Ohne Test kein Einlass: Angehörige müssen sich vor dem Besuch von Seniorenheime testen lassen © picture alliance/dpa
Meinung

Verwirrung um Testpflicht beim Arzt: Verschwendet nicht so viel Zeit

Schon wieder kommen gut gemeinte neue Corona-Regeln falsch bei denen an, die sie betreffen. Das hält in einer wichtigen Phase der Pandemie nur unnötig auf, meint unser Autor.

Gerade erst in Kraft hatte das neue Infektionsschutzgesetz zuletzt maximale Verwirrung gestiftet. Müssen Begleitpersonen von Patienten beim Kinderarzt oder in der Notaufnahme einen aktuellen negativen Schnelltest vorlegen, ob geimpft oder nicht?

Diese Frage hat sich erst nach tagelanger Unsicherheit geklärt – sie müssen nicht. Zuvor hatte der unklare Gesetzestext in vielen Arztpraxen und bei Eltern in Dortmund aber bereits für ungläubiges Kopfschütteln gesorgt.

Regeln machen, ohne über die Auswirkungen nachzudenken

Es ist ein Muster, dass sich in der Pandemie-Politik von Bund und Land schon mehrfach wiederholt hat: Eine Regel tritt kurzfristig in Kraft und scheinbar niemand hat sich vorher über ihre lokalen Auswirkungen Gedanken gemacht.

Dass Dortmunder Arztpraxen sich in einer Phase hoher Belastung auch noch mit solchen Absurditäten herumschlagen müssen, ist einfach absolut unnötig. Sie hätten genug anderes zu tun – Impfen zum Beispiel.

Aus Kommunikationsfehlern nichts gelernt

Eine bittere Erkenntnis dieser Pandemie: Kommunikationsfehler der Vergangenheit (Schulen! Impfstoff!) bleiben ohne Lerneffekt. Natürlich kann man es nie allen recht machen.

Aber man darf erwarten, dass so weit reichende Regeln wie die neuen Test-Regeln verständlich formuliert sind und sich an der Lebensrealität der Menschen orientieren.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth