:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Verkaufsoffene Sonntage stehen auf der Kippe

Verkaufsoffene Sonntage in der City – wie hier zuletzt im November – sind bisher immer ein großer Besuchermagnet gewesen. Ob es sie künftig noch gibt, ist offen.

In Duisburg hat das Verwaltungsgericht letzte Woche einen verkaufsoffenen Sonntag erlaubt und einen Eilantrag der Gewerkschaft Verdi abgelehnt. In Essen dagegen sind alle verkaufsoffenen Sonntage tot. In Dortmund versucht die Ordnungsverwaltung in Gesprächen mit der Gewerkschaft und den Kirchen, jeden einzelnen der noch für dieses Jahr beschlossenen neun verkaufsoffenen Sonntage (zwei in der City und sieben in den Vororten) zu retten.

„Wir stehen vor dem ganz großen Risiko, dass auch in Dortmund verkaufsoffene Sonntage beklagt werden und bei erfolgreicher Klage nicht wiederbelebt werden können“, ließ am Dienstag Rechtsdezernentin Diane Jägers den Ausschuss für Bürgerdienste wissen.

In Brackel gestrichen

So musste der verkaufsoffene Sonntag am 12. März in Brackel ausfallen, weil die Verkaufsfläche größer gewesen wäre als die Veranstaltungsfläche, die die Besucher anlocken sollte. Bei einem Straßendorf wie Brackel sei es ausgesprochen schwierig, eine entsprechend große Ereignisfläche bereitzustellen, so Jägers.

Beim verkaufsoffenen Sonntag am vergangenen Wochenende in Hörde (Hörder Frühling) wurde die Verkaufsfläche in enger Abstimmung mit Kirchen und Gewerkschaft verringert. Unter anderem der neue Media-Markt wurde von den Geschäftsöffnungen ausgenommen.

Unterlagen fehlen

Für die nächsten verkaufsoffenen Sonntage in Aplerbeck und Eving am 7. Mai fehlten noch Unterlagen, mit denen man die Verkaufsfläche festlegen könne, berichtete Ordnungsamtsleiterin Beate Siekmann.

Die gewonnenen Erfahrungen würden künftig auch Konsequenzen für die Vorschläge zu weiteren verkaufsoffenen Sonntagen haben, kündigte Rechtsdezernentin Jägers an: „Am gefährdetsten sind die verkaufsoffenen Sonntage in der Innenstadt“ (5. November und 3. Dezember). Man werde sie nicht im vorauseilenden Gehorsam streichen, sagte Jägers, doch nach den Osterferien werde man für jeden einzelnen Termin den Konsens mit Verdi und den Kirchen suchen.

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