„Eine Katastrophe“: Wall-Sperrung bringt Fußgänger und Radfahrer auf die Palme

rnBombensondierung

Wegen der Baustellen zur Bombensondierung in der City kommt es auf dem Wall immer wieder zu Staus.Außer den Autofahrern ärgern sich auch Fußgänger und Radfahrer über hunderte Meter Umwege.

von Jakob Schiffer

Dortmund

, 19.11.2019, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Wall und an der Hansastraße gibt es seit Samstag wegen zwei Baustellen Verkehrsbehinderungen. Doch nicht nur Autofahrer haben Grund sich zu ärgern. Denn auch die Rad- und Fußgängerüberwege an der Kreuzung Wall / Hohe Straße / Hansastraße wurden gesperrt.

Die Stadt schilderte zwar alternative Überwege aus. Die liegen aber mehrere hundert Meter von der Kreuzung entfernt in Höhe Schauspielhaus und Elisabethstraße. So nahmen die meisten Fußgänger den Umweg nicht in Kauf und liefen trotz Sperrung über die Kreuzung. Vor allem für Kinder und ältere Menschen kann das schnell gefährlich werden.

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Die Passanten hatten für das Vorgehen der Stadt kein Verständnis. Ein Fußgänger beschwert sich: „Das ist eine Katastrophe“. Er sehe keine Notwendigkeit, den Wall für Fußgänger zu sperren.

Auch Fahrradfahrerin Marianne Rickert war verärgert. Sie überquerte die Kreuzung am Dienstagmorgen auf dem Weg zur Arbeit und war verwirrt: „Der Radweg hört einfach mittendrin auf“. Es dauerte eine Weile bis sie die Umleitung und damit den richtigen Weg über den Wall fand.

Umleitung schlecht ausgeschildert

Rickert stört außerdem die generelle Einstellung der Stadt bei verkehrspolitischen Fragen: „Auf Autofahrer wird immer Rücksicht genommen und alles andere ist egal. Als Fahrradfahrer eckt man überall an“.

Mit dieser Auffasung ist sie nicht alleine. Auch in den sozialen Medien beschwerten sich zahlreiche Nutzer über die Situation an der Kreuzung und die Bevorteilung von Autofahrern im Straßenverkehr. Auf Twitter schrieb eine Userin: „So wird das nix mit dem Thema emissionsfreie Innenstadt.“

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Am Nachmittag reagierte die Stadt auf die Beschwerden und gab den Fußgängerüberweg zumindest in Teilen wieder frei. Auf der Ostseite der Kreuzung können Fußgänger zwischen dem Hochhaus der Volkswohl-Bund-Versicherungen und dem Stadtgarten wieder über den Wall laufen. Von dort kann man dann auf die baustellenfreie westliche Seite der Hansastraße wechseln. Nur auf der Seite des Opernhauses bleibt der Weg wegen der Baustelle am Hiltropwall gesperrt.

Ärger über Bevorteilung von Autofahrern

Seit dem Wochenende sind Teile des Wall-Rings gesperrt oder eingeengt. Auf Höhe des Opernhauses kann die innere Fahrbahn des Hiltropwalls momentan nur einspurig befahren werden. Außerdem ist seit Montag der Hohe Wall zwischen Rheinischer Straße und Frankenstraße in Fahrtrichtung Süden komplett gesperrt. So kam es bereits in den letzten Tagen vermehrt zu Staus.

Der Grund für die Baustellen sind Untersuchungen zur Bombensondierung. Nach dem Bombenverdacht im Klinikviertel sucht die Stadt Dortmund nach weiteren Blindgängern.

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