Verkehrs-Rebellen ziehen 20 Leitpfosten aus dem Boden - einige Autofahrer freut das

rnPersebecker Straße

Die Ruhe rund um die Feiertage haben Unbekannte dazu genutzt, 20 Leitpfosten an der Persebecker Straße aus dem Boden zu ziehen. Einige Autofahrer dürften sich darüber gefreut haben.

Dortmund

, 04.01.2019, 14:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was soll man wohl eher tun? Den Kopf schütteln, weil irgendwer in Zerstörungswut öffentliches Eigentum beschädigt hat? Oder doch lieber etwas schmunzeln, weil der Anblick skurril ist und jemand Autofahrern etwas Gutes tun wollte?

Wer seit dem Jahreswechsel die Persebecker Straße zwischen Reitverein und Sportplatz des TuS Eichlinghofen befahren hat, dürfte sich diese Frage vermutlich gestellt haben.

Eigentlich gilt hier Tempo 30

Denn hier haben Unbekannte vor einigen Tagen 20 Leitpfosten, die entlang der Straße standen, aus dem Boden gerissen und sie auf die anliegenden Felder und in die Büsche geworfen. „Ich habe keine Vermutung, wer das getan haben könnte“, sagt Michael Niehörster.

Verkehrs-Rebellen ziehen 20 Leitpfosten aus dem Boden - einige Autofahrer freut das

Da müsste der Pfosten eigentlich rein, zeigt Anwohner Michael Niehörster (81). Die braune Verfärbung zeigt, wie tief der Pfosten eigentlich im Boden sein müsste. Stattdessen lag er auf dem Feld nebenan. © Michael Nickel

Der 81-Jährige wohnt seit mehr als fünf Jahrzehnten in der Nähe und kennt dieses Stück Straße sehr gut. Hier gilt Tempo 30, was viele nicht davon abhält, deutlich schneller zu fahren. Und hier ist die Straße zu eng für zwei nebeneinander fahrende Autos. „Wenn sich SUVs begegnen, wird es schon sehr schwierig“, sagt Niehörster. „Und bei Lkw, die hier eigentlich gar nicht fahren dürfen, erst recht.“

Die Autos passten nicht mehr nebeneinander

Neben der Asphaltdecke gibt es einen unbefestigten Fahrbahnrand, den Fahrzeuge benutzen, um doch nebeneinander zu passen. Da dieser Rand aber insbesondere bei schlechten Wetter- und Sichtverhältnissen schwer zu erkennen sei, hat die Stadt Ende Oktober Leitpfosten aufgestellt, wie Stadtsprecher Frank Bußmann erklärt: „Leitpfosten sind Verkehrseinrichtungen, die der Abgrenzung der Fahrbahn und damit zu einem besseren Erkennen des Fahrbahnverlaufes dienen.“

Verkehrs-Rebellen ziehen 20 Leitpfosten aus dem Boden - einige Autofahrer freut das

Die weißen Striche im Grünen entlang der Straße sind allesamt Leitpfosten. © Michael Nickel

In Michael Niehörsters Familie ist die Aufstellung der Leitpfosten mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden. Die einen fanden es gut, dass Autofahrer durch die Poller vom Gas gehen mussten, andere ärgerten sich darüber, dass ein schnelles Ausweichen auf den Fahrbahnrand nicht mehr so einfach möglich war. Genau so dürften die Meinungen bei den meisten Autofahrern auseinandergehen.

Die Tatzeit lässt sich nur eingrenzen

Wer die Pfosten aus dem Boden gezogen und sie in der Landschaft verteilt hat, ist unklar – ebenso wann. „Wir vermuten, dass dies über die Feiertage und den Jahreswechsel geschehen ist“, sagt Frank Bußmann. Der Polizei lag bis Donnerstagabend keine Anzeige vor. Ein Unfallschwerpunkt jedenfalls sei dieses Teilstück der Persebecker Straße laut Polizeisprecher Sven Schönberg nicht. „Seit November hat es hier einen Unfall gegeben“, sagt er. Zwei Autos hatten sich die Spiegel abgefahren.

Nun will die Stadt die Leitpfosten wieder aufstellen. „Wenn es die Wetterbedingungen zulassen“, so Frank Bußmann, „werden sie in den nächsten Tagen wieder eingesetzt.“ Ganz ohne Betonfundament läuft das in der Regel ab. Michael Niehörster jedenfalls kann egal sein, wann sie wieder stehen. „Ich habe es beim Autofahren nicht mehr so eilig“, sagt er.

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