Verkaufsoffener Sonntag: Darum gab es ein Verkehrschaos

Lange Staus

Der Handel war endlich noch einmal zufrieden: Am verkaufsoffenen Sonntag strömten zehntausende Kunden in die Stadt und ließen die Kassen klingeln. Weniger glücklich schauten viele Autofahrer drein, die lange Zeit im Stau standen, um in eines der Parkhäuser hineinzukommen. Wir erklären, wie es zum Verkehrschaos kam.

DORTMUND

, 04.10.2016, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Verkaufsoffener Sonntag: Darum gab es ein Verkehrschaos

Viele Menschen standen am Sonntag vor den Parkhäusern im Stau.

Stau vor dem Parkhaus. Das Problem ist nicht neu und ließ sich in den vergangenen Jahren regelmäßig an verkaufsoffenen Sonntagen beobachten. Dabei mangelt es nicht grundsätzlich an Parkplätzen in der Stadt. Es ist nur so, dass ein Großteil der Besucher an solchen Tagen von Süden her via Märkische Straße, Hohe Straße oder B54 in die City einfährt. In der Folge staut es sich vor den zentralen Tiefgaragen Hansaplatz/Karstadt, Rathaus und Stadttheater sowie vor den Parkhäusern an der Thier-Galerie und am Kaufhof.

Cityring-Vorsitzender Dirk Rutenhofer wohnt selbst in der Innenstadt und benötigte am Sonntag aufgrund der Automassen 45 Minuten, ehe er sein Auto zu Hause abstellen konnte. Für ihn liegt das Problem auf der Hand: „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wer seit fünf Jahren zu Karstadt ins Parkhaus fährt, macht das jedes Mal. Auch wenn er sich dafür in eine lange Schlange stellen muss.“

Betreiber der Tiefgaragen Hansaplatz, Rathaus und Stadttheater sowie weiterer Parkhäuser ist die städtische Beteiligungsgesellschaft SBB. Deren Geschäftsführer Simon Kinz bestätigte gestern, dass die zentralen Tiefgaragen an solchen Tagen stärker gefragt seien, als beispielsweise jene am Westentor und an der Commerzbank. „Die Leute wollen über den Süden in die Stadt hinein gehen“, sagt Kinz. Erklären könne er sich das nicht.

Das Parkleitsystem in Dortmund sei gut, sagen sowohl Kinz als auch Rutenhofer. Letzterer fügt allerdings an, dass das System alleine für den Verkehr an besucherstarken Tagen nicht ausreiche. An den vier Samstagen vor Weihnachten waren daher schon in den vergangenen Jahren „Verkehrskadetten“ im Auftrag der Stadt im Einsatz. Mitglieder der Verkehrsjugendwacht informierten über die Situation in den Parkhäusern und lenkten Autofahrer auch zu jenen in der nördlichen City. „Das lief reibungslos“, sagt Rutenhofer.

Er wolle das Gespräch mit Baudezernent Martin Lürwer suchen, um Verkehrskadetten künftig auch an verkaufsoffenen Sonntagen einzusetzen. So soll das Verkehrschaos in der südlichen City vermieden werden. Der Cityring sei bereit, sich – wie im vorigen Jahr – an den Kosten zu beteiligten. Der nächste verkaufsoffene Sonntag in der City ist bereits am 6. November. 

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