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Video-Dreh als Mutmachprojekt: Kinder der Krebsstation singen Lied von Mark Forster

rnProjekt Löwenherz

„Löwenherz“ heißt nicht nur die Kinderkrebsstation des Klinikums Dortmund, sondern auch ein Projekt, das den kleinen Patienten Mut machen soll: ein Video-Dreh zu einem Lied von Mark Forster.

Dortmund

, 22.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Bunte Ballons und Konfetti fliegen vor der Kinderkrebsklinik in die Luft. Es ist der große Abschluss-Dreh für ein Video, in dem kleine Patienten groß rauskommen – und das Mut machen soll.

„Immer siehst du schwarz und bremst dich damit aus“, heißt es in einer Textzeile von Mark Forsters Lied „Chöre“. Die negativen Gedanken kennen auch die kleinen Patienten der „Station K41 - Löwenherz“ der Dortmunder Kinderklinik. Dort werden Kinder und Jugendliche mit Leukämien oder bösartigen Tumoren behandelt.

„Ich lass‘ Konfetti für dich regnen. Ich schütt‘ dich damit zu.“ – So wie der Forster-Hit ein Aufruf ist, die Sorgenfalten einfach mal gegen ein Lächeln einzutauschen, so möchte das Projekt Löwenherz des Karl-Schiller-Berufskollegs die Kinder und Angehörigen vom Krankenhausalltag ablenken und ihnen „pure Freude“ bereiten.

Video-Dreh als Mutmachprojekt: Kinder der Krebsstation singen Lied von Mark Forster

Vom Projekt Löwenherz (v.l.): Robert Schiller, Alexander Böhle, Lena Lange, Ulrike Pötter, Lorraine Meccanico, Marie Büchner, Maria Hicking und Detlef Gehring sowie Dr. Benedikt Bernbeck, Oberarzt in der Kinderonkologie (3.v.r.). © Christin Mols

Die Idee zu einem Musikvideo-Dreh kam auf, als Lehrer des Berufskollegs im Internet ein Video des Kinderkrankenhauses in Seattle sahen, in dem Krebspatienten zum Song „Stronger“ von Kelly Clarkson singen. „Uns war wichtig, dass die Schüler in einem Projekt zeigen, was Hilfsbereitschaft, Empathie und Nächstenliebe ist“, sagt Berufsschullehrer Alexander Böhle, einer der Initiatoren. Schnell fand sich ein fester Kern Mitwirkender aus Lehrern, Schülern, Ehemaligen und externen Unterstützern zusammen.

Video-Dreh als Mutmachprojekt: Kinder der Krebsstation singen Lied von Mark Forster

Auf dem Vorplatz der Kinderklinik ließen alle am Video-Dreh Beteiligten am Dienstag Ballons steigen. © Christin Mols

Nach Absprache mit der Leitung der Kinderklinik wurden sechs Drehtage für das Lippensynchron-Singen zum Lied von Mark Forster angesetzt. Als die Planungen für den „Chöre“-Dreh im Herbst 2018 begannen, war Jan Adolph bereits seit den Sommerferien Patient auf der Löwenherz-Station. Der Junge aus dem Sauerland war an Morbus Hodgkin erkrankt. Dabei handelt es sich um einen bösartigen Tumor des Lymphsystems.

Video-Dreh als Mutmachprojekt: Kinder der Krebsstation singen Lied von Mark Forster

Jan Adolph (11), hier mit dem Maskottchen des Projekts Löwenherz, ist als Patient im Musik-Video zu sehen. Inzwischen ist aber wieder zu Hause und es ginge ihm gut, sagen seine Eltern. © Christin Mols

Heute geht es dem 11-Jährigen gut. Im Video tritt er neben Krebspatienten, ehemals Erkrankten, Eltern, Schwestern und Ärzten in mehreren Szenen auf. „Ich habe Konfetti geschmissen und Klavier gespielt“, berichtet er stolz. Für den Abschlussdreh am Dienstag auf dem Vorplatz der Kinderklinik ist Jan Adolph mit seinen Eltern angereist. Die Kinder und Angehörige bilden mit den Mitarbeitern des Klinikums einen großen Chor und singen den Refrain des bekannten Liedes. Bunte Luftballons und Konfetti fliegen.

Jans Eltern finden das Projekt Löwenherz „großartig“. „Die Kids waren mit Begeisterung dabei. Die Krankheit ist für einen Moment in den Hintergrund gerückt“, sagt Vater Frank und Mutter Beate ergänzt: „Es ist schön, dass Jan nach den negativen Erfahrungen, die er im Krankenhaus sammeln musste, auch noch eine positive Erinnerung mitnimmt.“

Video-Dreh als Mutmachprojekt: Kinder der Krebsstation singen Lied von Mark Forster

Robert Schiller ist ehemaliger Schüler des Karl-Schiller-Berufskollegs und ist beim Projekt Löwenherz für Kamera und Schnitt verantwortlich. © Christin Mols

Das Mutmach-Video soll im Juni fertig sein. Dann bekommen es zunächst, die Beteiligten zu sehen. Wahrscheinlich ab Juli können es dann alle auf der Facebook-Seite des Projekts Löwenherz und des Berufskollegs sowie auf dem Youtube-Kanal des Klinikums sehen. Berufsschullehrerin Maria Hicking sagt: „Wir wollten während des Drehs die Kinder stärken. Im Video werden die Kinder nun den Betrachter stärken.“

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