Wie sicher ist Dortmund? – Deutlich mehr Verstöße gegen das Waffengesetz

rnKriminalität in Dortmund

Die Gewalt-Eskalationen in der Nordstadt und die Schüsse in der City lenken den Blick auf die Kriminalstatistik. Dabei gibt es erfreuliche Entwicklungen - aber nicht nur.

Dortmund

, 19.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Am Pfingstmontag hatten sich rund 80 Menschen an der Schleswiger Straße eine Massenschlägerei mit Stuhlbeinen, Holzlatten und Molotowcocktails geliefert. Nur zwei Tage später soll ein 33-jähriger am Mittwochmorgen in der Weißenburger Straße auf einen 32-jährigen Mann geschossen haben. Das Opfer wurde bei der Tat laut Angaben der Polizei schwer verletzt.

Die gefühlte Sicherheit in Dortmund dürfte gelitten haben. Aber ist diese Sorge berechtigt?

Die Kriminalität in Dortmund geht zurück

Zwischen 2014 und 2018 ist die Zahl aller Straftaten von 86.549 auf 66.327 gesunken.

So sind beispielsweise die Raubüberfalle auf offener Straße zwischen 2014 und und 2018 von 701 auf 379 zurück gegangen. Bei den Wohnungseinbrüchen sank die Zahl von 2762 auf 1584.

Polizeipräsident Gregor Lange führte diesen Erfolg bereits im Februar 2019 auf den hohen Kontrolldruck der Streifenteams und der Bereitschaftspolizei auf den Straßen, intensive Ermittlungen in den Kriminalkommissariaten und die enge Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaft, Stadtverwaltung, Zoll und anderen Behörden zurück.

Straftaten gegen das Waffengesetz nehmen zu

Eine Entwicklung ist allerdings wenig erfreulich: Die „Straftaten gegen das Waffengesetz“ sind laut der Polizeilichen Kriminalstatistik zwischen 2015 und 2018 von 187 auf 246 gestiegen.

Unter Straftaten gegen das Waffengesetz versteht die Polizei Verstöße wie illegalen Besitz von Waffen, deren illegale Einfuhr, den illegalen Handel oder die illegale Herstellung.

Polizeisprecher Oliver Peiler erklärt den Anstieg zwischen 2015 und 2018 wie folgt: „In der Nordstadt und rund um den Hauptbahnhof ist seit 2015 die Polizeipräsenz erhöht worden. In dieser Zeit sind wir verstärkt auf Messer, Schlagringe und Schreckschusswaffen gestoßen.“ Sprich: Es seien einfach mehr Verstöße aufgedeckt worden.

Die Polizeipräsenz sei erhöht worden, weil 2015 landesweit eine Debatte über No-Go-Areas lief und die Polizei ein Zeichen setzen wollte, so Peiler.

Statistik der Polizei lässt Fragen offen

Die Häufigkeit der einzelnen Delikte erfasst die Polizei statistisch nicht. Peiler begründet dies wie folgt: „Der Einsatz der Schusswaffe kann ja komplett unterschiedlich erfolgen. Von der Schussabgabe über das reine Vorhalten der Waffe bis hin zum Mitführen, was im Einzelnen auch strafrechtlich relevant sein kann. Hier gibt es keine einheitliche statistische Erfassung“.

Die Polizei erfasst ebenfalls „keine Angaben zu der Art der Waffen, der Stadtteile und auch nicht zur Herkunft der Täter“, so Peiler.

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