Vermieter will Thor-Steinar-Laden am Brüderweg schnell wieder loswerden

Umstrittene Marke

Keine ganze Woche nach Eröffnung des Thor-Steinar-Ladens Tønsberg will der Vermieter das Geschäft aus seinem Haus bekommen. Der Mann hofft jetzt auf die Unterstützung der Stadtverwaltung.

Dortmund

, 03.09.2019, 10:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vermieter will Thor-Steinar-Laden am Brüderweg schnell wieder loswerden

Vor dem Geschäft Tønsberg demonstrierten am Montagabend mehr als 200 Personen. © Kevin Kindel

Der Besitzer des Gebäudes, in dem sich seit Ende August eine Filiale der bei Rechtsextremen beliebten Marke Thor Steinar befindet, prüft mögliche rechtliche Schritte, um den Laden schnell wieder loszuwerden. Nach einem Gespräch mit der Stadtverwaltung äußert er sich allerdings ausgesprochen konsterniert.

Der Dortmunder mit griechischen Wurzeln möchte nicht, dass sein Name genannt wird, weil er befürchte, für Neonazis zur Zielscheibe zu werden, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion. Wichtig sei ihm, keinen neuen Anziehungspunkt für Rechtsextremisten in der Stadt zu schaffen. Am Donnerstag (29. August) hat der Laden am Brüderweg eröffnet.
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Auf keinen Fall habe er gewusst, wofür die Marke Tønsberg steht und welche Kundschaft zu erwarten ist. „Ich fühle mich damit sehr unwohl“, sagt der Mann. Es sei bei den Gesprächen vor Unterzeichnung des Vertrages nicht zu erkennen gewesen, dass es Verbindungen zu Rechtsextremisten gebe. Die Mieter hätten nur einen Laden für Textilien angekündigt.

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Der Mietvertrag laufe jetzt für fünf Jahre, berichtet der Vermieter. Am Dienstagmorgen hatte der Mann einen Termin im Dortmunder Rathaus, danach sagte er nur: „Ich muss prüfen, was zu tun ist, fühle mich aber nicht in der Lage, darüber mehr zu sagen.“ In seiner Stimme klang eine riesige Portion Machtlosigkeit mit.

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