Schüler wollten Lehrer erschlagen: Bezirksregierung fällt Entscheidung über Schulverweis

Martin-Luther-King-Gesamtschule

Anfang Mai wollten drei Jugendliche einen Lehrer der Martin-Luther-King-Gesamtschule töten. Zwei Schüler durften seitdem die Schule nicht mehr betreten. Jetzt gab es eine weitere Entscheidung.

Dortmund, Dorstfeld

07.06.2019 / Lesedauer: 2 min
Schüler wollten Lehrer erschlagen: Bezirksregierung fällt Entscheidung über Schulverweis

Die Schüler wurden endgültig von der Martin-Luther-King-Gesamtschule in Dorstfeld verwiesen. © Stephan Schütze

Im Fall des mutmaßlichen Mordkomplotts von Schülern gegen einen Lehrer der Martin-Luther-King-Gesamtschule in Dorstfeld sind zwei Tatverdächtige endgültig der Schule verwiesen worden. Die Bezirksregierung habe am Freitag eine entsprechende Entscheidung der Schule bestätigt, sagte ein Behördensprecher.

Die beiden 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen sollen nun an einer anderen Schule unterrichtet werden. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe waren die beiden bereits von der Gesamtschule suspendiert worden. Sie durften das Schulgelände nicht mehr betreten.

Unzufrieden über Noten soll der Grund gewesen sein

Der 16-Jährige steht im Verdacht, aus Unzufriedenheit über eine Benotung einen 17-jährigen Mitschüler und einen 18-jährigen ehemaligen Schulkameraden zu dem Komplott angestiftet zu haben. Den bisherigen Ermittlungen zufolge sollten sie ihm helfen, den Pädagogen Wolfgang Wittchow zu ermorden. Gemeinsam sollen sie ihn am 9. Mai in einen Hinterhalt gelockt haben, um ihn zu erschlagen.

Lehrer war vorsichtig

Die Hämmer, die sie zu diesem Zweck dabei gehabt haben sollen, kamen jedoch nicht zum Einsatz - möglicherweise weil der Lehrer Verdacht schöpfte und vorsichtig war. Die Jugendlichen sollen danach laut Staatsanwaltschaft noch einen weiteren Anlauf geplant haben.

Ein Mitschüler aus der Klasse des 16-jährigen Hauptverdächtigen bekam dies mit und erzählte davon seiner Mutter. Auf einem Elternsprechtag zwei Tage nach dem Versuch informierte die Frau den Lehrer. Weitere zwei Tage später, am Montag (12.5.), schaltete die Schule die Polizei ein.

Lehrer Wolfgang Wittchow hatte sich danach mit einem bewegenden Facebook-Post an die Öffentlichkeit gewandt. In diesem verurteilte er Rechtspopulisten, die diese Tat für sich ausschlachteten. Er hatte aber auch angekündigt, im Falle eines Strafverfahrens als Nebenkläger aufzutreten.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen weiter

Gegen alle drei Jugendliche wird wegen versuchten Mordes und Verabredung zu einem Verbrechen ermittelt. Die beiden älteren Beschuldigten haben im Wesentlichen gestanden, der 16-Jährige bestreitet die Vorwürfe. Alle drei sind auf freiem Fuß. Die Ermittlungen dauern an, wie die Staatsanwaltschaft Dortmund am Freitag auf Anfrage mitteilte.

dpa/kar

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