Via Instagram: Angeklagter verhöhnt Missbrauchs-Opfer

rnPolizei sucht 35-Jährigen

Mit einer zynischen Instagram-Nachricht an die Mutter eines mutmaßlichen Missbrauchs-Opfers hat ein 35-Jähriger für Empörung gesorgt. Jetzt wird er per Haftbefehl gesucht.

Dortmund

, 16.08.2019, 11:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein 35-jähriger Mann aus Guinea, dem sexuelle Übergriffe auf ein minderjähriges Mädchen vorgeworfen werden, wird seit Donnerstag von der Polizei gesucht. Der Angeklagte war trotz Ladung nicht zum Auftakt des gegen ihn gerichteten Prozesses am Dortmunder Landgericht erschienen. Eine jüngere Instagram-Nachricht von ihm sorgte derweil für Aufsehen.

Richter: Bilder sind eine Frechheit

Es war Nebenklage-Anwalt Christoph Krekeler, der den Richtern einen Ausdruck von einer nur wenige Tage alten Instagram-Nachricht an die von ihm vertretene Mutter des mutmaßlichen Opfers überreicht hatte. Darauf präsentiert sich der 35-Jährige „winkend“ und erklärt, er habe keine Angst vor dem Prozess.

Flankiert wird die Nachricht von provozierenden Fotos, die den Angeklagten küssend mit der Ex-Partnerin zeigen. Richter Ulf Pennig nannte die Bilder nach einer ersten Durchsicht „eine Frechheit“.

Tochter war erst 10 Jahre alt

Laut Anklage soll der 35-Jährige sich im Jahr 2017 mindestens sechsmal an der damals zehnjährigen Tochter seiner Ex-Lebensgefährtin vergriffen haben.

Die Richter kündigten an, den ferngeblieben Angeklagten, der zuletzt in einer Wohnung an der Mallinckrodtstraße lebte, nun per Haftbefehl suchen zu lassen.

Es sei nicht auszuschließen, dass er sich weiterhin noch in Dortmund aufhält, hieß es. Sollte der flüchtige Mann in den kommenden Tagen festgenommen werden können, soll der Prozess am 27. August beginnen.

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