Verkehrschaos an der Faßstraße befürchtet: Zufahrt zum geplanten Supermarkt in der Kritik

Neubau am Phoenix-See

Eigentlich sollte mit dem Umbau der Hörder Faßstraße der Verkehr im Ortszentrum minimiert werden. Doch immer mehr Autos werden über einen der Hauptzubringer zum Phoenix-See geführt.

Hörde

, 17.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Verkehrschaos an der Faßstraße befürchtet: Zufahrt zum geplanten Supermarkt in der Kritik

Das Bauschild für den Neubau steht schon. Sorge macht der Verkehr. © Jörg Bauerfeld

Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden die Abrissbagger anrücken und das alte Hörder Stiftsforum dem Erdboden gleichmachen. Damit werden auch die letzten verbleibenden Gebäude der ehemaligen Stifts-Brauerei verschwinden.

Klar war das schon seit vielen Jahren. Ende vergangenen Jahres wurde das Gebäude endgültig leergezogen. Die letzten, die das Haus mitten im Hörder Zentrum verließen, waren die Mitarbeiter der Tanzschule Rimek.

Verkehrschaos an der Faßstraße befürchtet: Zufahrt zum geplanten Supermarkt in der Kritik

Claudia Middendorf, Michael Depenbrock und Sascha Mader (v.l.) wollen die Verkehrsplanung noch einmal überprüfen lassen. © privat

Dort, wo früher Hörder Biergeschichte geschrieben und viel getanzt wurde, wird ein neuer Gebäudekomplex entstehen. Mit einem großen Supermarkt. Diese Tatsache an sich beunruhigt die Hörder Politik nicht. Besorgniserregend findet es aber zumindest die CDU, dass die zusätzlichen Verkehre, die ein Lebensmittelhandel nun eben erzeugt, über die Faßstraße abgeleitet werden sollen.

Schon jetzt ist zu viel Verkehr auf der Faßstraße

Jeder, der die umgebaute Straße in direkter Nachbarschaft zum Phoenix-See schon einmal befahren hat, weiß um die Problematik vor Ort. Zuwenig Straße, zu viel Verkehr. Fahrradfahrer haben zwar einen schmalen Streifen, der aber aufgrund des Verkehrs kaum zu befahren ist.

„Und jetzt sollen noch mehr Fahrzeuge auf die Faßstraße geleitet werden“, sagt Sascha Mader (CDU Ratsmitglied) und hat auch gleich einen schönen Vergleich parat. „Das ist so, als wenn man eine Autobahn von drei auf zwei Spuren zurückbauen würde und dann direkt daran ein großes Industriegebiet mit Auffahrt bauen würde.“

Politik begrüßt die Neubaupläne

Im Mai 2019 wurden die Pläne für den Neubau an der Ecke Faßstraße / Herrmannstraße in der Bezirksvertretung in Hörde vorgestellt. Die Mitglieder, auch die der CDU, sahen den Gebäudekomplex als passend an. „Natürlich hat das Stiftsforum schon alleine wegen der Brauerei eine historische Bedeutung für Hörde. Städtebaulich passte das Stifts-Forum aber nicht mehr in die heutige Zeit“, so Michael Depenbrock, Fraktionssprecher der CDU in der Bezirksvertretung Hörde. „Die Pläne für den Neubau begrüßen wir ausdrücklich.“

Wäre da nicht die geplante Zufahrt über die Faßstraße. „Bezogen auf die Verkehrserschließung kann das Konzept nicht überzeugen“, sagt Sascha Mader. Wer sich heute schon die verfehlte Verkehrsplanung auf der Faßstraße ansehen würde, könne sich doch vorstellen, was passieren werde, wenn über die Straße noch mehr Fahrzeuge fahren werden.

Das Problem ist einfach, dass die Faßstraße schon jetzt an ihre Grenze kommt, was die Verkehrsbelastung angeht. Sie ist zum einen eine der Hauptzufahrtstraßen zum Phoenix- See. Gastronomie, Praxen und Geschäfte, die in Seenähe liegen sind hauptsächlich über die Faßstraße anzufahren.

Wo soll der Verkehr hin?

Dazu kommt, dass mit der Errichtung der Sparkassenakademie in der Hörder Burg und dem neuen Hotel Hampton by Hilton zwei weitere „Auto-Frequenzbringer“ an der Faßstraße. Es wird also immer mehr, anstatt weniger.

Aber was kann man tun? Wenn es nach den Christdemokraten geht, sollen die Stadt Dortmund und der Investor erneut die Pläne prüfen und versuchen, durch mehrere Zufahrten die Verkehrsbelastung zu reduzieren. Nur, viele Möglichkeiten gibt es nicht, wenn man einmal einen Blick auf den Stadtplan wirft. Die Hörder-Bach-Allee und dann weiter auf die Hermannstraße wäre eine Möglichkeit. Oder eben der Stau auf der Faßstraße, der dann noch länger wird, als er heute schon ist.

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